Bahnhof Fangschleuse eingeweiht

Offizielle Eröffnung des neuen Bahnhofs Fangschleuse, Foto: VBB/Stapf

Bahnhof Fangschleuse eingeweiht

11. September 2026

Offizielle Eröffnung des neuen Bahnhofs Fangschleuse, Foto: VBB/Stapf
Offizielle Eröffnung des neuen Bahnhofs Fangschleuse, Foto: VBB/Stapf
Neuer Bahnhof in kurzer Bauzeit • Mehr Gleise, längere Bahnsteige • Vorbereitungen für Güterverkehr auf Hochtouren
 

Der Bahnhof Fangschleuse ist heute offiziell eingeweiht worden. Vertreter der Deutschen Bahn (DB), des Bundesverkehrsministeriums, des Infrastrukturministeriums Brandenburg, des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg und der Gemeinde Grünheide enthüllten am Vormittag den Stationsnamen am Eingang. Der neue Bahnhof ist bereits Mitte August in Betrieb gegangen.

Mit längeren Bahnsteigen und neuen Gleisen ist er deutlich leistungsfähiger als die frühere Station. An den 220 Meter langen Bahnsteigen können auch achtteilige Regionalzüge halten. So lassen sich mehr Reisende befördern. Aktuell stehen zwei Gleise zur Verfügung, ab dem Fahrplanwechsel Mitte Dezember werden vier Gleise genutzt werden können. Zusätzlich stehen dann drei weitere Gleise für den Güterverkehr bereit – eine Anbindung an das Industriegebiet. Ebenfalls bis dahin wird die Photovoltaikanlage auf den Bahnsteigdächern in Betrieb gehen. Sie leistet einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz.

Der Bau dauerte weniger als anderthalb Jahre. In dieser Zeit wurden für den neuen Bahnhof zwölf Kilometer Gleise verlegt, hinzu kommt die dazugehörige Technik, wie beispielsweise Oberleitungen. 40 Weichen wurden aufgebaut. 160.000 Tonnen Erde mussten bewegt werden. Auf der Baustelle galt es, 70 Planungsbüros und Baufirmen zu koordinieren.

Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbevollmächtigter für Brandenburg: „Der Bahnhof wurde in Rekordzeit fertiggestellt. Das war vor allem dank der engen Zusammenarbeit aller Partner möglich. Bahn, Bund, Land und Kommune haben gemeinsam Akzente gesetzt und damit gezeigt, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen. Der neue Bahnhof mit seinen Gleisanlagen unterstreicht die Leistungsfähigkeit der Schiene.“

Stefan Schnorr, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr: „Der Bahnhof Fangschleuse zeigt: Deutschland kann dringend benötigte Infrastruktur schnell errichten. Wenn Bund, Land, Kommune und Bahn an einem Strang ziehen, entstehen in kurzer Zeit leistungsfähige Lösungen für die Menschen und die Wirtschaft. Der neue Bahnhof schafft mehr Kapazität im Regionalverkehr und stärkt zugleich die Schiene als Rückgrat eines starken Industriestandorts. Genau dieses Tempo und diese Zusammenarbeit wollen wir als Standard für ganz Deutschland etablieren.“Volker-Gerd Westphal, Staatssekretär im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg: „Ja, es ist keine Selbstverständlichkeit. Immer wieder lauern Probleme und Schwierigkeiten bei Infrastrukturprojekten. Deshalb freuen wir uns über jede Schieneninfrastrukturmaßnahme die fertig wird, ganz besonders, wenn es schnell und weitgehend problemlos gelaufen ist. Mit dem Neubau des Bahnhofs Fangschleuse und den deutlich erweiterten Kapazitäten im Personenverkehr setzen wir ein deutliches Zeichen für eine noch leistungsfähigere, moderne und nachhaltige Schieneninfrastruktur im Land Brandenburg. Drei Züge pro Stunde und Richtung sorgen für eine deutlich bessere Anbindung innerhalb des Landkreises Oder-Spree, in weitere Regionen Brandenburgs und ins benachbarte Berlin. Damit werden Arbeitsplätze schneller und komfortabler erreichbar und die Region als wichtiger Wirtschaftsstandort in Brandenburg weiter gestärkt.“

Christoph Heuing, Geschäftsführer Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB): „Die Eröffnung des Bahnhofs Fangschleuse ist ein weiteres wichtiges Puzzlestück, das sich nahtlos in das große Bild des Ausbaus der Kapazitäten im Regionalverkehr einfügt. Mit der Verlängerung der Bahnsteige in Fangschleuse und an den anderen Stationen auf der Linie RE1 kommt der Ausbau des Schienennetzes für Berlin und Brandenburg einen bedeutenden Schritt voran. Ab Dezember 2026 profitieren fast alle Fahrgäste zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) von mehr achtteiligen Zügen, die neu ganztags und auch am Wochenende insgesamt 800 Sitzplätze statt bisher circa 630 bieten.“

Arne Christiani, Bürgermeister der Gemeinde Grünheide (Mark): „Mit der heutigen Einweihung des Bahnhofs Fangschleuse ist ein weiterer Meilenstein in der Vielzahl der Infrastrukturprojekte in der Gemeinde Grünheide (Mark) erreicht. Der neue Bahnhof Fangschleuse mit seinen modernen Anlagen und dem dazugehörigen Umfeld ist ein Beleg für die gute und konstruktive Zusammenarbeit aller am Projekt Beteiligten. Die Gemeinde Grünheide (Mark) verfügt nun über einen leistungsfähigen Bahnhof mit besten Voraussetzungen für Reisende und Pendler sowie für das Bahnhofsumfeld. Der Dank der Gemeinde Grünheide (Mark) gebührt allen am Projekt ‚Bahnhof Fangschleuse‘ Beteiligten.“

4500 Meter Bohrarbeiten für die Potsdamer Stammbahn

Neben der Erkundungsfläche am Bahnhof Schöneberg hält ein Zug der Berliner S-Bahn, Foto: VBB GmbH/Fülling

4500 Meter Bohrarbeiten für die Potsdamer Stammbahn

Thomas Fülling, 26.08.2026

Wer mit der S-Bahn auf dem südlichen Berliner Innenring unterwegs ist, wird sie vielleicht schon entdeckt haben: mal kleinere, mal größere Bohrgeräte gleich neben den Gleisen. Auch wenn auf den Fahrzeugen das Logo einer Berliner Brunnenbaufirma prangt, die Tiefbau-Spezialisten sind nicht auf der Suche nach neuen Wasserquellen. Auch nach dem begehrten schwarzen Gold wird nicht gefahndet. Die Bohrarbeiten sind vielmehr Teil eines Vorhabens im Infrastrukturprojekt „i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“, das die beiden Bundesländer gemeinsam mit der Deutschen Bahn Stück für Stück vorantreiben.

Eines der großen und aufwendigsten Vorhaben von i2030 ist dabei die Reaktivierung der „Potsdamer Stammbahn“. Mit der Wiederinbetriebnahme der seit dem Zweiten Weltkrieg überwiegend brach liegenden historischen Schienenverbindung sollen dringend benötigte zusätzliche Gleis-Kapazitäten zwischen Potsdam und Berlin sowie neue Bahn-Haltepunkte zwischen Berlin und der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam geschaffen werden. Auf Drängen der Länder Berlin und Brandenburg ist die Potsdamer Stammbahn im aktuellen Gutachterentwurf für den Zielplan des „Deutschlandtaktes“ enthalten, mit dem das Reisen mit der Bahn noch attraktiver werden soll.

Die ersten vertiefenden Planungen bei diesem i2030-Projekt laufen. „Die Bohrungen sind Teil der Baugrunduntersuchungen, die für die Vorplanung des Streckenbaus benötigt werden“, erläutert Leona-Rosalia Dühmke, Projektleiterin der für die Infrastruktur zuständigen Bahntochter DB InfraGO AG. Die Vorplanung ist die zweite von insgesamt neun sogenannten Leistungsphasen, die die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) vorsieht. „In dieser Phase werden von den Planern noch unterschiedliche Varianten untersucht, mit denen das angestrebte Ziel am Ende erreicht werden kann“, sagt Leona-Rosalia Dühmke. Baugrunduntersuchungen sind zum Beispiel notwendig, um genaue Aussagen zur Beschaffenheit des Bodens treffen zu können, die wiederum den Planern die richtige Wahl der Gründung für notwendige Brücken oder Bahnsteige erleichtern. Am Ende der Vorplanung steht die Empfehlung einer Vorzugsvariante, die in der dann folgenden Entwurfs- und Genehmigungsplanung weiterverfolgt und detailliert ausgearbeitet wird.

Was für Außenstehende simpel klingt, ist für alle Beteiligten eine aufwendige Sache. So muss etwa auf der 23 Kilometer langen „Potsdamer Stammbahn“ zwischen Griebnitzsee, Zehlendorf und dem Nord-Süd-Fernbahntunnel (Gleisdreieckpark) etwa alle 100 Meter eine Bohrung ausgeführt werden. In dem im November 2025 gestarteten Erkundungsprogramm stehen laut DB InfraGO mehr als 200 Rammkernsondierungen mit einer Tiefe von acht bis zwölf Metern, etwa 85 Großbohrungen, die bis zu 25 Meter tief in Boden reichen sowie bis zu 235 Bodendichtemessungen in einer Tiefe von acht bis 25 Metern an.

Bei den Großbohrungen kommt schwere Technik zum Einsatz. „16 Tonnen wiegt so ein Raupenbohrgerät, das wir hier einsetzen“, sagt Christian Kühn, Betriebsleiter der Engelmann Brunnenbau GmbH. Die Köpenicker Traditionsfirma mit ihren 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist schon seit vielen Jahren für die Deutsche Bahn tätig. Bei den Bodenerkundungen für die Reaktivierung der „Potsdamer Stammbahn“ hat sie zwei der drei ausgeschriebenen Lose gewonnen. Teil des Auftrags ist auch die sogenannte Kampfmittelsondierung. Dabei geht es vor allem darum, gefährliche Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg zu finden. Von den Bombardements der Alliierten in der Zeit von 1940 bis 1945 waren die für die Nationalsozialisten kriegswichtigen Bahnanlagen in Berlin besonders betroffen. „Bisher haben wir erfreulicherweise noch nichts gefunden“, berichtet Technik-Chef Kühn.

Der Einsatz seines Spezialisten-Teams ist zwar keine Millimeter-, wohl aber eine Meter-Arbeit. Denn meterweise wird der sogenannte Liner mit bis zu 100 Schlägen pro Arbeitsgang in den Boden geschlagen. Dieser besteht zwar zu großen Teilen aus dem sprichwörtlichen brandenburgischen Streusand, aber nicht nur. „Wir stoßen auch viel auf Mergel, was gut ist. Denn für die künftigen Bauwerke brauchen wir einen tragfähigen Untergrund“, sagt Geräteführer Sebastian Vogel, der den „ROTOMAX XL B“ an einer Art Schaltpult steuert. Ist die vorgegebene Tiefe erreicht, wird der Liner wieder nach oben gezogen. In seinem Inneren befindet sich eine Kunststoffröhre, in der sich der ausgestanzte Boden befindet. Im nächsten Schritt werden die Kartuschen unter anderem mit genauen Angaben über die erreichte Bodentiefe und die notwendige Zahl von Schlägen beschriftet, die für die Bohrung erforderlich waren. „Letzteres gibt dem Bodengutachter Hinweise über die Bodendichte in diesem Bereich“, so Tiefbau-Experte Christian Kühn. Der Zeitaufwand für die Erkundungsverfahren ist unterschiedlich: Während eine Sondierung mit kleinerem Gerät (Tiefe acht bis zwölf Meter) in der Regel nur wenige Stunden dauert, wird für eine Großbohrung (Tiefe bis zu 25 Meter) ein Zeitaufwand von einer Woche pro Bohrung veranschlagt. Nach den Arbeiten Anfang August in Höhe des S-Bahnhofs Schöneberg soll es anschließend im Bereich Gleisdreieck weitergehen. „Dort sind insgesamt vier Bohrungen geplant“, sagt Christian Kühn von der Engelmann Brunnenbau GmbH.

Die am 22. September 1836 eröffnete „Potsdamer Stammbahn“ ist nicht nur die erste Eisenbahnstrecke im damaligen Preußen, sie gehört auch zu den ältesten Schienenverbindungen in Deutschland überhaupt. Entlang der Strecke entstanden zahlreiche Wohngebiete, die Stadt wuchs damit weiter in Richtung Südwesten. Mit der Entstehung der Viertel wurden auch neue Stationen gebaut. Der Botanische Garten, der in Berlin-Lichterfelde nach dem Vorbild englischer Gärten angelegt wurde, erhielt zum Beispiel 1909 eine eigene Station. Der Niedergang der Potsdamer Stammbahn begann mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Erst wurde ein Großteil der Schienen und Bahnanlagen im Auftrag der Roten Armee als Reparationsleistung für die Sowjetunion demontiert. Mit dem Mauerbau am 13. August 1961 konnten Fahrgäste aus dem brandenburgischen Umland die Strecke dann nicht mehr erreichen. Im Zuge des „S-Bahn-Streiks“ wurde schließlich am 18. September 1980, nach 142 Jahren, auf dem in Berlin verbliebenen Abschnitt der Potsdamer Stammbahn der Fahrgastbetrieb vollends eingestellt (Anhalter Bahnhof – Berlin-Zehlendorf, Berlin-Zehlendorf – Düppel). Nach mehr als vierjähriger Unterbrechung wurde am 1. Februar 1985 auf dem Stammbahn-Abschnitt zwischen Anhalter Bahnhof und Berlin-Zehlendorf der S-Bahn-Betrieb durch die Berliner Verkehrs-Betriebe (BVG) wieder aufgenommen, seit 1994 nimmt die S-Bahn Berlin dort die Betriebsführung wahr.

Das Ziel des i2030-Korridors Potsdamer Stammbahn+ ist der Wiederaufbau der Trasse zwischen Griebnitzsee und Berlin Potsdamer Platz (ca. 21 Kilometer) als zweigleisige, elektrifizierte Regionalverkehrsstrecke. Untersucht werden sollen an der Strecke Verkehrsstationen in Dreilinden (Europarc), Düppel-Kleinmachnow, Zehlendorf, Rathaus Steglitz und Schöneberg. Ein zweites Teilprojekt sieht auf dem südöstlichen Berliner Innenring den Ausbau des Abschnitts zwischen Schöneberg und Ostkreuz (ca. 10 Kilometer) als zweigleisige, elektrifizierte Regionalverkehrsstrecke vor. Haltepunkte für Regionalzüge werden an dieser Strecke in Südkreuz und Hermannstraße bzw. Neukölln geprüft.

Die Vorplanung für die Reaktivierung der Potsdamer Stammbahn wird nach Angaben der Bahn-Tochter DB InfraGO voraussichtlich bis 2027 abgeschlossen. Für die folgenden Planungsphasen  – Entwurfs- und Genehmigungsplanung – ist eine Finanzierungsvereinbarung unter Einbeziehung des Bundes erforderlich.  

Berlin – Fangschleuse – Frankfurt (Oder): Letzte Arbeiten für Öffnung der Strecke und der Bahnhöfe laufen – Verzögerung in Berkenbrück

RE1. Copyright Deutsche Bahn AG

Berlin – Fangschleuse – Frankfurt (Oder): Letzte Arbeiten für Öffnung der Strecke und der Bahnhöfe laufen - Verzögerung in Berkenbrück

05. Juli 2026

RE1. Copyright Deutsche Bahn AG
RE1 - Foto Deutsche Bahn AG

Damit der neue Bahnhof Fangschleuse am 15. August in Betrieb gehen kann, ist noch ein letztes Software-Update erforderlich. Auch an anderen Bahnhöfen laufen die Arbeiten derzeit auf Hochtouren.

Die Deutsche Bahn (DB) will den neuen Bahnhof Fangschleuse am 15. August 2026 öffnen. Dann halten die Züge des RE 1 dort. Alle nötigen Arbeiten an der Infrastruktur, also an Gleisen, Oberleitungen und dem Bahnhof selbst, sind im Zeitplan. Zuvor wird es aber noch ein Software-Update geben. Das ist nötig, um das Zusammenspiel aller Komponenten mit dem neu errichteten Elektronischen Stellwerk sicherzustellen.

Aktuell laufen auf der Strecke Arbeiten an mehreren Bahnhöfen. Dazu zählen Berkenbrück, Jacobsdorf und Pillgram. Hier geht es darum, die Bahnsteige auf 220 Meter zu verlängern. Damit können an diesen Stationen ab Mitte Dezember auch achtteilige Zuggarnituren halten. Diese haben deutlich mehr Sitzplätze als bisher. Außerdem werden Weichen an den Bahnhöfen neu eingebaut. Die DB InfraGO nutzt für diese Arbeiten die aktuelle Sperrpause auf der Strecke.

In Berkenbrück werden ab 15. August wieder Züge Richtung Berlin halten, in Fahrtrichtung Frankfurt (Oder) erst ab 29. November. Deshalb wird es bis dahin einen Schienenersatzverkehr geben. An der Station sind noch technische Anpassungen nötig. Allerdings prüft die DB, ob die Arbeiten beschleunigt und die Einschränkungen verkürzt werden können.

Auch in Berlin-Köpenick geht es mit großen Schritten voran. Beim Umbau der S-Bahnhöfe Köpenick und Hirschgarten werden vor allem Bauarbeiten mit Hochdruck vorangetrieben, die nur während der Sperrung der Fernbahngleise bis zum 24. August durchgeführt werden können. Dazu gehören beispielsweise Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik, der Rückbau von Behelfsbrücken sowie Arbeiten für Fußgängertunnel unter den Fernbahngleisen. 

Rechtskräftige Zuschlagserteilung im S-Bahn-Ausschreibungsverfahren für die Teilnetze Stadtbahn und Nord-Süd

An der Pressekonferenz zur Zuschlagserteilung im S-Bahn-Ausschreibungsverfahren haben teilgenommen v.l.n.r.: Vorstand & techn. Bereichsleitung der LSFB Andreas Hiller, VBB-Geschäftsführer Christoph Heuing, S-Bahn-Geschäftsführer Heiko Büttner, Bürgermeister und Finanzsenator für Berlin Stefan Evers, Verkehrssenatorin für Berlin Ute Bonde, CEO Siemens Mobility Michael Peter und Peter Spuhler, Verwaltungspräsident der Stadler Rail GmbH, Foto: Deutsche Bahn AG/Volker Emersleben

Rechtskräftige Zuschlagserteilung im S-Bahn-Ausschreibungsverfahren für die Teilnetze Stadtbahn und Nord-Süd

15. Juli 2026

An der Pressekonferenz zur Zuschlagserteilung im S-Bahn-Ausschreibungsverfahren haben teilgenommen v.l.n.r.: Vorstand & techn. Bereichsleitung der LSFB Andreas Hiller, VBB-Geschäftsführer Christoph Heuing, S-Bahn-Geschäftsführer Heiko Büttner, Bürgermeister und Finanzsenator für Berlin Stefan Evers, Verkehrssenatorin für Berlin Ute Bonde, CEO Siemens Mobility Michael Peter und Peter Spuhler, Verwaltungspräsident der Stadler Rail GmbH, Foto: Deutsche Bahn AG/Volker Emersleben
An der Pressekonferenz zur Zuschlagserteilung im S-Bahn-Ausschreibungsverfahren haben teilgenommen v.l.n.r.: Vorstand & techn. Bereichsleitung der LSFB Andreas Hiller, VBB-Geschäftsführer Christoph Heuing, S-Bahn-Geschäftsführer Heiko Büttner, Bürgermeister und Finanzsenator für Berlin Stefan Evers, Verkehrssenatorin für Berlin Ute Bonde, CEO Siemens Mobility Michael Peter und Peter Spuhler, Verwaltungspräsident der Stadler Rail GmbH, Foto: Deutsche Bahn AG/Volker Emersleben

Nach Abschluss des Nachprüfungsverfahrens zur S-Bahn-Ausschreibung für die Teilnetze Stadtbahn und Nord-Süd (SBSNS-II) ist am 8. Juli 2026 der rechtskräftige Zuschlag an das Bieterkonsortium aus S-Bahn Berlin, Siemens Mobility und Stadler Deutschland erteilt worden. Damit kann der Herstellungsprozess für die neuen S-Bahn-Fahrzeuge – insgesamt 350 Halbzüge mit 1.400 Wagen – jetzt beginnen. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat die Länder in diesem Prozess mit großem Engagement als Vergabestelle unterstützt und wird auch künftig das Vertragsmanagement durchführen.

Auf der heutigen Pressekonferenz stellten Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde, Vertreter des beauftragten Konsortiums sowie die Geschäftsführungen des VBB und der S-Bahn-Berlin den Projektstart der Öffentlichkeit vor.

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Mit der Zuschlagserteilung für die Teilnetze Stadtbahn und Nord-Süd machen wir den nächsten großen Schritt zur Modernisierung der Berliner S-Bahn. Die 350 neuen Halbzüge kommen nicht nur den Fahrgästen auf diesen Strecken zugute – sie legen zugleich den Grundstein dafür, das Angebot mit der weiter steigenden Fahrgastnachfrage und der Inbetriebnahme neuer Strecken auszubauen.“

Stefan Evers, Bürgermeister und Senator für Finanzen: „Die Stärke einer Stadt zeigt sich nicht in Sonntagsreden, sondern am Montagmorgen. Dann, wenn Millionen Menschen zuverlässig zur Arbeit kommen, Unternehmen planen können und der Alltag funktioniert. Mit der heutigen Entscheidung stellen wir die Weichen für einen modernen, leistungsfähigen und verlässlichen S-Bahn-Verkehr in den kommenden Jahren. So schaffen wir die Grundlage dafür, dass Berlin auch in Zukunft zuverlässig funktioniert.“ 

Robert Crumbach, Brandenburgs Minister für Infrastruktur und Landesplanung: „Auch das Land Brandenburg profitiert von dem Zuschlag, da die S-Bahn die Wohnortattraktivität im Berliner Umland erheblich stärkt und den Pendlern aus Brandenburg eine verlässliche und schnelle Anbindung an das Berliner Stadtzentrum garantiert. Mit dem geplanten Bau eines neuen Werkstattstandortes in Fredersdorf leistet auch Brandenburg seinen Anteil, die nötigen Wartungskapazitäten für die Zugflotte zu stellen.“

Heiko Büttner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin GmbH: „Die Freude bei der S-Bahn Berlin ist riesig – die endgültige Vergabe schafft eine langfristige Perspektive für unsere über 3.000 Kolleginnen und Kollegen. Denn als S-Bahn Berlin übernehmen wir weiterhin den Betrieb und eine entscheidende Rolle bei der Instandhaltung der neuen Flotte. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir dafür sorgen, dass die Fahrzeuge für unsere Fahrgäste verlässlich, pünktlich, sicher und sauber am Bahnsteig stehen werden.“

Michael Peter, CEO Siemens Mobility: „Als Technologieunternehmen mit Berliner Wurzeln treiben wir die Zukunft der Hauptstadtmobilität aktiv voran. Mit innovativen Fahrzeugen, digitalen Technologien und intelligenter Instandhaltung schaffen wir gemeinsam mit unseren Partnern die Grundlage für ein leistungsfähiges, nachhaltiges und zukunftsorientiertes S-Bahn-System für Berlin“.

Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident der Stadler Rail AG: „Die neuen Züge für die Berliner S-Bahn werden dort gebaut, wo sie fahren: in Berlin. Unsere Fahrzeuge haben sich auf dem Ring über mehr als 120 Millionen Kilometer bewährt – genau dieses Konzept entwickeln wir nun gemeinsam mit unseren Partnern für das gesamte Netz weiter. Für Stadler ist dieser Auftrag ein klares Bekenntnis zur Fertigung in der Hauptstadtregion. Ich danke den Ländern Berlin und Brandenburg für ihr Vertrauen.“

Christoph Heuing, Geschäftsführer des VBB: „Mit dem rechtskräftigen Zuschlag schließen wir ein herausforderndes und komplexes Vergabeverfahren erfolgreich ab. Nun kommt es darauf an, dass die neuen Fahrzeuge pünktlich geliefert werden. Im Ergebnis werden wir eine moderne Fahrzeugflotte im S-Bahnnetz haben, die gut für die zukünftigen Anforderungen gerüstet ist und den Fahrgästen viel Freude bereiten wird. “

Die wichtigsten Punkte des neuen Verkehrsvertrags

Betriebsaufnahme und Einflottung der neuen S-Bahn-Fahrzeuge starten zum Jahresbeginn 2032 und werden planmäßig 2038 abgeschlossen sein. Die Neufahrzeuge ersetzen in beiden Teilnetzen die Fahrzeuge der Bestandsbaureihen 480 und 481. Der Verkehrsvertrag über die Betriebsleistungen wird für einen Zeitraum von 15 Jahren geschlossen.
Der Instandhaltungsvertrag hat eine Laufzeit von 30 Jahren und sichert die Instandhaltungsleistungen über die gesamte Lebensdauer der Neufahrzeuge. Die Instandhaltung erfolgt in Bestandswerkstätten der S-Bahn Berlin GmbH, darunter das Werk in Schöneweide. Alle entsprechenden Werkstätten werden für die Wartung der neuen Fahrzeuge ertüchtigt. Zudem wird ein neues S-Bahn-Instandhaltungswerk in Fredersdorf-Vogelsdorf errichtet, um die Wartung der erweiterten Flotte zu gewährleisten.

Alle Fahrgäste können sich auf neue Fahrzeuge freuen, die über eine vollständige Klimatisierung, moderne Fahrgastinformationssysteme, automatische Schiebetritte für die barrierefreie Nutzung und Videotechnik verfügen sowie strenge Lärmschutzanforderungen erfüllen.

Mit dem Zuschlag geht jetzt auch die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Berlin (LSFB) an den Start, die als neue Säule für den S-Bahn-Betrieb der Zukunft errichtet wurde. Die LSFB ermöglicht nicht nur eine nachhaltige Finanzierung der Fahrzeuge und der Werkstattum- und -neubauten, sondern auch ein professionelles, langfristiges Monitoring der Qualität öffentlich finanzierter Fahrzeuge und Werkstätten.

Begleitend zur SBSNS-II-Vergabe haben die Länder Berlin und Brandenburg gemeinsam mit der DB InfraGO die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass ab Anfang der 2030er Jahre in der neuen Steuerungs- und Dispositionszentrale (SDZ) für die Berliner S-Bahn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Infrastrukturbetreibers und des Verkehrsunternehmens künftig in einer zentralen Leitstelle zusammenarbeiten. Das schafft gute Voraussetzungen für ein schnelles, abgestimmtes Reaktionsmanagement im Störungsfall und eine durchgängige Kommunikation gegenüber den Fahrgästen.

Im Projekt i2030 wird der Ausbau der Infrastruktur, die mit den neuen Fahrzeugen kommen wird, gesteuert und geplant. 

Infoveranstaltungen in Vetschau und Kolkwitz

In Vetschau und Kolkwitz fanden Infoveranstaltungen zum Ausbaukorridor Lübbenau - Cottbus statt. Insgesamt gab es eine positive Resonanz.

Infoveranstaltungen in Vetschau und Kolkwitz

In Vetschau und Kolkwitz fanden Infoveranstaltungen zum Ausbaukorridor Lübbenau - Cottbus statt. Insgesamt gab es eine positive Resonanz.

Beim i2030-Teilprojekt zweigleisiger Ausbau zwischen Lübbenau und Cottbus starten dieses Jahr die Bauarbeiten zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2026. 

Zu der Baumaßnahme, den laufenden Vorbereitung und den Schienenersatzverkehren während der Vollsperrung auf der Strecke informierte die DB InfraGO AG.

Die beiden Informationsveranstaltungen stießen auf großes Interesse. Rund 70 Bürgerinnen und Bürger informierten sich am 16. Juni in Vetschau  2026, in Kolkwitz am 24. Juni 2026 folgten etwa 140 Gäste der Einladung. 

Als Referenten standen Peter Nußbaum, Projektleiter der DB InfraGO, Carsten Pröber, Baulärmverantwortlicher der DB Engineering & Consulting, Hagen Byhain, Projektleiter der ausführenden Arbeitsgemeinschaft (ARGE), sowie der Stakeholdermanager der DB InfraGO Rede und Antwort. Hier können Sie die gezeigte Präsentation einsehen. 

Im Mittelpunkt der Diskussion standen Fragen zum Ersatzverkehr, Bahnübergangssperrungen, Schrankenschließzeiten sowie zu den Auswirkungen der Bauarbeiten auf die Anwohnerinnen und Anwohner vor Ort.

Baustart für Siemensbahn rückt näher

Start der Sanierungsarbeiten am Stahlviadukt beim i2030-Projekt Siemensbahn, Foto VBB GmbH, Stapf

Baustart für Siemensbahn rückt näher: Sanierung des Stahlviadukts startet

29. Juni 2026

Die Reaktivierung der Siemensbahn nimmt Formen an. Am Montag begannen erste Arbeiten. Dabei geht es zunächst um die Sanierung des
Stahlviadukts. Das symbolische Startsignal hierfür gaben am Vormittag DB-Konzernbevollmächtigter Alexander Kaczmarek, Verkehrssenatorin Ute Bonde, VBB-Chef Christoph Heuing und Spandaus Bezirksstadtrat Thorsten Schatz.

Die ersten Arbeiten laufen auf einem Testfeld, an dem zentrale Verfahren für die Instandsetzung des Stahlviadukts untersucht werden. Das denkmalgeschützte Viadukt stammt aus dem Jahr 1928 und besteht aus insgesamt 71 Einzelbauwerken.

Nach jahrzehntelanger Stilllegung gibt es umfangreiche Schäden. Dazu zählen Verformungen, Korrosionsschäden, beschädigte Lager sowie Defizite bei Entwässerung und Tragwerk. Die gesammelten Erkenntnisse im Testfeld sind Grundlage für den anschließenden Bauablauf des Gesamtprojekts.
Im Zuge der Ertüchtigung des Stahlviadukts bleibt ein Großteil der historischen Substanz erhalten und wird denkmalgerecht instandgesetzt. Die bestehenden Unterbauten werden weitgehend weitergenutzt. Gleichzeitig wird die Strecke für einen modernen Bahnbetrieb hergerichtet – mit zwei Gleisen und zeitgemäßer technischer Ausstattung.

Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbevollmächtigter: „Nun geht es los. Mit der Siemensbahn binden wir Siemensstadt und Spandau direkt an den Berliner S-Bahnring an. Das schafft nachhaltige Mobilität. Das heutige Startsignal zeigt, dass wir die Reaktivierung der rund 4,5-Kilometer langen Strecke engagiert vorantreiben.“

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Die Siemensbahn kehrt zurück – und mit ihr eine direkte  Schienenverbindung für ein Stadtquartier, das Arbeiten, Forschen und Wohnen neu zusammendenkt. Das denkmalgeschützte Viadukt wird sorgfältig saniert und gleichzeitig für einen modernen Bahnbetrieb hergerichtet. Was heute hier beginnt, ist der erste sichtbare Schritt zu einer der bedeutendsten Streckenreaktivierungen der Stadt seit Jahrzehnten.”

Christoph Heuing, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg: „Städtebau und ÖPNV-Ausbau greifen an diesem Ort vorbildlich ineinander. Während nebenan der neue Wohn- und Innovationsstandort Siemensstadt Square entsteht, startet hier am Viadukt ein neuer Meilenstein im Projekt i2030 für die Reaktivierung der Siemensbahn. Perfekt für die Menschen, die dann eine S-Bahnanbindung im 10-Minuten-Takt u.a. zur Ringbahn und zum Hauptbahnhof bekommen.”

Thorsten Schatz, Bezirksstadtrat Spandau, Abteilung Bauen, Planen, Umwelt-und Naturschutz: „Die Reaktivierung der Siemensbahn ist ein Glücksfall für Spandau. Sie verbessert die Mobilität, stärkt den Zukunftsstandort Siemensstadt und bringt eine traditionsreiche Strecke zurück ins Berliner S-Bahn-Netz. Mit dem heutigen Baustart wird sichtbar: Die Siemensbahn kommt zurück. Darauf haben viele Menschen in unserem Bezirk lange gewartet.“

Die Reaktivierung der Siemensbahn bewegt auch die Schülerinnen und Schüler im Bezirk. So gibt es am Dienstag, 30. Juni, an der Spandauer Robert-Reinick-Grundschule einen Projekttag zur Siemensbahn. Die Schüler treffen sich dazu am Vormittag an der Eisenbahnüberführung am Rohrdamm 82. Anschließend begeben sich die Kinder auf eine Zeitreise an einem scheinbar verlorenen Ort. Sie schauen sich um und halten fotografisch fest, was sie sehen. Vor langer Zeit kamen und gingen hier Menschen. Sie stiegen ein, sie fuhren ab, sie kamen an und gingen nach Hause. Wie sahen sie aus? Wo gingen sie hin? Wer waren sie? Das soll an diesem Tag erarbeitet werden.

S-Bahn ins Falkenhagener Feld: Baugrunderkundungen im Spektepark

Baugrunduntersuchungen im Spektepark, Durchführung der Bohrung, Foto: HVLE

S-Bahn ins Falkenhagener Feld: Baugrunderkundungen im Spektepark

Baugrunduntersuchungen im Spektepark, Durchführung der Bohrung, Foto: HVLE
Baugrunduntersuchungen im Spektepark, Durchführung der Bohrung, Foto: HVLE

Die Planungen für das i2030-Teilprojekt „S-Bahn ins Falkenhagener Feld“ haben im Jahr 2023 begonnen und schreiten mit großen Schritten voran. Dabei soll die bestehende Strecke der „Bötzowbahn“ für die Befahrung mit Zügen der S-Bahn Berlin ertüchtigt und ausgebaut werden. Seit 2025 befindet sich das Projekt in der Vorplanung.  In dieser Stufe werden verschiedene Projektvarianten entwickelt und bewertet. Auch eine Kostenschätzung ist Teil der Vorplanung, um anschließend Entscheidungen über den weiteren Verlauf des Projekts treffen zu können.

Die Bötzowbahn verläuft im Falkenhagener Feld zwischen der Falkenseer Chaussee und der Seegefelder Straße durch den Spektepark. Auch in diesem Bereich sollen neben dem heutigen Zugverkehr zukünftig die Züge der S-Bahn die Bötzowbahn nutzen. Der Spektepark bleibt dabei als wichtiges Spandauer Naherholungsgebiet erhalten.

Südlich des Bahnübergangs für Fußgänger und Radfahrer im Spektepark verläuft die Strecke auf einem Bahndamm. Er liegt in einer ehemaligen Niederungslandschaft, in der sich im Untergrund Moor- oder Weichschichten befinden. Daher kann es langfristig zu einem Absacken der Gleise bei der starken Befahrung von Zügen kommen. Um dieses Risiko zu berücksichtigen und geeignete Bauverfahren zu ermitteln, fanden umfangreiche Erkundungen des Baugrunds in diesem Bereich statt. Die Anforderungen des Umwelt- und Trinkwasserschutzes wurden ebenfalls berücksichtigt.

Ende April 2026 führte das Ingenieurbüro GEPRO aus Dresden daher an dem Bahndamm an verschiedenen Stellen Baugrundaufschlüsse durch. Dabei wurden zum einen gezielte Bohrungen von bis zu zehn Metern Tiefe zur Entnahme von Bodenproben und zum anderen Analysen zur Ermittlung der Festigkeit der Bodenschichten durchgeführt. Die entnommenen Bodenproben wurden anschließend in einem Labor analysiert, um unter anderem Informationen über den Wassergehalt, die Bodenart, die Tragfähigkeit und organische Bestandteile (z. B. Pflanzenbestandteile) zu erhalten.

Baugrunduntersuchungen im Spektepark, Entnommene Bodenproben, Foto: HVLE
Baugrunduntersuchungen im Spektepark, Entnommene Bodenproben, Foto: HVLE

Die Untersuchungen bestätigten die anfängliche Vermutung. Der Bahndamm verläuft auf einer Fläche, die in der letzten Eiszeit ein Moor war. In diesem Bereich ist der Boden sehr weich, wasserreich und somit ohne die für den S-Bahn-Ausbau notwendigen Maßnahmen nur wenig tragfähig. Zusätzlich verursacht der aufgrund von Trinkwassergewinnung abgesenkte Grundwasserspiegel, dass der Boden zunehmend an Volumen verliert und ein Absacken der Strecke immer wahrscheinlicher wird.

Auf Basis dieser Ergebnisse wird nun die weitere Planung für die Ertüchtigung des Bahndamms vorbereitet. Vorgesehen ist, die vorhandenen weichen Moor- und Torfschichten im Untergrund des betroffenen Bereichs auszutauschen und durch tragfähiges Material zu ersetzen. Dabei sollen besonders umweltverträgliche Bauweisen und Materialien zum Einsatz kommen, um die hohen Anforderung an Schutz von Boden und Grundwasser in dem Trinkwasserschutzgebiet zu erfüllen. Ziel ist es, den Bahndamm langfristig zu stabilisieren und gleichzeitig einen verträglichen Umgang mit den sensiblen Umweltbedingungen vor Ort sicherzustellen. Das gilt nicht nur für den möglichen S-Bahnausbau, sondern allgemein für die zukünftige Sicherung der Strecke der Bötzowbahn.

i2030-Informationsveranstaltungen in Vetschau/Spreewald und Kolkwitz im Juni 2026

Informationsveranstaltung „i2030-Korridor: Prignitz-Express / Velten“

i2030-Informationsveranstaltungen in Vetschau/Spreewald und Kolkwitz im Juni 2026

Informationsveranstaltung „i2030-Korridor: Prignitz-Express / Velten“

Die 1867 in Betrieb genommene „Görlitzer Bahn“ (Berlin – Görlitz) ist seit 1945 auf dem Teilstück Lübbenau – Cottbus eingleisig. Es ist vorgesehen, bis Ende 2027 ein zweites elektrifiziertes Gleis zu bauen.

Vor Beginn der Hauptarbeiten ab Ende 2026 möchten wir Sie im Juni 2026 in Vetschau/Spreewald (mit Fokus auf den Abschnitt Lübbenau – Vetschau/Spreewald) und in Kolkwitz (mit Fokus auf den Abschnitt Vetschau/Spreewald – Cottbus) über den Stand der Planungen und den Ablauf der Bauarbeiten informieren.

Die erste Informationsveranstaltung führen wir am Dienstag, 16. Juni 2026, von 17 bis 19 Uhr im Bürgerhaus Vetschau (August-Bebel-Straße 9, 03226 Vetschau/Spreewald) durch.

Die zweite Veranstaltung folgt am Mittwoch, 24. Juni 2026, von 17 bis 19 Uhr in der Aula im Kolkwitz-Center (Karl-Liebknecht-Straße 8, 03099 Kolkwitz).

i2030-Informationsveranstaltungen in Vetschau/Spreewald und Kolkwitz im Juni 2026

Informationsveranstaltung „i2030-Korridor: Prignitz-Express / Velten“

i2030-Informationsveranstaltungen in Vetschau/Spreewald und Kolkwitz im Juni 2026

Informationsveranstaltung „i2030-Korridor: Prignitz-Express / Velten“

Die 1867 in Betrieb genommene „Görlitzer Bahn“ (Berlin – Görlitz) ist seit 1945 auf dem Teilstück Lübbenau – Cottbus eingleisig. Es ist vorgesehen, bis Ende 2027 ein zweites elektrifiziertes Gleis zu bauen.

Vor Beginn der Hauptarbeiten ab Ende 2026 möchten wir Sie im Juni 2026 in Vetschau/Spreewald (mit Fokus auf den Abschnitt Lübbenau – Vetschau/Spreewald) und in Kolkwitz (mit Fokus auf den Abschnitt Vetschau/Spreewald – Cottbus) über den Stand der Planungen und den Ablauf der Bauarbeiten informieren.

Die erste Informationsveranstaltung führen wir am Dienstag, 16. Juni 2026, von 17 bis 19 Uhr im Bürgerhaus Vetschau (August-Bebel-Straße 9, 03226 Vetschau/Spreewald) durch.

Die zweite Veranstaltung folgt am Mittwoch, 24. Juni 2026, von 17 bis 19 Uhr in der Aula im Kolkwitz-Center (Karl-Liebknecht-Straße 8, 03099 Kolkwitz).

Mehr Kapazität für den RE1 – ODEG stellt neuen Desiro HC 8-Teiler vor

v.l.n.r.: Lars Gehrke, Geschäftsführer der ODEG; Christoph Heuing, Geschäftsführer des VBB; Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin; Robert Crumbach, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg; Stefan Neubert, Geschäftsführer der ODEG; Evelyn Gollasch, DB InfraGO AG / i2030, Foto: ODEG

Mehr Kapazität für den RE1 – ODEG stellt neuen Desiro HC 8-Teiler vor

20. Mai 2026

Längere Züge und ausgebaute Bahnsteige erhöhen die Leistungsfähigkeit des Regionalverkehrs in der Hauptstadtregion.

Die ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH hat heute gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Aufgabenträgern und Partnern die nächste Entwicklungsstufe im Netz Elbe-Spree vorgestellt: den neuen Desiro HC 8-Teiler für die Linie RE1. Im Rahmen einer Sonderfahrt ab Potsdam Hauptbahnhof nach Brandenburg an der Havel und zurück konnten geladene Gäste sowie Medienvertreterinnen und Medienvertreter das neue Kapazitätskonzept erstmals erleben.

Zwei 4-teilige Desiro HC fahren künftig in Doppeltraktion als rund 210 Meter langer 8-Teiler und schaffen damit deutlich mehr Platz für die Fahrgäste zwischen Brandenburg an der Havel, Berlin und Frankfurt (Oder). Der neue Zugverband verfügt über rund 800 Sitzplätze und bietet damit über 30 Prozent mehr Kapazität auf einer der wichtigsten Regionalexpress-Linien Deutschlands. Künftig können somit in den Hauptverkehrszeiten zwei von drei stündlichen Fahrten des RE1 mit den kapazitätsstarken Zügen ausgestattet werden.

Die Kapazitätserweiterung erfolgt im Rahmen des Verkehrsvertrags „Netz Elbe-Spree“. Dafür werden bestehende 6-teilige Desiro-HC-Fahrzeuge zu 4-teiligen Einheiten umgebaut, die anschließend in Doppeltraktion verkehren können. Insgesamt entstehen aus sieben 6-Teilern künftig 14 vierteilige Fahrzeuge. Gleichzeitig zeigt das Projekt das enge Zusammenspiel aus Verkehrsvertrag, moderner Fahrzeugtechnik, Betrieb und Infrastruktur-Ausbau.

Mit an Bord waren unter anderem Robert Crumbach, seit März amtierender Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin, sowie Christoph Heuing, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg. ODEG-Geschäftsführer Lars Gehrke steuerte den Sonderzug persönlich. Gemeinsam mit den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem VBB zeigte die ODEG, wie moderne Fahrzeuge und leistungsfähige Infrastruktur zusammenwirken, um den Regionalverkehr in der Hauptstadtregion weiter zu stärken.

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin: „Für viele Berlinerinnen und Berliner sowie Pendlerinnen und Pendler aus Brandenburg ist der RE1 ein fester Bestandteil des Alltags. Mehr Platz und Komfort machen den öffentlichen Verkehr attraktiver. Der 8-Teiler ist deshalb ein Gewinn für die Fahrgäste und ein starkes Signal für klimafreundliche Mobilität in der Hauptstadtregion.“

Robert Crumbach, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg: „Der RE1 ist eine der wichtigsten Bahnlinien in Brandenburg und die zentrale Ost-West-Verbindung durch die Hauptstadtregion. Die steigende Nachfrage auch auf dem RE1 zeigt, wie stark die Hauptstadtregion weiterhin wächst. Mit längeren Zügen mit rund 800 Sitzplätzen schaffen wir mehr Kapazität auf der meistgenutzten Linie im Land, flankiert durch die Infrastrukturmaßnahmen an den Verkehrsstationen im Rahmen von i2030. Die erheblichen Investitionen in die Kapazitätserhöhung des RE1 sind ein wichtiger Baustein für einen leistungsfähigeren Regionalverkehr.“

Christoph Heuing, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB): „Die Entwicklung auf dem RE1 zeigt, wie wichtig zusätzliche Kapazitäten und abgestimmte Planung im Regionalverkehr sind. Mit dem Desiro HC 8-Teiler reagieren Länder, ODEG und VBB gemeinsam auf die stark wachsende Nachfrage, kombiniert mit den Bahnsteigverlängerungen im Projekt i2030. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Fahrzeugkonzept, Infrastruktur und Betrieb – damit mehr Leistung zuverlässig bei den Fahrgästen ankommt.“

4+4 = Mehr Platz

Der RE1 zählt zu den zentralen Regionalexpress-Verbindungen in Berlin und Brandenburg. Die Nachfrage auf der Linie ist hoch – entsprechend groß ist der Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten. Mit dem neuen Desiro HC 8-Teiler wird genau darauf reagiert: Zwei 4-teilige Fahrzeuge werden zu einem längeren Zugverband kombiniert und bieten dadurch rund 800 Sitzplätze.

„Die Nachfrage auf dem RE1 wächst – und wir als ODEG wachsen mit“, sagt Lars Gehrke, Geschäftsführer der ODEG. „Mit den vielen Doppeltraktionen als 8-Teiler und dem hohen Takt, haben wir betrieblich und instandhaltungstechnisch große Herausforderungen zu meistern. Aber genau das ist unser Anspruch: zuverlässig mehr Kapazität auf die Schiene zu bringen. Ich fahre die modernen Triebfahrzeuge auch, kenne also die spitzen Fahrzeuge nicht nur vom Schreibtisch, sondern auch aus dem Führerstand.“

Für die Fahrgäste bedeutet das vor allem mehr Raum, mehr Komfort und bessere Voraussetzungen für eine entspannte Fahrt im Berufs-, Freizeit- und Ausflugsverkehr. Die Sonderfahrt von Potsdam Hauptbahnhof nach Brandenburg an der Havel und zurück machte erlebbar, welche Rolle längere Züge künftig auf dem RE1 spielen können. Während der Fahrt informierten ODEG, VBB und die beteiligten Partner über das Fahrzeug, die Kapazitätserweiterung und den weiteren Ausbau im Netz Elbe-Spree. In der 1. Klasse fanden Pressestatements, Hintergrundgespräche sowie der Austausch mit Politik, VBB und ODEG statt.

Moderne Fahrzeuge brauchen passende Infrastruktur

Damit die künftig bis zu 210 Meter langen Züge zwischen Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) eingesetzt werden können, werden im Rahmen des Infrastrukturprojekts i2030 die Bahnsteige an mehreren Stationen verlängert. Dazu zählen unter anderem Götz, Groß Kreutz, Potsdam Park Sanssouci, Hangelsberg, Berkenbrück, Briesen (Mark), Jacobsdorf (Mark), Pillgram und Ziltendorf.

Die heutige Fahrt zeigte damit auch: Mehr Kapazität auf der Schiene entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch das Zusammenwirken von Fahrzeugen, Infrastruktur, Betrieb und abgestimmter Planung.

Bereits seit Dezember 2025 ermöglicht ein Übergangsfahrplan den schrittweisen Einsatz der umgebauten Fahrzeuge. Seither werden unter anderem Potsdam Park Sanssouci und Potsdam Charlottenhof von den längeren Zügen bedient.

Die Umbauten der Fahrzeuge erfolgen bei Siemens Mobility im Prüf- und Validierungscenter Wegberg-Wildenrath. Der Umbau eines Fahrzeugs dauert rund vier Wochen. Der Abschluss des letzten Umbaus ist für August 2026 vorgesehen.

Der neue 8-Teiler steht damit sinnbildlich für die Weiterentwicklung des Regionalverkehrs in der Hauptstadtregion. Er schafft mehr Platz dort, wo die Nachfrage besonders hoch ist, und stärkt den Schienenverkehr als attraktive Alternative zum Auto. Für die ODEG ist die Vorstellung des neuen Zugverbands ein weiterer Schritt, um den wachsenden Mobilitätsbedürfnissen zwischen Brandenburg und Berlin gerecht zu werden.

„Der heutige Tag ist eine klare Weichenstellung“, so Stefan Neubert, Geschäftsführer der ODEG. „Mehr Kapazität, Komfort und Qualität im Regionalverkehr sind entscheidend, damit noch mehr Menschen auf die Schiene umsteigen. Das ‚Mehr‘ bedeutet auch mehr Verantwortung – für unsere Fahrgäste und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dieser Verantwortung stellen wir uns: mit starkem Teamgeist, hoher Einsatzbereitschaft und dem klaren Anspruch, den Fahrgästen Tag für Tag ein verlässliches Angebot zu machen.“

Im Jahr 2025 nutzten rund 23,81 Millionen Fahrgäste den RE1. Nach Fertigstellung der Bahnsteigverlängerungen können auf der Linie perspektivisch jährlich rund 28,41 Millionen Fahrgäste befördert werden.

Die heutige Sonderfahrt wurde begleitet von Vertreter/-innen aus Politik, Verkehrsbranche und Eisenbahnwirtschaft, darunter:

    • Ute Bonde,
      Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin
    • Robert Crumbach,
      Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg
    • Christoph Heuing,
      Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB)
    • Lars Gehrke und Stefan Neubert,
      Geschäftsführer der ODEG

Weitere Informationen zum Projekt sowie ein Erklärfilm zum Umbau der Fahrzeuge finden Interessierte auf der Landingpage: 4+4=Mehr Platz: Website.

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