Schienenersatzverkehr auf der Hamburger Bahn wird angepasst

Schienenersatzverkehr Richtung Kyritz abfahrend vom Bahnhof Wustermark © VBB

Schienenersatzverkehr auf der Hamburger Bahn wird angepasst

10. Oktober 2025

Schienenersatzverkehr Richtung Kyritz abfahrend vom Bahnhof Wustermark © VBB
Schienenersatzverkehr Richtung Kyritz abfahrend vom Bahnhof Wustermark © VBB

Nach zwei Monaten Generalsanierung auf der Hamburger Bahn passen das Land Brandenburg und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg das Angebot im Ersatzverkehr an. Ziel ist es, zusätzliche Fahrmöglichkeiten im stark genutzten Bereich rund um Nauen und Falkensee bereitzustellen und sehr schwach nachgefragte Verbindungen zu reduzieren.

Der Schienenersatzverkehr hatte zuvor sowohl in den Sommerferien als auch nach Schuljahresbeginn die Mobilität in den betroffenen Landkreisen und Städten zuverlässig gesichert. Grundlage für die jetzt beschlossenen Änderungen sind die kontinuierlichen Nachfrageauswertungen des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg.

Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung in Brandenburg:
„Wir wollen, dass die Fahrgäste in dieser herausfordernden Zeit verlässlich ans Ziel kommen. Deshalb haben wir das Ersatzangebot genau analysiert und steuern jetzt nach: Wo Busse kaum genutzt werden, entfallen unnötige Fahrten. Gleichzeitig stellen wir sicher, dass genug Kapazitäten auf stark nachgefragten Strecken erhalten bleiben und erhöht werden.“

Christoph Heuing, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB):
„Die Anpassungen machen den Schienenersatzverkehr insgesamt effizienter und umweltfreundlicher. Indem wir die verfügbaren Kapazitäten bewusst und aktiv entsprechend der bestehenden Nachfrage anpassen, können wir die begrenzten Ressourcen genau dort einsetzen, wo sie am meisten gebraucht werden.“

Seit heute wird das Fahrplanangebot im Bereich der Orte Falkensee, Wustermark und Nauen ausgeweitet, so dass insgesamt drei stündliche Fahrten im Ersatzverkehr der Linie R stattfinden. Gemeinsam mit der in diesem Bereich unveränderten Linie X4 werden fünf Fahrten pro Stunde zwischen Nauen und Wustermark, einem der zentralen Umsteigepunkte zum Schienenverkehr, angeboten. Die zusätzlichen Fahrten der Linie R stellen in Wustermark einen Anschluss zur Linie RB21 in der Relation von Nauen nach Potsdam Hauptbahnhof und umgekehrt her. Zudem entstehen in Dallgow-Döberitz neue kurze Anschlussverbindungen in der Relation Berlin <> Falkensee. Die Fahrpläne sind in den Auskunftssystemen bereits abrufbar.

In Zusammenhang mit der äußerst schwachen Nachfrage werden die Fahrten der Linie X4 zwischen Kyritz und Quitzow bzw. Wittenberge ab diesem Datum lediglich mit einem statt bislang mit zwei Bussen bedient. Das Fahrplanangebot wird somit auf der Linie X4 im bisherigen Umfang beibehalten. Ab 1. November 2025 wird zudem die Linie P zwischen Ludwigslust und Quitzow eingestellt, da sie kaum genutzt wurde. Die besser nachgefragte Linie X9 fährt weiterhin zuverlässig und bietet in Ludwigslust einen direkten Anschluss an die Linie P von/nach Parchim. Gemeinsam mit der Linie X8 besteht zwischen Ludwigslust und Quitzow auch weiterhin ein halbstündliches Angebot.

Mit diesen Anpassungen steht den Fahrgästen ein noch besser auf ihren tatsächlichen Bedarf abgestimmtes Ersatzangebot zur Verfügung – ohne unnötige Leerfahrten und mit gesichertem Platz auf den wichtigen Linien. Das Land Brandenburg und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg werden den Schienenersatzverkehr weiterhin hinsichtlich der Verkehrsnachfrage und der Qualitätsmerkmale beobachten und – sofern nötig – erneut Anpassungen im Sinne der Fahrgäste vornehmen.

Hintergrund
Generalsanierung: Die vielbefahrene Strecke zwischen Hamburg und Berlin wird bis Ende April 2026 durch die DB InfraGO umfassend erneuert. Ziel sind mehr Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und moderne Bahnhöfe. Während der Streckensperrung sorgt ein eng getakteter Schienenersatzverkehr mit Bussen und ein angepasstes Zugangebot für Mobilität in den betroffenen Ländern, Landkreisen und Kommunen.

Dies ist auch eine Pressemitteilung des MIL und des VBB. Quellen:  https://mil.brandenburg.de/mil/de/presse/detail/~10-10-2025-sev-generalsanierung-hamburger-bahnhttps://unternehmen.vbb.de/presse/schienenersatzverkehr-auf-der-hamburger-bahn-wird-angepasst/

i2030-Informationsveranstaltung „Bahnsteigverlängerung der Station Ziltendorf“

RE1-Halt an der Verkehrsstation Ziltendorf, Foto: DB InfraGO AG

Informationsveranstaltung „Bahnsteigverlängerung der Station Ziltendorf“

Mittwoch, 08. Oktober 2025

Derzeitiger Zustand der Verkehrsstation Ziltendorf an der Eisenbahnstrecke zwischen Frankfurt(Oder) und Cottbus - der höhengleiche Zugang wird ersetzt und die Bahnsteige werden verlängert. Foto: DB InfraGO AG
Derzeitiger Zustand der Verkehrsstation Ziltendorf an der Eisenbahnstrecke zwischen Frankfurt(Oder) und Cottbus - der höhengleiche Zugang wird ersetzt und die Bahnsteige werden verlängert. Foto: DB InfraGO AG

Der RE1 wächst – die Bahnsteige wachsen mit.

Der Regionalexpresslinie RE1 ist die nachfragestärkste Linie im VBB-Land und die Ost-West-Verbin­dung durch die Hauptstadtregion. Züge dieser Linie verkehren zum Teil über Frank­furt (Oder) hinaus weiter von und nach Eisenhüttenstadt oder Cottbus.

Damit künftig längere Züge fahren und auch halten können, müssen die Bahnsteige in den kommenden Jahren an verschiedenen Stationen auf eine Nutzlänge von 220m verlängert werden. Dies ist auch für Ziltendorf vorgesehen. Gleichzeitig wird dabei der Zugang zur Station Ziltendorf verändert. Der höhengleiche Überweg über die Gleise wird beseitigt und der Zugang zur Station barrierefrei neu gestaltet.

In Abstimmung mit dem Amt Brieskow-Finkenheerd und der Gemeinde Ziltendorf fand die Infoveranstaltung im Bürgerhaus Ziltendorf am 8. Oktober 2025 statt.

Die gezeigte Präsentation steht hier als Download bereit. 

Alter Bahnübergang an der RE1 weicht neuer Brücke – Spatenstich für Umgestaltung der L 23 am Bahnhof Fangschleuse

Spatenstich für Umgestaltung der L 23 am Bahnhof Fangschleuse entlang der RE1, Foto: Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg

Alter Bahnübergang an RE1-Strecke weicht neuer Brücke – Spatenstich für Umgestaltung der L 23 am Bahnhof Fangschleuse

06. Oktober 2025

Der Auftakt ist gemacht: Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, setzte heute gemeinsam mit Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, und dem Bürgermeister der Gemeinde Grünheide (Mark), Arne Christiani, den Spatenstich für die Beseitigung des höhengleichen Bahnübergangs der Landesstraße L 23 am Bahnhof Fangschleuse. Um der verkehrlichen Entwicklung auf Straße und Schiene gerecht zu werden und damit verbundenen Schrankenschließzeiten entgegen zu wirken, wird über die Bahnstrecke Berlin – Frankfurt (Oder) eine Straßenüberführung mit integriertem Geh- und Radweg gebaut.

Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg: „Die Region wächst und somit auch die Anforderungen an die Infrastruktur im Land Brandenburg. Der alte Bahnhof Fangschleuse und der beschrankte Bahnübergang auf der L 23 haben ausgedient, leistungsfähigere Lösungen und Investitionen für mehr Flexibilität und Komfort für die Bürgerinnen und Bürger folgen. Ich bin stolz darauf, heute in diesem dynamischen und zukunftsweisenden Umfeld den nächsten großen Schritt für eine moderne Straßenplanung einzuleiten. Die neue, östlich gelegene Straßenüberführung der L 23 bietet uns auch eine neue Perspektive und ist ein Gewinn für alle Verkehrsteilnehmenden – unabhängig davon, ob wir mit der Bahn oder zu Fuß unterwegs sind, oder ob wir das Fahrrad oder das Auto nutzen.“ 

Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbevollmächtigter für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern: „Im Projekt Fangschleuse arbeiten alle Akteure unkompliziert und lösungsorientiert zusammen. Die Bauarbeiten für den Personen- und Güterbahnhof liegen im Zeitplan.“ 

Arne Christiani Bürgermeister der Gemeinde Grünheide (Mark): „Im Zuge des Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur für den Industriestandort Freienbrink, ist der heutige Spatenstich von großer Bedeutung für Grünheide (Mark). Der gestiegene Verkehr soll über eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur verträglich für die Gemeinde und ihre Bewohner abgewickelt werden. Die mit dem Brückenbau einhergehende barrierefreie Überquerung der Gleisanlagen ist auch von Vorteil für die Feuerwehr und den Rettungsdienst.  Lange Schrankenschließzeiten spielen zukünftig keine Rolle mehr. Beeindruckend ist nach wie vor, in welcher Geschwindigkeit vom Land Brandenburg und der DB geplant und gebaut wird.“

Für das Projekt der Bahnübergangsbeseitigung auf der L 23 müssen viele Rädchen ineinandergreifen. Gestartet wird im Oktober 2025 mit dem Bau der Brücke sowie einer Stützwand. Sie schaffen die Grundlage für die Verlegung des neuen Straßenverlaufs. Die vier Gleise unter der Brücke, die im Rahmen des Bahnhofumbaus Fangschleuse vorgesehen sind, können dann sowohl vom motorisierten Verkehr als auch von allen, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind, bequem ohne Wartezeiten überquert werden.

Die begleitenden Straßenbauarbeiten sind ab Januar 2026 geplant. In dem Zuge wird die südliche Rampe der L 23 mit der neu zu errichtenden L 386, die als Netzergänzung zwischen der Autobahn A 10 und der L 23 verlaufen soll, verknüpft. Die DB InfraGo übernimmt die Gleis-, Oberleitungs- und Kabelarbeiten und wird den alten Bahnübergang ab Ende Juli 2026 zurückbauen. Sämtliche Arbeiten erfolgen unter Beachtung umweltfachlicher Maßgaben.

Gebaut wird der 735 Meter lange Gesamtabschnitt hauptsächlich während des laufenden Betriebs auf Straße und Schiene. Spezielle Arbeiten im Bahnbereich werden im Rahmen der Sperrzeiten der Bahnstrecke Berlin – Frankfurt (Oder) ausgeführt. Ab Ende Juli 2026 wird die L 23 dann bis zur Verkehrsfreigabe voll gesperrt. Grund ist der Rückbau des Bahnübergangs sowie die parallel dazu stattfindende Fertigstellung der neuen Straßenüberführung. In der Zeit wird der Verkehr umgeleitet. Der Landesbetrieb Straßenwesen wird darüber rechtzeitig informieren.

Die Verkehrsfreigabe für die Gesamtbaumaßnahme ist für Dezember 2026 geplant.

Für die Gesamtbaumaßnahme werden 11,3 Millionen Euro investiert. Davon betragen die Kosten für die geplante Straßenüberführung 2,8 Millionen Euro. Der Bund, das Land Brandenburg und die DB InfraGO beteiligen sich zu gleichen Teilen.

Großauftrag für den zweigleisigen Ausbau der Strecke Lübbenau–Cottbus vergeben

Die Baufirmen für den zweigleisigen Ausbau Lübbenau - Cottbus sind gefunden, Foto: DB InfraGO AG

Großauftrag für den zweigleisigen Ausbau der Strecke Lübbenau–Cottbus vergeben

30. September 2025

Mehr Bahn für die Lausitzregion: Die Deutsche Bahn hat nach europaweiter Ausschreibung eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) bestehend aus den Bauunternehmen:

    • JOHANN BUNTE Bauunternehmung SE & Co. KG
    • BUG Verkehrsbau SE
    • Schwalbe Metallbau GmbH
    • Eiffage
    • Rail Power Systems GmbH

mit zwei Paketen der Hauptbauleistung für den zweigleisigen Ausbau der Strecke Lübbenau–Cottbus beauftragt. Bis Herbst 2026 wird nun die Ausführungsplanung erarbeitet. Im Anschluss werden entlang des gesamten Abschnittes die notwendigen Baustellenflächen hergerichtet, bevor ab Ende 2026 die wesentlichen Bauarbeiten im Rahmen der einjährigen Sperrung der Strecke durchgeführt werden. Ab Ende 2027 sollen die Züge auf dem neuen zweiten Gleis rollen. Zuvor muss die Strecke für die umfangreichen Arbeiten ein Jahr gesperrt werden. Reisende werden zuvor rechtzeitig in bewährter Form über Ersatzangebote informiert.

Zusätzlich zum Bau des zweiten Gleises einschließlich Oberleitung und Signaltechnik werden auf der 29 Kilometer langen Strecke zwölf Bahnübergänge angepasst. Sechs Eisenbahnbrücken und 18 Durchlässe (beispielsweise für Bäche) müssen erweitert werden. Die Stationen Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz bekommen einen zweiten Bahnsteig.

Der Ausbau der Strecke ist ein weiterer Entwicklungsimpuls für die Region und unterstützt so den Strukturwandel in der Lausitz. Unter anderem ist ein stabiler Halbstundentakt zwischen Berlin und Cottbus möglich.

Das Bauvorhaben ist ein im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG) vom Bund gefördertes Projekt und Teil des Infrastruktur-Entwicklungsprogramms „i2030 – mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“. Das Projekt ist auch Teil des Deutschlandtaktes. 

Meilenstein für die Siemensbahn: Allianz-Partner für die Reaktivierung stehen fest

Das Partnerschaftsmodell Siemensbahn sichert die effiziente Zusammenarbeit für Planung und Bau bis zur Umsetzung 2029 ab, Foto: VBB, Stapf

Meilenstein für die Siemensbahn: Allianz-Partner für die Reaktivierung stehen fest

29. September 2025

Die Reaktivierung der Siemensbahn nimmt konkrete Formen an. Die Allianz für das Bauvorhaben steht fest. Die Deutsche Bahn hat die Vertragspartner bekanntgegeben. Für die fünf Vergabepakete konnte die DB neun Firmen gewinnen. Das Partnerschaftsmodell Schiene kommt mit der Siemensbahn in der Region Ost erstmals zum Einsatz.

Dieses Modell setzt auf integrierte Zusammenarbeit: Von Anfang an wirken alle Beteiligten in Planung und Umsetzung mit, um fachübergreifend Synergien zu schaffen, Qualität zu sichern und Termine sowie Kosten einzuhalten. Ziel ist eine effiziente und nachhaltige Wiederanbindung der Strecke zwischen Jungfernheide und Gartenfeld, die moderne und umweltbewusste Mobilität in der Hauptstadtregion stärkt.

An dem Projekt sind folgende Unternehmen beteiligt: OBERMEYER Gruppe und Schüßler Plan GmbH (Planung), PORR GmbH & Co. KGaA, KEMNA BAU GmbH und MCE GmbH (Konstruktiver Ingenieurbau – Neubau), Eiffage SEH Engineering GmbH, Eiffage STC GmbH und Leonhard Weiss GmbH und Co. KG (Konstruktiver Ingenieurbau – Instandsetzung) und die Sächsische Bau GmbH (Gleichrichterunterwerke und Verkehrsanlagen).

Die Reaktivierung der Siemensbahn ist Teil des Projekts „i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“. Die Finanzierung der Planungen für die Wiederinbetriebnahme wird vom Land Berlin getragen.

Zu den Hauptbaumaßnahmen im Projekt zählen:

    • Ausbau und Modernisierung von rund 4,5 Kilometern Bahnstrecke
    • Neubau und Instandsetzung historischer Brücken und Verkehrsbauwerke
    • Technische Modernisierung und Barrierefreiheit der Verkehrsstationen
    • Errichtung neuer Gleichrichterunterwerke
    • Umsetzung innovativer Lösungen zur Leit- und Sicherungstechnik

Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbevollmächtigter:„Mit dem Partnerschaftsmodell für die Siemensbahn läuten wir eine neue Ära bei der Zusammenarbeit und Umsetzung von Infrastrukturprojekten ein. Gemeinsam mit unseren Partnern bringen wir die Siemensbahn wieder ans Netz.“Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Klimaschutz und Umwelt:„Lassen Sie uns die Siemensbahn zu einem Vorbild machen – für nachhaltige Stadtentwicklung, für eine neue Baukultur der Zusammenarbeit und für einen öffentlichen Nahverkehr, der die Zukunftsfähigkeit Berlins sichert. Die Siemensbahn steht für ein Berlin, das aus seiner Geschichte Kraft schöpft, um Zukunft zu gestalten.“Christoph Heuing, Geschäftsführer Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg:„Das Partnerschaftsmodell Schiene kommt bei einem der am weitesten fortgeschrittenen i2030-Projekte, der Reaktivierung der Siemensbahn, zum Einsatz. Das neue Planungsmodell bringt wie das Gemeinschaftsprojekt i2030 frühzeitig alle Beteiligten an einen Tisch und beschleunigt somit die Umsetzung – damit die Siemensbahn ab 2029 wieder von der Ringbahn Richtung Siemensstadt Square fährt.“ Informationen zum Bauvorhaben:

Die als „Siemensbahn” bekannte 4,5 Kilometer lange S-Bahn-Strecke wurde bereits 1929 in Betrieb genommen. Dadurch wurde die Siemensstadt auf dem Schienenweg erschlossen. Seit 1980 fahren dort keine Züge mehr. Jetzt wird die Verbindung wiederbelebt, um neue Mobilitätsbedürfnisse zu erfüllen. Mit der Siemensbahn erhält die so genannte Siemensstadt Square eine direkte Anbindung an die Ringbahn. Das ermöglicht auch schnelle Anschlüsse zum Hauptbahnhof und zum Flughafen Berlin Brandenburg. Ergänzend wird die Station Westhafen erweitert. Zudem wird untersucht, ob eine Verlängerung der Trasse zur Erschließung weiterer neuer Wohngebiete westlich der Insel Gartenfeld möglich ist. Ab 2029 wird der Siemensstadt Square Campus mit der S-Bahn zu erreichen sein.

Weitere Informationen: siemensbahn.deutschebahn.com

i2030-Informationsveranstaltung „Verlängerung der Bahnsteige in Groß Kreutz und Götz“ am 23.09.2025

RE1-Infoveranstaltung in Groß Kreutz, Foto: DB InfraGO AG

Informationsveranstaltung „Verlängerung der Bahnsteige in Groß Kreutz und Götz“

vom 23. September 2025

RE1-Infoveranstaltung in Groß Kreutz, Foto: DB InfraGO AG
RE1-Infoveranstaltung in Groß Kreutz, Foto: DB InfraGO AG

Der RE1 wächst – die Bahnsteige wachsen mit.

Der Regionallinie RE1 ist die stärkste Linie im VBB-Land und die Ost-West-Verbin­dung durch die Hauptstadtregion. Damit auf dem RE1 längere Züge auf der Strecke fahren und auch halten können, müssen die Bahnsteige in den kommenden Jahren an verschiedenen Stationen auf eine Nutzlänge von 220 m verlängert werden.

Dies ist auch für Groß Kreutz und Götz vorgesehen. Am 23. September lud die DB InfraGO AG zum Informationsgespräch in die Gemeinde Groß Kreutz ein.

In Groß Kreutz wird mit den Bahnsteigverlängerungen gleichzeitig die Bahnsteighöhe von 55 auf 76 cm angehoben. Dies erleichtert den Fahrgastwechsel. Die Zuwegungen werden barrierefrei neu errichtet. Dabei werden Unterführung, Treppen,  und Blindenleitsysteme erneuert. Aufzüge werden an der Station ergänzt.

Die Baumaßnahmen sind terminlich auf den Sommer 2028 orientiert. In diesem Zeitraum ist eine Totalsperrung der Strecke erforderlich. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit der Verkehrsstation Götz.

Die Zugangsbereiche zu beiden Bahnsteigen erhalten eine Grunderneuerung und werden neu gestaltet, Grafik: DB InfraGO AG
Die Zugangsbereiche zu beiden Bahnsteigen erhalten eine Grunderneuerung und werden neu gestaltet, Grafik: DB InfraGO AG

Für den Umbau an der Verkehrsstation Götz werden zwei neue Bahnsteige östlich des Bahnübergangs mit einer Nutzlänge von 220 m errichtet. Der Zugang erfolgt barrierefrei über Rampen. Die vorhandenen Bahnsteige werden vollständig zurückgebaut. Der bestehende Bahnübergang bleibt erhalten. 

Alle Informationen sind in der gezeigten Präsentation, hier im Download, zusammengefasst. 

Weitere Rückfragen gerne unter Bauprojekte.Ost@deutschebahn.com

Die alten Bahnsteige in Götz werden zurückgebaut, die neuen Bahnsteige befinden sich auf der Ostseite der Straße, Grafik: DB InfraGO AG
Die alten Bahnsteige in Götz werden zurückgebaut, die neuen Bahnsteige befinden sich auf der Ostseite der Straße, Grafik: DB InfraGO AG

Feierliche Eröffnung: Fahrradparkhaus Eichwalde setzt neuen Standard für nachhaltige Mobilität

Beleuchteter VBB-RadPark in Eichwalde © Gemeinde Eichwalde

Feierliche Eröffnung: Fahrradparkhaus Eichwalde setzt neuen Standard für nachhaltige Mobilität

26. September 2025

Beleuchteter VBB-RadPark in Eichwalde © Gemeinde Eichwalde
Beleuchteter VBB-RadPark in Eichwalde © Gemeinde Eichwalde

Nach rund einem halben Jahr Bauzeit wurde heute das neue Fahrradparkhaus am S-Bahnhof Eichwalde feierlich eröffnet. Mit 340 komfortablen Stellplätzen – darunter Sammelschließanlagen, sicheren Abstellmöglichkeiten für Lastenräder und Kinderanhängern und modernen Doppelstockparkern – bietet die Anlage Pendlerinnen und Pendlern ab sofort einen attraktiven Service für den Alltag.

Das Fahrradparkhaus Eichwalde setzt in mehrfacher Hinsicht neue Maßstäbe: Es verbindet den modularen Ansatz und eine innovative Holzbauweise mit einem begrünten Dach und Photovoltaikmodulen. Die Anlage bietet vielseitige Abstellmöglichkeiten, von klassischen Fahrradständern bis hin zu einem speziellen Abteil für Lastenräder. Sicherheit und Komfort werden durch Videotechnik, einem digitalen Zugangssystem und einen hell und freundlich gestalteten Vorplatz gewährleistet. Das Zusammenspiel all dieser Faktoren macht den „RadPark“ zu einem Vorzeigeprojekt.

Das Vorhaben ist Teil des Pilotprojekts „Modulares Fahrradparken“ und wurde gemeinsam von Bund, Land, Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), infraVelo und der Gemeinde Eichwalde umgesetzt. Die Finanzierung erfolgte überwiegend aus dem Sonderprogramm „Stadt und Land“. Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) übernimmt bis zu 90 % der förderfähigen Gesamtkosten und stellt eine Fördersumme von insgesamt rund 1,8 Millionen Euro zur Verfügung. Darüberhinausgehende Kosten tragen die Gemeinde Eichwalde und ÖPNV-Invest des Landes Brandenburg.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sagte anlässlich der Eröffnung: „Fahrradparken ist ein zentraler Bestandteil moderner Mobilität. Sichere und wettergeschützte Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen machen vor allem das Kombinieren von Zug und Fahrrad auf dem täglichen Arbeitsweg einfach und bequem. Um die Mobilität deutschlandweit spürbar zu verbessern, braucht es schnell umsetzbare Lösungen. Das in Eichwalde erprobte serielle System ermöglicht es, Fahrradparken in der Fläche schnell auszubauen – zugleich kann die Anlage flexibel auf die individuellen Bedürfnisse in den Kommunen vor Ort zugeschnitten werden. Ich begrüße daher ausdrücklich, dass von dieser innovativen Lösung nicht nur die Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer Eichwaldes, sondern zeitnah auch viele Bürgerinnen und Bürger in zwölf weiteren Kommunen Brandenburgs profitieren werden.“

Zitat Dr. Ina Bartmann, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung in Brandenburg:
„Mit dem „VBB-RadPark“ in Eichwalde setzen wir neue Maßstäbe für nachhaltige Mobilität in Brandenburg. Die Kombination aus modularer Holzbauweise, begrüntem Dach, Photovoltaik und innovativen Serviceangeboten macht das Fahrradparkhaus zu einem echten Vorbild für künftige Projekte. Unser Ziel ist es, komfortable, sichere und klimafreundliche Radinfrastruktur im ganzen Land zu etablieren.“

Zitat Christoph Heuing, Geschäftsführer VBB:
„Eine gute Verknüpfung von Bus und Bahn mit dem Fahrrad ist mir eine echte Herzensangelegenheit. Die VBB-RadParks entstehen genau an dieser wichtigen Schnittstelle, im engen Schulterschluss zwischen Bund, Ländern und den Kommunen. Damit all das ineinandergreift, unterstützt die VBB-Vernetzungsstelle Bike & Ride die Projektpartner bei der Planung und Umsetzung, berät zu Fördermitteln und hält die Fäden in der Hand. Die Fahrradfahrenden in Eichwalde können ihr Rad jetzt wettergeschützt und sicher am Bahnhof abstellen und bequem umsteigen.“

Zitat Michael Fugel, Geschäftsführer infraVelo:
„Unsere selbst entwickelte App ParkYourBike ist ein wirklich innovatives Mobilitätsangebot: Sie ist der Schlüssel für alle öffentlichen, gesicherten Fahrradabstellanlagen in Berlin und immer mehr in Brandenburg. Mit Eichwalde haben wir den zweiten Standort in Brandenburg angebunden und fördern mit unserer digitalen Infrastruktur den Radverkehr in unserer Region. Und andersherum werden wir die neue Modulbauweise der Anlage Eichwalde in Berlin Mahlsdorf einsetzen.“

Zitat Jörg Jenoch, Bürgermeister von Eichwalde: 
„Eichwalde ist schon lange eine Pendler- und Radfahrergemeinde, deshalb war es vollkommen klar, dass wir uns um moderne Radabstellanlagen an einem jetzt attraktiven Bahnhof bemühen müssen. Dieses Pilotprojekt zeigt, wie die Verkehrsinfrastruktur auch modernisiert werden kann: die Bedürfnisse der Bürgerinnen aufgreifend und durch Bündelung schnell und kostengünstig. Besonders stolz macht uns, dass nun auch andere Kommunen von unserer Vorarbeit, unseren Erfahrungen und den entstehenden Synergieeffekten profitieren können. Solche Projekte sind aus unserer Sicht unerlässlich, um nachhaltige Veränderungen flächendeckend in die Kommunen zu bringen.“

Mit dem „VBB-RadPark“ in Eichwalde wurde ein wichtiger Schritt zur Verknüpfung von ÖPNV und Radverkehr gemacht – weitere Projekte im Land Brandenburg sind bereits im Bau und werden bis 2026 umgesetzt. 8 der 13 neuen modularen Fahrradparkhäuser in Brandenburg werden zusätzlich mit Mitteln des Landes Berlin mitfinanziert. Außerdem wird das Berliner Zugangssystem “ParkyourBike“, das extra auf die Anforderungen des Landes Brandenburg angepasst wurde, an allen Brandenburger Radmodulanlagen zum Einsatz kommen.

Beschreibung Fahrradparkhaus am S-Bahnhof Eichwalde

Es entsteht eine B+R Anlage, die aus insgesamt 12 Modulen besteht und Platz für insgesamt 340 B+R Stellplätze bietet.

In den Sammelschließanlagen:

    • 126 Stellplätzen (3 Module mit 42 Stellplätzen) in Doppelstockparker
    • 6 Abstellplätze für Lastenfahrräder an Bügeln (1 Modul)
    • Drehtür mit Zugangssicherung je Modul
    • 8 Schließfächer je Sammelschließanlagenmodul

In einem überdachten frei zugänglichen Teil der Anlage:

    • 176 Stellplätze in Doppelstockparker (7 Module)
    • 32 Stellplätze an Hoch-Tief-Reihenbügeln

Zur B+R-Anlage gehört außerdem folgende Ausstattung:

    • Dachkonstruktion besteht vorwiegend aus Holz mit einem Stahlanteil
    • Gründach mit Photovoltaik-Anlage (Fläche von 6 Modulen)
    • Infostelle auf dem Vorplatz
    • Fahrradreparatursäule
    • Informationswand mit Umgebungskarte
    • Videoüberwachung

Die Außenbereiche und der Vorplatz am Zugang zum Bahnhof erhalten:

    • Befestigte Flächen mit Betonsteinpflaster für Vorplatz und Zuwegungen
    • Begrünung und Bepflanzung der angrenzenden Flächen
    • Versickerungsbecken
    • Aufenthaltsbereiche mit Sitzbänken 

Dies ist auch eine Pressemitteilung des MIL. Quelle: https://mil.brandenburg.de/mil/de/presse/detail/~26-09-2025-radpark-eichwalde-eroeffnung

Alle Informationen und Hintergründe zur Vernetzungsstelle Bike and Ride beim VBB unter vbb.de/bikeandride.

Mehr und flexiblerer Bahnverkehr – Brücke über Nottekanal in Königs Wusterhausen wird breiter

Baustart am Nottekanal für Umbau der nördlichen Einfahrt am Bahnhof Königs Wusterhausen , Foto: VBB

Mehr und flexiblerer Bahnverkehr – Brücke über Nottekanal in Königs Wusterhausen wird breiter

22. September 2025

Komplexes Bauvorhaben in Königs Wusterhausen • für mehr Kapazität im Schienenverkehr • Bahnreisende profitieren ab 2027 von kürzeren Fahrzeiten

Der Schienenverkehr im Bahnhof Königs-Wusterhausen wird künftig flexibler. Die Länder Berlin und Brandenburg haben sich im gemeinsamen Infrastrukturprogramm i2030 zum Ausbau und zur Erweiterung der Schieneninfrastruktur unter anderem vorgenommen, einen Engpass dort zu beseitigen. Dazu muss die Eisenbahnbrücke über den Nottekanal verbreitert werden. Zunächst musste dafür ein Teilstück der Brücke abgesägt werden. Schwere Technik kommt auch zum Einsatz, um die Ufer zu befestigen. Die hier eingeplante Vibrationsramme bietet maximale Leistung bei minimaler Bodenerschütterung.  

Am Bahnhof Königs Wusterhausen steht bisher für den Regionalverkehr nur ein durchgehendes Gleis zur Verfügung. Daher müssen Regionalzüge bei Ein- und Ausfahrten im Bahnhof aufeinander warten. Für einen reibungslosen Betriebsablauf und kürzere Fahrzeiten soll sich dies ändern. Weitere Gleise und Weichen schaffen auch mehr Kapazität für den Güterverkehr.

Im nördlichen Bereich des Bahnhofs, dem so genannten Nordkopf, werden die Gleise so verlängert, dass aus Berlin kommende Züge auf Gleis 1 einfahren können. Zugleich werden Züge in Richtung Berlin über Gleis 3 ausfahren können. Dafür muss ein zusätzliches Gleis verlegt und die Eisenbahnbrücke über den Nottekanal um rund sieben Meter verbreitert werden. Zudem werden zwei neue Weichen eingebaut. Auch der Abriss des alten, schon länger nicht mehr genutzten Stellwerks ist geplant. Der Bund finanziert den Ausbau vom Nordkopf im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen (InvKG) mit rund 10,3 Mio. Euro.

Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbevollmächtigter: „Der Schienenverkehr rund um Königs-Wusterhausen wird flexibler und damit attraktiver. Das stärkt die Region, das stärkt die umweltfreundliche Schiene. Und wir zeigen mit dem Infrastrukturprogramm i2030 und dem InvKG, dass das Zusammenspiel zwischen DB, Land und Bund sehr gut funktioniert.“

Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr (BMV): „Es ist sehr erfreulich, dass nun auch im Bahnbereich die Projekte des 40 Milliarden schweren Investitionspakets vorankommen, mit dem die Bundesregierung die vom Strukturwandel am stärksten betroffenen Regionen unterstützt. Hier vor Königs-Wusterhausen beseitigen wir so ein echtes Nadelöhr und verbessern so die Anbindung an die Hauptstadt. Das schafft neue Perspektiven und Chancen für die Menschen und die Wirtschaft vor Ort.“

Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg (MIL): „Das Vorhaben im Bahnhof Königs Wusterhausen gehört zum Infrastrukturprogramm i2030, in dem das Schienennetz der Zukunft in Berlin und Brandenburg geplant wird. Die Verbreiterung der Bahnbrücke über den Nottekanal ist Voraussetzung dafür, dass ein Engpass in der Schieneninfrastruktur beseitigt wird, der bislang einen leistungsfähigeren Schienenverkehr ausgebremst hat.  Erst mit der Fertigstellung der Zweigleisigkeit am Nordkopf im Zusammenspiel mit der Inbetriebnahme des zweigleisigen Ausbaus des Abschnittes Lübbenau – Cottbus Ende 2027 kann die spürbare Verbesserung der Betriebsstabilität erfolgen. Und das sowohl für den Schienenpersonen- als auch den Schienengüterverkehr auf der Relation Berlin – Königs Wusterhausen – Cottbus / Senftenberg / Polen. Dies spiegelt die Bedeutung dieser Infrastrukturmaßnahme.“

Arne Herz Staatssekretär für Mobilität und Verkehr im Land Berlin (SenMVKU): „Mit dem Beginn der Bauarbeiten zur Erweiterung der Eisenbahnbrücke über den Nottekanal setzen wir ein starkes Zeichen: Wir investieren in eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur, die den steigenden Anforderungen gerecht wird und die Menschen in der Region besser verbindet. Diese Brücke ist mehr als ein Bauwerk. Sie ist ein Symbol für den Wandel, den wir gerade erleben: weg von Engpässen, hin zu mehr Kapazität und Verlässlichkeit auf der Schiene.“

Christoph Heuing, Geschäftsführer Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB): „Ich freue mich, dass ein weiteres i2030-Projekt mit gesicherter Bundesfinanzierung in die Umsetzung geht. Der Schienenknoten Königs Wusterhausen wird durch den stufenweisen Umbau für den Regionalverkehr und die S-Bahn stabiler. In der Folge heißt das: künftig sind mehr Züge und pünktliche Züge von und nach Berlin und zum Flughafen BER unterwegs. Für die Fahrgäste im Brandenburger Südosten werden die Verbindungen deutlich attraktiver.“

Weitere Informationen zum gesamten Projekt finden Sie hier: bauprojekte.deutschebahn.com/p/koenigs-wusterhausen

Begehung auf der Siemensbahn zum Tag der Schiene 2025

Begehung der Siemensbahn zum Tag der Schiene, die Bahn soll mit dem Projekt i2030 reaktiviert werden, Foto: VBB GmbH, Fülling

Begehung der historischen Siemensbahn zum Tag der Schiene 2025

19. September 2025, von Thomas Fülling

Bäume wachsen zwischen den Gleisen, Gebüsch umrankt die Stromschienen und Bauzäune versperren den Zugang zu den Bahnhofsgebäuden: Seit nunmehr 45 Jahren befindet sich die Siemensbahn im Berliner Nordwesten in einer Art Dornröschenschlaf. Doch das soll sich bald ändern. Die 4,5 Kilometer lange S-Bahn-Strecke wird reaktiviert. Im nächsten Jahr beginnen dafür die Bauarbeiten. Im Dezember 2029 und damit genau 100 Jahre nach der Eröffnung der Strecke soll dann erstmals wieder ein elektrischer S-Bahn-Zug zwischen den Stationen Jungfernheide in Charlottenburg und Gartenfeld in Spandau fahren. Das Vorhaben ist damit eines der am weitesten gediehenen Maßnahmen, die die Länder Berlin und Brandenburg im Projekt i2030 zum Ausbau und zur Erweiterung der Schieneninfrastruktur in der Region beschlossen haben.

Ende September hatten rund 100 Berliner die Möglichkeit, sich bei exklusiven Führungen zum bundesweiten Tag der Schiene vor Ort über den Projektstand zu informieren. Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollte es zu einer spannenden Zeitreise werden. Diese führte in die 1980er-Jahre, als die Strecke von der in der DDR angesiedelten Deutschen Reichsbahn faktisch über Nacht stillgelegt wurde. Im S-Bahnhof Siemensstadt etwa scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. An den Wänden im Eingangsbereich kleben noch immer Plakate, die für Reisen mit der Deutschen Bundesbahn werben. Auch die mit kleinen Fenstern und Durchreichen versehenen Schalter, wo einst Fahrkarten für die S-Bahn verkauft wurden, befinden sich – wenngleich durch Vandalismus arg ramponiert – noch im Originalzustand.

Dieser werde auch weitgehend erhalten bleiben, informierte Markus Hindahl bei dem Rundgang. Der 30-Jährige ist Verkehrsingenieur und gehört bei der Bahntochter DB InfraGO AG zu dem Team, das sich seit einiger Zeit um die Vorbereitung der Siemensbahn-Reaktivierung kümmert. „Das ist eine Herausforderung, denn die gesamte Strecke steht unter Denkmalschutz“, sagte er. Das bedeutet unter anderem, dass die verfallenen Bahnsteighäuschen nach historischen Vorgaben wieder aufgebaut und die Dachkonstruktionen im alten Stil erneuert werden. Auch die historisch belegte Farbgebung der Stahlkonstruktionen soll zurückkehren. „Anfangs hatten die Brücken und Viadukte eine blaue Farbe, später wurde diese mit grauem Rostschutz überstrichen“, so Hindahl. Wer genau hinschaut, kann an einigen Stellen der Viadukte das ursprüngliche Blau noch entdecken. Ganz ohne Veränderungen geht es jedoch nicht. Vor allem heute gültige Forderungen nach barrierefreier Zugänglichkeit von Verkehrsstationen sorgen dafür. So erhalten laut Hindahl alle drei Bahnhöfe an der Strecke einen Aufzug. Auch die Gestaltung der Treppenaufgänge werde an die aktuellen Vorschriften angepasst. Der Einbau von Fahrtreppen ist jedoch nicht vorgesehen.

Bei den Exkursionen erinnerten Hindahl und seine Kollegen vom Projektteam auch an die interessante Geschichte der Siemensbahn. Die in Jungfernheide von der Ringbahn abzweigende Strecke war am 18. Dezember 1929 nach nur knapp zweijähriger Bauzeit eröffnet worden. Planung, Finanzierung und Bau hatte der Siemens-Konzern übernommen, der den meist in anderen Teilen der Stadt wohnenden Arbeiterinnen und Arbeitern den Weg zu den damals stark prosperierenden Werken der Elektroindustrie erleichtern wollte. Die Akzeptanz war groß. Von den rund 90.000 Mitarbeitern, die Siemens zu dieser Zeit allein in Siemensstadt beschäftigte, sollen etwa 17.000 die im Fünf-Minuten-Takt verkehrende S-Bahn auf der Fahrt zu ihrem Arbeitsplatz genutzt haben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich das Bild allerdings grundlegend. Der Siemens-Konzern, dessen Zentrale bedingt durch die deutsche Teilung nach München abgewandert war, beschäftigte in der Siemensstadt immer weniger Mitarbeiter. Viele West-Berliner boykottierten zudem die S-Bahn, weil diese nach dem Willen der Alliierten, von der DDR-Regierung unterstellten Deutschen Reichsbahn betrieben wurde. Die Reichsbahn revanchierte sich, in dem sie nur noch das Allernötigste in Gleisanlagen und Bahnhöfe des im Westteil Berlins gelegenen Netzes investierte. Nach dem großen Streik West-Berliner Reichsbahner, die im September 1980 vergeblich für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen kämpften, stellte das Unternehmen den Verkehr auf einem Großteil der in den Westsektoren befindlichen Strecken ein. Auch die Siemensbahn gehörte dazu.

Ende 2026, also gut 45 Jahre später, sollen die Arbeiten zur Reaktivierung der Siemensbahn real beginnen. Der große Vorteil für die Planer: Die Strecke war nach 1980 nie entwidmet, also verkehrsrechtlich nicht aufgegeben worden. Daher gilt Bestandsschutz, zeitaufwendige Planfeststellungsverfahren, wie sie für Neubauten notwendig sind, können entfallen. Mit einigen Ausnahmen: So muss die Einfädelung der Siemensbahn in den S-Bahn-Ring neu gestaltet werden. An den Bahnhöfen Jungfernheide und Westhafen soll dafür ein separates Gleis mit Bahnsteig geschaffen werden. Der überwiegend in Dammlage verlaufende Streckenabschnitt von Jungfernheide über die Spree bis ans Spandauer Ufer wird laut DB InfraGO AG komplett neu geplant. Notwendig sind unter anderem die Erneuerung der Eisenbahnbrücke über den Tegeler Weg und der unteren Spreebrücke. Auch für die geplante neue Zug-Abstellanlage hinter dem S-Bahnhof Gartenfeld ist ein Planfeststellungsverfahren notwendig. „Die neuen S-Bahn-Züge mit ihren Klimaanlagen und neuen Warngeräuschen an den Türen erzeugen einen anderen Lärmpegel. Die Anlage wird daher eine Überdachung bekommen“, so Markus Hindahl vom Projektteam der Siemensbahn. Da im Bestand gebaut wird, kann auf hohe Lärmschutzwände entlang der Strecke verzichtet werden. Dennoch werden mehrere innovative technische Maßnahmen eingesetzt, um nach der Inbetriebnahme der Strecke die Lärmbelastung der Anwohner möglichst gering zu halten. Geplant sind etwa Unterschottermatten unter den Gleisen sowie Schienenschmieranlagen, die die metallischen Schleifgeräusche der Zugräder in den oft engen Kurven verringern sollen und die Erschütterungen erheblich dämpfen werden. Zudem erzeugen die S-Bahnzüge der neuesten Generation erheblich weniger Schallemissionen als die Züge aus den 1970ern.

Mit der Wieder-Inbetriebnahme der Siemensbahn will das Land Berlin vor allem die neu geplanten Wohn- und Gewerbegebiete besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschließen. 2018 hatte der Siemens-Konzern seine Entscheidung verkündet, seinen alten Berliner Standort zu einem Stadtquartier der Zukunft zu entwickeln. Bis 2035 entstehen in Siemensstadt dafür nicht nur zahlreiche Stätten für innovative Arbeit und Forschung, sondern auch tausende neue Wohnungen. 35.000 Menschen sollen einmal hier leben und arbeiten.

Geplante Schienenstrecken schon heute per Rad oder zu Fuß erkunden

i2030: Geplante Schienenstrecken in Berlin und Brandenburg schon heute per Rad oder zu Fuß erkunden

Ausflüge

unsere i2030-Touren

Geplante Schienenstrecken in Berlin & Brandenburg schon heute erkunden

Das Projekt i2030 steht für den kommenden Schienenausbau in Berlin und Brandenburg. Die Planungen laufen. Bis zur Umsetzung wird es auf manchen Strecken aber noch eine Zeit dauern. Wir berichten fortlaufend von den Fortschritten – aber warum sich nicht einfach selbst ein Bild vor Ort machen? Nutzen Sie die Möglichkeit und erkunden Sie unsere Strecken schon heute per Rad oder zu Fuß.

In Kooperation mit der der Routenapp Komoot haben wir Rad- und Wanderstrecken mit Bezug zum Projekt i2030 zusammengestellt. Auf 15 Routen können Sie entlang der geplanten Strecken auf Entdeckungstour gehen. Wesentliche Wegmarken halten Detailinfos und Hintergründe zu den Projekten bereit.

So erfahren Sie mehr von Bahnstrecken, die vor der Reaktivierung stehen oder bestehenden Linien, die verlängert oder ausgebaut werden sollen. Bahnhöfe, die heute im Lost-Places-Charme daherkommen, sollen mit i2030 neu belebt werden. Und wo heute Feldwege und Brachen liegen, könnten durch den geplanten Schienenausbau anliegende Wohn- und Gewerbegebiete mit der Bahn erschlossen werden.    

Also raus in die Natur und viel Spaß beim Erkunden der Projekte von „i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“.

Karten unserer Wander- und Fahrradkollektionen

Übersicht aller Wander- und Fahrradtouren

Hier alle Routen entdecken: