Baustart für Siemensbahn rückt näher

Start der Sanierungsarbeiten am Stahlviadukt beim i2030-Projekt Siemensbahn, Foto VBB GmbH, Stapf

Baustart für Siemensbahn rückt näher: Sanierung des Stahlviadukts startet

29. Juni 2026

Die Reaktivierung der Siemensbahn nimmt Formen an. Am Montag begannen erste Arbeiten. Dabei geht es zunächst um die Sanierung des
Stahlviadukts. Das symbolische Startsignal hierfür gaben am Vormittag DB-Konzernbevollmächtigter Alexander Kaczmarek, Verkehrssenatorin Ute Bonde, VBB-Chef Christoph Heuing und Spandaus Bezirksstadtrat Thorsten Schatz.

Die ersten Arbeiten laufen auf einem Testfeld, an dem zentrale Verfahren für die Instandsetzung des Stahlviadukts untersucht werden. Das denkmalgeschützte Viadukt stammt aus dem Jahr 1928 und besteht aus insgesamt 71 Einzelbauwerken.

Nach jahrzehntelanger Stilllegung gibt es umfangreiche Schäden. Dazu zählen Verformungen, Korrosionsschäden, beschädigte Lager sowie Defizite bei Entwässerung und Tragwerk. Die gesammelten Erkenntnisse im Testfeld sind Grundlage für den anschließenden Bauablauf des Gesamtprojekts.
Im Zuge der Ertüchtigung des Stahlviadukts bleibt ein Großteil der historischen Substanz erhalten und wird denkmalgerecht instandgesetzt. Die bestehenden Unterbauten werden weitgehend weitergenutzt. Gleichzeitig wird die Strecke für einen modernen Bahnbetrieb hergerichtet – mit zwei Gleisen und zeitgemäßer technischer Ausstattung.

Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbevollmächtigter: „Nun geht es los. Mit der Siemensbahn binden wir Siemensstadt und Spandau direkt an den Berliner S-Bahnring an. Das schafft nachhaltige Mobilität. Das heutige Startsignal zeigt, dass wir die Reaktivierung der rund 4,5-Kilometer langen Strecke engagiert vorantreiben.“

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Die Siemensbahn kehrt zurück – und mit ihr eine direkte  Schienenverbindung für ein Stadtquartier, das Arbeiten, Forschen und Wohnen neu zusammendenkt. Das denkmalgeschützte Viadukt wird sorgfältig saniert und gleichzeitig für einen modernen Bahnbetrieb hergerichtet. Was heute hier beginnt, ist der erste sichtbare Schritt zu einer der bedeutendsten Streckenreaktivierungen der Stadt seit Jahrzehnten.”

Christoph Heuing, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg: „Städtebau und ÖPNV-Ausbau greifen an diesem Ort vorbildlich ineinander. Während nebenan der neue Wohn- und Innovationsstandort Siemensstadt Square entsteht, startet hier am Viadukt ein neuer Meilenstein im Projekt i2030 für die Reaktivierung der Siemensbahn. Perfekt für die Menschen, die dann eine S-Bahnanbindung im 10-Minuten-Takt u.a. zur Ringbahn und zum Hauptbahnhof bekommen.”

Thorsten Schatz, Bezirksstadtrat Spandau, Abteilung Bauen, Planen, Umwelt-und Naturschutz: „Die Reaktivierung der Siemensbahn ist ein Glücksfall für Spandau. Sie verbessert die Mobilität, stärkt den Zukunftsstandort Siemensstadt und bringt eine traditionsreiche Strecke zurück ins Berliner S-Bahn-Netz. Mit dem heutigen Baustart wird sichtbar: Die Siemensbahn kommt zurück. Darauf haben viele Menschen in unserem Bezirk lange gewartet.“

Die Reaktivierung der Siemensbahn bewegt auch die Schülerinnen und Schüler im Bezirk. So gibt es am Dienstag, 30. Juni, an der Spandauer Robert-Reinick-Grundschule einen Projekttag zur Siemensbahn. Die Schüler treffen sich dazu am Vormittag an der Eisenbahnüberführung am Rohrdamm 82. Anschließend begeben sich die Kinder auf eine Zeitreise an einem scheinbar verlorenen Ort. Sie schauen sich um und halten fotografisch fest, was sie sehen. Vor langer Zeit kamen und gingen hier Menschen. Sie stiegen ein, sie fuhren ab, sie kamen an und gingen nach Hause. Wie sahen sie aus? Wo gingen sie hin? Wer waren sie? Das soll an diesem Tag erarbeitet werden.

Check i2030

CHECK

i2030

HINGESCHAUT UND NACHGEFRAGT

Was tut sich entlang der i2030-Strecken, hinter Bauzäumen oder in den Planungsunterlagen?

Wir sind vor Ort unterwegs, erklären welche Untersuchungen gerade anstehen und machen Hintergründe und Zusammenhänge verständlich. So machen wir sichtbar, wie Schritt für Schritt neue Schieneninfrastruktur entsteht von der Idee bis zur ersten Zugeinfahrt. 

        • i2030 Spotlight: Hier checken wir vor Ort, was auf Baustellen passiert oder welche Fachprüfungen durchgeführt werden.
        • i2030 Real Talk: Hier liegt der Fokus auf den Austausch mit den Experten, strategischen Köpfen und Machern hinter i2030.
        • i2030 Inside: Hier vermitteln wir Hintergrundwissen und sind mittendrin bei Bürgerdialogen oder öffentlichen Veranstaltungen

Stammstrecke der HeiDekrautbahn

i2030 inside: Fahrt auf der Reaktivierungsstrecke mit dem Wasserstoffzug

Im Rahmen der Feierlichkeiten zu 125 Jahre Niederbarnimer Eisenbahn gab es eine Sonderfahrt mit dem Wasserstoffzug auf der historischen Stammstrecke der Heidekrautbahn.

Mit dem Projekt i2030 soll die Heidekrautbahn in den kommenden Jahren wieder für den Personenverkehr reaktiviert werden.

Mehr Infos unter: www.i2030.de/nord

Schienenausbau

i2030 inside: Warum brauchen Schienenprojekte so lange?

Im Projekt i2030 planen die Länder Berlin und Brandenburg gemeinsam mit der Deutschen Bahn und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) gemeinsam den Ausbau der Schieneninfrastruktur in acht Ausbaukorridoren und einem Maßnahmenpaket für das S-Bahnnetz. Die Umsetzung der Vorhaben entfaltet eine hohe Wirksamkeit im Schienennetz der Zukunft.

Das geschieht nicht von heute auf morgen: Der Ausbau von Eisenbahninfrastruktur ist ein Marathon und braucht einen langen Atem.

Dennoch: Die i2030-Planungen schreiten voran und erste Ergebnisse sind sichtbar. Eine gesicherte Finanzierung und erfolgreiche Baugenehmigungen sowie eine gelungene Akzeptanzkommunikation sind die Grundpfeiler für erfolgreiche Projekte.

Weitere Infos unter: www.i2030.de/hintergrund

Stammstrecke der heidekrautbahn

i2030 spotlight: Baustelle Wilhelmsruh, Stammstrecke der Heidekrautbahn

Ein Tag auf der Baustelle in Berlin-Wilhelmsruh im März 2026, wo ein neuer Regionalbahnsteig entsteht.

Schwere Maschinen, Lärm, Staub – hier entstand bis vor wenigen Wochen ein neuer Gleisabschnitt. Wir nehmen euch mit vor Ort: Helme auf, los geht’s.

Die Arbeiten sind Teil der Reaktivierung der Heidekrautbahn-Stammstrecke – ein Projekt von i2030, in dem die Länder Berlin und Brandenburg gemeinsam mit der NEB und dem VBB die Schieneninfrastruktur im Raum Berlin-Brandenburg weiterentwickeln.

Weitere Projektinfos: www.i2030.de/nord/

Siemensbahn

i2030-inside: Die Geister der Siemensbahn

Die historische Siemensbahn wurde 1929 in Betrieb genommen und 1981 eingestellt.

Im Rahmen vom Projekt i2030 beginnt in 2026 die Reaktivierung der historischen Strecke mit dem Ziel 2029 dort wieder S-Bahnen fahren zu lassen.

Also genau die richtige Zeit die Geister der Vergangenheit zu verabschieden.

Weitere Projektinfos: www.i2030.de/siemensbahn

RE1-Bahnsteigverlängerungen

i2030 spotlight: RE1 Bahnsteigverlängerung an der Station Park Sanssouci

Um auf die steigende Nachfrage zu reagieren, wurde das Angebot auf dem RE1 bereits 2022 im Rahmen des Verkehrsvertrags Elbe-Spree deutlich ausgeweitet. Seither fahren zwischen Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) in der Hauptverkehrszeit drei Züge pro Stunde – zwei davon mit sechs Wagen, ein dritter mit acht. Letzterer hält jedoch nur an größeren Bahnhöfen, denn viele Stationen verfügen noch nicht über ausreichend lange Bahnsteige.

Im Sommer 2025 wurden die Bauarbeiten an der Station Potsdam Park Sanssouci abgeschlossen. In den kommenden Jahren sollen insgesamt neun Stationen neue, längere Bahnsteige erhalten.

Weitere Infos: www.i2030.de/westost

S-Bahn ins Falkenhagener Feld: Baugrunderkundungen im Spektepark

Baugrunduntersuchungen im Spektepark, Durchführung der Bohrung, Foto: HVLE

S-Bahn ins Falkenhagener Feld: Baugrunderkundungen im Spektepark

Baugrunduntersuchungen im Spektepark, Durchführung der Bohrung, Foto: HVLE
Baugrunduntersuchungen im Spektepark, Durchführung der Bohrung, Foto: HVLE

Die Planungen für das i2030-Teilprojekt „S-Bahn ins Falkenhagener Feld“ haben im Jahr 2023 begonnen und schreiten mit großen Schritten voran. Dabei soll die bestehende Strecke der „Bötzowbahn“ für die Befahrung mit Zügen der S-Bahn Berlin ertüchtigt und ausgebaut werden. Seit 2025 befindet sich das Projekt in der Vorplanung.  In dieser Stufe werden verschiedene Projektvarianten entwickelt und bewertet. Auch eine Kostenschätzung ist Teil der Vorplanung, um anschließend Entscheidungen über den weiteren Verlauf des Projekts treffen zu können.

Die Bötzowbahn verläuft im Falkenhagener Feld zwischen der Falkenseer Chaussee und der Seegefelder Straße durch den Spektepark. Auch in diesem Bereich sollen neben dem heutigen Zugverkehr zukünftig die Züge der S-Bahn die Bötzowbahn nutzen. Der Spektepark bleibt dabei als wichtiges Spandauer Naherholungsgebiet erhalten.

Südlich des Bahnübergangs für Fußgänger und Radfahrer im Spektepark verläuft die Strecke auf einem Bahndamm. Er liegt in einer ehemaligen Niederungslandschaft, in der sich im Untergrund Moor- oder Weichschichten befinden. Daher kann es langfristig zu einem Absacken der Gleise bei der starken Befahrung von Zügen kommen. Um dieses Risiko zu berücksichtigen und geeignete Bauverfahren zu ermitteln, fanden umfangreiche Erkundungen des Baugrunds in diesem Bereich statt. Die Anforderungen des Umwelt- und Trinkwasserschutzes wurden ebenfalls berücksichtigt.

Ende April 2026 führte das Ingenieurbüro GEPRO aus Dresden daher an dem Bahndamm an verschiedenen Stellen Baugrundaufschlüsse durch. Dabei wurden zum einen gezielte Bohrungen von bis zu zehn Metern Tiefe zur Entnahme von Bodenproben und zum anderen Analysen zur Ermittlung der Festigkeit der Bodenschichten durchgeführt. Die entnommenen Bodenproben wurden anschließend in einem Labor analysiert, um unter anderem Informationen über den Wassergehalt, die Bodenart, die Tragfähigkeit und organische Bestandteile (z. B. Pflanzenbestandteile) zu erhalten.

Baugrunduntersuchungen im Spektepark, Entnommene Bodenproben, Foto: HVLE
Baugrunduntersuchungen im Spektepark, Entnommene Bodenproben, Foto: HVLE

Die Untersuchungen bestätigten die anfängliche Vermutung. Der Bahndamm verläuft auf einer Fläche, die in der letzten Eiszeit ein Moor war. In diesem Bereich ist der Boden sehr weich, wasserreich und somit ohne die für den S-Bahn-Ausbau notwendigen Maßnahmen nur wenig tragfähig. Zusätzlich verursacht der aufgrund von Trinkwassergewinnung abgesenkte Grundwasserspiegel, dass der Boden zunehmend an Volumen verliert und ein Absacken der Strecke immer wahrscheinlicher wird.

Auf Basis dieser Ergebnisse wird nun die weitere Planung für die Ertüchtigung des Bahndamms vorbereitet. Vorgesehen ist, die vorhandenen weichen Moor- und Torfschichten im Untergrund des betroffenen Bereichs auszutauschen und durch tragfähiges Material zu ersetzen. Dabei sollen besonders umweltverträgliche Bauweisen und Materialien zum Einsatz kommen, um die hohen Anforderung an Schutz von Boden und Grundwasser in dem Trinkwasserschutzgebiet zu erfüllen. Ziel ist es, den Bahndamm langfristig zu stabilisieren und gleichzeitig einen verträglichen Umgang mit den sensiblen Umweltbedingungen vor Ort sicherzustellen. Das gilt nicht nur für den möglichen S-Bahnausbau, sondern allgemein für die zukünftige Sicherung der Strecke der Bötzowbahn.

Mehr Kapazität für den RE1 – ODEG stellt neuen Desiro HC 8-Teiler vor

v.l.n.r.: Lars Gehrke, Geschäftsführer der ODEG; Christoph Heuing, Geschäftsführer des VBB; Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin; Robert Crumbach, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg; Stefan Neubert, Geschäftsführer der ODEG; Evelyn Gollasch, DB InfraGO AG / i2030, Foto: ODEG

Mehr Kapazität für den RE1 – ODEG stellt neuen Desiro HC 8-Teiler vor

20. Mai 2026

Längere Züge und ausgebaute Bahnsteige erhöhen die Leistungsfähigkeit des Regionalverkehrs in der Hauptstadtregion.

Die ODEG – Ostdeutsche Eisenbahn GmbH hat heute gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Aufgabenträgern und Partnern die nächste Entwicklungsstufe im Netz Elbe-Spree vorgestellt: den neuen Desiro HC 8-Teiler für die Linie RE1. Im Rahmen einer Sonderfahrt ab Potsdam Hauptbahnhof nach Brandenburg an der Havel und zurück konnten geladene Gäste sowie Medienvertreterinnen und Medienvertreter das neue Kapazitätskonzept erstmals erleben.

Zwei 4-teilige Desiro HC fahren künftig in Doppeltraktion als rund 210 Meter langer 8-Teiler und schaffen damit deutlich mehr Platz für die Fahrgäste zwischen Brandenburg an der Havel, Berlin und Frankfurt (Oder). Der neue Zugverband verfügt über rund 800 Sitzplätze und bietet damit über 30 Prozent mehr Kapazität auf einer der wichtigsten Regionalexpress-Linien Deutschlands. Künftig können somit in den Hauptverkehrszeiten zwei von drei stündlichen Fahrten des RE1 mit den kapazitätsstarken Zügen ausgestattet werden.

Die Kapazitätserweiterung erfolgt im Rahmen des Verkehrsvertrags „Netz Elbe-Spree“. Dafür werden bestehende 6-teilige Desiro-HC-Fahrzeuge zu 4-teiligen Einheiten umgebaut, die anschließend in Doppeltraktion verkehren können. Insgesamt entstehen aus sieben 6-Teilern künftig 14 vierteilige Fahrzeuge. Gleichzeitig zeigt das Projekt das enge Zusammenspiel aus Verkehrsvertrag, moderner Fahrzeugtechnik, Betrieb und Infrastruktur-Ausbau.

Mit an Bord waren unter anderem Robert Crumbach, seit März amtierender Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin, sowie Christoph Heuing, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg. ODEG-Geschäftsführer Lars Gehrke steuerte den Sonderzug persönlich. Gemeinsam mit den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem VBB zeigte die ODEG, wie moderne Fahrzeuge und leistungsfähige Infrastruktur zusammenwirken, um den Regionalverkehr in der Hauptstadtregion weiter zu stärken.

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin: „Für viele Berlinerinnen und Berliner sowie Pendlerinnen und Pendler aus Brandenburg ist der RE1 ein fester Bestandteil des Alltags. Mehr Platz und Komfort machen den öffentlichen Verkehr attraktiver. Der 8-Teiler ist deshalb ein Gewinn für die Fahrgäste und ein starkes Signal für klimafreundliche Mobilität in der Hauptstadtregion.“

Robert Crumbach, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg: „Der RE1 ist eine der wichtigsten Bahnlinien in Brandenburg und die zentrale Ost-West-Verbindung durch die Hauptstadtregion. Die steigende Nachfrage auch auf dem RE1 zeigt, wie stark die Hauptstadtregion weiterhin wächst. Mit längeren Zügen mit rund 800 Sitzplätzen schaffen wir mehr Kapazität auf der meistgenutzten Linie im Land, flankiert durch die Infrastrukturmaßnahmen an den Verkehrsstationen im Rahmen von i2030. Die erheblichen Investitionen in die Kapazitätserhöhung des RE1 sind ein wichtiger Baustein für einen leistungsfähigeren Regionalverkehr.“

Christoph Heuing, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB): „Die Entwicklung auf dem RE1 zeigt, wie wichtig zusätzliche Kapazitäten und abgestimmte Planung im Regionalverkehr sind. Mit dem Desiro HC 8-Teiler reagieren Länder, ODEG und VBB gemeinsam auf die stark wachsende Nachfrage, kombiniert mit den Bahnsteigverlängerungen im Projekt i2030. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Fahrzeugkonzept, Infrastruktur und Betrieb – damit mehr Leistung zuverlässig bei den Fahrgästen ankommt.“

4+4 = Mehr Platz

Der RE1 zählt zu den zentralen Regionalexpress-Verbindungen in Berlin und Brandenburg. Die Nachfrage auf der Linie ist hoch – entsprechend groß ist der Bedarf an zusätzlichen Kapazitäten. Mit dem neuen Desiro HC 8-Teiler wird genau darauf reagiert: Zwei 4-teilige Fahrzeuge werden zu einem längeren Zugverband kombiniert und bieten dadurch rund 800 Sitzplätze.

„Die Nachfrage auf dem RE1 wächst – und wir als ODEG wachsen mit“, sagt Lars Gehrke, Geschäftsführer der ODEG. „Mit den vielen Doppeltraktionen als 8-Teiler und dem hohen Takt, haben wir betrieblich und instandhaltungstechnisch große Herausforderungen zu meistern. Aber genau das ist unser Anspruch: zuverlässig mehr Kapazität auf die Schiene zu bringen. Ich fahre die modernen Triebfahrzeuge auch, kenne also die spitzen Fahrzeuge nicht nur vom Schreibtisch, sondern auch aus dem Führerstand.“

Für die Fahrgäste bedeutet das vor allem mehr Raum, mehr Komfort und bessere Voraussetzungen für eine entspannte Fahrt im Berufs-, Freizeit- und Ausflugsverkehr. Die Sonderfahrt von Potsdam Hauptbahnhof nach Brandenburg an der Havel und zurück machte erlebbar, welche Rolle längere Züge künftig auf dem RE1 spielen können. Während der Fahrt informierten ODEG, VBB und die beteiligten Partner über das Fahrzeug, die Kapazitätserweiterung und den weiteren Ausbau im Netz Elbe-Spree. In der 1. Klasse fanden Pressestatements, Hintergrundgespräche sowie der Austausch mit Politik, VBB und ODEG statt.

Moderne Fahrzeuge brauchen passende Infrastruktur

Damit die künftig bis zu 210 Meter langen Züge zwischen Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) eingesetzt werden können, werden im Rahmen des Infrastrukturprojekts i2030 die Bahnsteige an mehreren Stationen verlängert. Dazu zählen unter anderem Götz, Groß Kreutz, Potsdam Park Sanssouci, Hangelsberg, Berkenbrück, Briesen (Mark), Jacobsdorf (Mark), Pillgram und Ziltendorf.

Die heutige Fahrt zeigte damit auch: Mehr Kapazität auf der Schiene entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme, sondern durch das Zusammenwirken von Fahrzeugen, Infrastruktur, Betrieb und abgestimmter Planung.

Bereits seit Dezember 2025 ermöglicht ein Übergangsfahrplan den schrittweisen Einsatz der umgebauten Fahrzeuge. Seither werden unter anderem Potsdam Park Sanssouci und Potsdam Charlottenhof von den längeren Zügen bedient.

Die Umbauten der Fahrzeuge erfolgen bei Siemens Mobility im Prüf- und Validierungscenter Wegberg-Wildenrath. Der Umbau eines Fahrzeugs dauert rund vier Wochen. Der Abschluss des letzten Umbaus ist für August 2026 vorgesehen.

Der neue 8-Teiler steht damit sinnbildlich für die Weiterentwicklung des Regionalverkehrs in der Hauptstadtregion. Er schafft mehr Platz dort, wo die Nachfrage besonders hoch ist, und stärkt den Schienenverkehr als attraktive Alternative zum Auto. Für die ODEG ist die Vorstellung des neuen Zugverbands ein weiterer Schritt, um den wachsenden Mobilitätsbedürfnissen zwischen Brandenburg und Berlin gerecht zu werden.

„Der heutige Tag ist eine klare Weichenstellung“, so Stefan Neubert, Geschäftsführer der ODEG. „Mehr Kapazität, Komfort und Qualität im Regionalverkehr sind entscheidend, damit noch mehr Menschen auf die Schiene umsteigen. Das ‚Mehr‘ bedeutet auch mehr Verantwortung – für unsere Fahrgäste und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dieser Verantwortung stellen wir uns: mit starkem Teamgeist, hoher Einsatzbereitschaft und dem klaren Anspruch, den Fahrgästen Tag für Tag ein verlässliches Angebot zu machen.“

Im Jahr 2025 nutzten rund 23,81 Millionen Fahrgäste den RE1. Nach Fertigstellung der Bahnsteigverlängerungen können auf der Linie perspektivisch jährlich rund 28,41 Millionen Fahrgäste befördert werden.

Die heutige Sonderfahrt wurde begleitet von Vertreter/-innen aus Politik, Verkehrsbranche und Eisenbahnwirtschaft, darunter:

    • Ute Bonde,
      Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin
    • Robert Crumbach,
      Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg
    • Christoph Heuing,
      Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB)
    • Lars Gehrke und Stefan Neubert,
      Geschäftsführer der ODEG

Weitere Informationen zum Projekt sowie ein Erklärfilm zum Umbau der Fahrzeuge finden Interessierte auf der Landingpage: 4+4=Mehr Platz: Website.

ODEG-Faktenblatt zum Thema: Klicken Sie hier!

 

Stammstrecke Heidekrautbahn: Erneute Bürgerbeteiligung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens

Die Stammstrecke der Heidekrautbahn wartet auf ihre Reaktivierung, Foto: VBB/Stapf

Stammstrecke Heidekrautbahn: Erneute Bürgerbeteiligung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens

18. Mai 2026

Im Rahmen des Infrastrukturprojektes „i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“ arbeitet die Niederbarnimer Eisenbahn-AG gemeinsam mit den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem VBB an der Reakti­vierung der Stammstrecke der Heidekrautbahn zwischen Berlin-Wilhelms­ruh und dem Abzweig Schönwalde in Brandenburg. Da im Projekt zwei Bundesländer betroffen sind, die jeweils für die Planfeststellungen zustän­dig sind, wird auch die Planung in einen Berliner und einen Brandenburger Teil aufgeteilt. Infolge der ersten Auslegung bzw. Erörterungen der Pla­nungs­unterlagen im Jahr 2023 waren Anpassungen an den Unterlagen notwendig geworden. Diese wurden durch die NEB in Absprache mit den Partnern und Beteiligten vor Ort überarbeitet und Ende des vergangenen Jahres für den Berliner Planfeststellungsabschnitt fertiggestellt und an die zuständige Behörde übergeben.

Die wesentlichen Änderungen am Vorhaben betreffen die Umplanungen am neuen Bahnhof Rosenthal und darauffolgend am Bahnübergang Wil­helmsruher Damm (zweigleisig statt eingleisig), sowie die Umplanung/ Verschiebung des Haltepunkts Blankenfelde. Weiterhin wurden bestehen­de Durchlässe neu geplant. Die schalltechnische Untersuchung wurde überarbeitet und neue Lärmschutzmaßnahmen (Lärmschutzwände) geplant. Im Jahr 2024 wurde zudem die Biotop- und Nutzungskartierung aktualisiert. In Summe erforderte dies eine umfassende Überarbeitung sowie Neuerstellung der naturschutzfachlichen Gutachten inkl. der Eingriffsbewertung und der Ausgleichskonzeption. Es wurde auch ein Brand- und Katastrophenschutzkonzept erstellt.

Mit dem Berliner Planfeststellungsverfahren erfolgt nun vom 18.05.2026 bis zum 18.06.2026 die erneute Bürgerbeteiligung für den Berliner Abschnitt. Die Unterlagen für den Berliner Teil des Bauvorhabens werden in dieser Zeit im Internet unter www.berlin.de/sen/uvk/ mobilitaet-und-verkehr/verkehrsplanung/planfeststellungen/bekanntmachungen/ heidekrautbahn-1669612.php bereitgestellt. Ein weiterer Zugang besteht über das UVP-Portal der Länder für umweltverträglich­keitsprüfungspflichtige Vorhaben (www.uvp-verbund.de). Zusätzlich dazu erfolgt die Auslegung der Planungsunterlagen in Berlin-Pankow, und in der Gemeinde Mühlenbecker Land. Für die Einsichtnahme vor Ort wird in der Regel eine vorherige Termin­vereinbarung erbeten (alle Informationen finden sich auf der Webseite, siehe oben).

Die Ankündigung über die Auslegung der Planungsunterlagen erfolgte ebenso über das Berliner Amtsblatt (Ausgabe: 76. Jahrgang Nr. 20 vom 15. Mai 2026). Dort finden sich Informationen zu den entsprech­enden Orten und Zeiten der Einsichtnahme in die Planungsunterlagen, die Adressaten für Einwendungen sowie weitere für das Anhörungsverfahren wichtige Mitteilungen.

Wenn darüber hinaus Erläuterungen und Auskünfte zu den Planunterlagen gewünscht werden, besteht die Möglichkeit, sich bei der Vertreterin der Niederbarnimer Eisenbahn-AG – Frau Kilian – während des Auslegungs­zeitraumes, am Dienstag und Donnerstag von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr unter der Telefon­nummer 030 814596399 zu informieren.

Nach der Auslegung erhält jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden die Möglichkeit, innerhalb einer Frist Bedenken und Hinweise bis zum 20.07.2026 einzureichen. Die Anhörungsbehörde legt anschließend das weitere Verfahren fest mit dem Ziel am Ende des Prozesses den Planfeststellungsbeschluss zu erlassen, damit die Nieder­barnimer Eisenbahn-AG ihre Baugenehmigung für das Vorhaben erhält.

Für den Brandenburger Abschnitt des Reaktivierungsvorhabens soll die Übergabe der überarbeiteten Planungsunterlagen im Herbst 2026 erfolgen.

Da sich aufgrund von Einwendungen bis zum Planfeststellungsbeschluss noch Änderungen an den Planungen ergeben können, wird erst im An­schluss an den Beschluss der endgültige Finanzierungsrahmen sowie der finale Schlussbericht der Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) erstellt. Nach vorläufigem Schlussbericht ist das Vorhaben zur Reaktivierung der Stammstrecke Heidekrautbahn aber bereits aus gesamtwirtschaftlicher Sicht förderfähig. Die final abgeschlossene NKU bildet dann die Grundlage der Antragsstellung für die Finanzierung über das Gemeindeverkehrs­finanzierungsgesetz (GFVG) des Bundes.

Siemensbahn-Vorfreude vor dem Baustart …

Zur neuen Siemensbahn Infoveranstaltung kamen über 200 interessierte Gäste, Foto DB InfraGO AG

Siemensbahn-Vorfreude vor dem Baustart

28. April 2026

Vorfreude. So konnte man die Grundstimmung auf der Infoveranstaltung zum i2030-Projekt der Reaktivierung der Siemensbahn am besten beschreiben. Am 27.04. fand im Ernst-von-Siemens-Saal im 11. Stock des Panorama Congress Center mit direkten Blickt auf das Viadukt die zweite große Infoveranstaltung statt.

Über 200 Gäste waren vor Ort, um die Neuigkeiten zur Reaktivierung zu erfahren. Die erste gute Nachricht lautet: Ab Mai 2026 gibt es was zu sehen, wenn am Viadukt am Wernerwerk die ersten Arbeiten beginnen. Ziel ist es das ambitionierte Inbetriebnahmedatum weiter zu halten. 2029 sollen die ersten S-Bahnen auf der historischen Strecke bis Jungfernheide und dann weiter bis Hauptbahnhof rollen.

Alexander Kaczmarek (Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern), Ute Bonde (Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt), Thorsten Schatz (Bezirksstadtrat für Bauen, Planen, Natur- und Umweltschutz im Bezirk Spandau), Christoph Heuing (Geschäftsführer vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg) verfolgten die Ausführung von Thomas Rüffer (Projektleiter der DB InfraGO AG für die Reaktivierung der Siemensbahn) zum aktuellen Planungsstand.

Die Siemensbahn wird größtenteils innerhalb des Bestands saniert, damit bestehe Bestandsschutz und Planrecht für die Strecke. Das ermöglicht die beschleunigte Umsetzung des Projektes. Trotzdem gibt es allerhand zu tun, wie

    • Verlegen neuer Gleise, Weichen und Installation neuer Signaltechnik
    • Instandsetzung von Eisenbahnüberführungen
    • Sanierung des Stahlviadukts
    • Barrierefreie Erschließung und denkmalgerechte Instandsetzung der Stationen

Damit die Abstimmungen der Planungen und der verschiedenen Gewerke gut verzahnt werden, arbeiten die beteiligten Firmen seit Ende 2025 in einem Allianzmodell zusammen mit einem Gemeinschaftsbüro am Berliner Hauptbahnhof.

In der anschließenden Fragerunde gab es u.a. zahlreiche Fragen zum Lärmschutz. Hier erklärte Herr Kaczmarek, dass moderne S-Bahnen mit maximal 60 km/h unterwegs sein werden. Es wird alles getan, um Lärmbelastung zu mindern. Als Beispiel nannte er Schmiereinrichtungen, die Räderquietschen verhindern und besohlte Schwellen auf dem Viadukt, die den Schall dämpfen.

Gleichzeitig bezeugten viele Anwohner, dass sie sich auf die verbesserte Anbindung mit der S-Bahn in ihrem Bezirk freuen. Zusammen mit der neuen Siemensstadt Square werden 55.000 auf 69.000 Fahrgäste pro Tag erwartet. Die Anwohner werden nun beobachten, wie das Baugeschehen auf der Trasse in den kommenden Monaten vorbereitet und durchgeführt wird.  

Projekt i2030 übergibt Trikotset an die Fußballspieler vom FC Neuenhagen 1913 e.V.

Übergabe der i2030-Trikots an den FC Neuenhagen e.V. zusammen mit dem Bürgermeister Ansgar Scharnke, Foto: VBB GmbH

Projekt i2030 übergibt Trikotset an die Fußballspieler vom FC Neuenhagen 1913 e.V.

24. März 2026

Im letzten Jahr war es soweit und das jahrelange „Nebeneinanderher“ von zwei Fußballvereinen in Neuenhagen fand sein Ende. Mit der Fusion entstand nun der FC Neuenhagen 1913 e.V. mit einem neuen Vereinslogo. Das verlangt natürlich nach neuen Trikots für die Spieler. Die B2-Juniorenmannschaften bekam jetzt ein neues Mannschaftset vom Projekt „i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“ feierlich überreicht. Ansgar Scharnke, gerade wiedergewählter Bürgermeister von Neuenhagen, begleitete die Übergabe und schaut positiv in die Zukunft. Die Gemeinde hat in den letzten Jahren viel erreicht, auch in Sachen Mobilität, wie die neue VBB-RadPark Anlage am S-Bahnhof beweist. So unterstützt er als Botschafter ebenso den Ausbau für den 10-Minuten-Takt der S-Bahn.

Im Projekt i2030 planen die Länder Berlin und Brandenburg zusammen mit der Deutschen Bahn und dem VBB den langfristigen Infrastrukturausbau im Regional- und S-Bahnverkehr. Schienenprojekte bedeuten allerdings viele Jahre der Planung, bevor der Bau starten kann.  Neben Zeit und Geld ist gleichwohl die breite Zustimmung der Menschen vor Ort wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Vorhaben. Darum kooperiert das Projekt i2030 mit aktiven Vereinen aus der Region, um die die geplanten Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr bekannt zu machen.

Ein Teilprojekt innerhalb des Maßnahmenpakets für die S-Bahn ist die Erweiterung des 10-Minutentaktes auf der S5 Richtung Strausberg. Heute führt der 10-Minuten-Takt bis nach Hoppegarten. Die laufenden Planungen untersuchen, welcher Infrastrukturausbau nötig ist, um alle 10 Minuten bis nach Strausberg zu fahren. Die laufende Vorplanung wird durch die Länder Berlin und Brandenburg finanziert und durch die Deutsche Bahn durchgeführt. Mit den Ergebnissen soll eine Vorzugsvariante festgelegt werden. Sie bildet die Grundlage für die weitere Planung und Finanzierung. In den Prozess werden die Kommunen an der Strecke rechtzeitig eingebunden. 

Bürgermeister Ansgar Scharnke setzt sich als i2030-Botschafter (www.i2030.de/botschafter-in) für den besseren Takt bei der S-Bahn ein. Täglich nutzen zahlreiche Pendler*innen die S-Bahnverbindung, um zu ihrem Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu kommen. Die Gemeinde erhofft sich durch den Ausbau den Nahverkehr weiter zu stärken und damit den Straßenverkehr zu entlasten.

„Wenn die Taktverdichtung kommt, freuen wir uns natürlich für alle Neuenhagener, die dann noch schneller reisen können. Wir müssen jedoch auch den innerörtlichen Verkehr mitdenken und etwa durch Schienenunterführungen lange Schrankenstandzeiten verhindern. Nur so stärken wir die ganzheitliche Akzeptanz solcher Infrastrukturprojekte. Die Trikots der Fußballer helfen dabei und machen das i2030-Projekt und die damit verbundenen Herausforderungen noch bekannter“, ergänzt Bürgermeister Ansgar Scharnke.

Weitere Kooperationen mit Sportvereinen befinden sich in Abstimmung mit Kommunen und Bezirken, die eng bei der Erweiterung der Schieneninfrastruktur mit dem Projekt i2030 zusammenhängen.

Mehr Infos zum Verein FC Neuenhagen e.V.: https://www.fc-neuenhagen-1913.de

Mehr Infos zum S-Bahn-Maßnahmenpaket: https://www.i2030.de/sbahn/

Gemeinde Neuenhagen: neuenhagen-bei-berlin.de/startseite-de/aktuelles/2026/trikotset-an-die-fussballspieler-vom-fc-neuenhagen-1913-e-v/

S-Bahnverlängerung S25 Süd von Teltow nach Stahnsdorf: Deutsche Bahn informiert zum aktuellen Planungsstand

130 Gäste kamen zur Infoveranstaltung vom i2030-Projekt der S-Bahnverlängerung der S25 nach Stahnsdorf, Foto Gemeinde Stahnsdorf

S-Bahnverlängerung von Teltow nach Stahnsdorf: Deutsche Bahn informiert zum aktuellen Planungsstand

12. + 16. März 2026

Ziemlich genau vor zwei Jahren war die Projektleitung der Deutschen Bahn zum ersten Mal im Stahnsdorfer Rathaus zu Gast. Damals startete die Vorplanung und die Projektidee zur S-Bahnverlängerung nach Stahnsdorf wurde vorgestellt. Heute am 10.03.2026 wurden nun die Ergebnisse der abgeschlossenen Vorplanung vorgestellt.

Die S-Bahnverlängerung hat das Ziel, die wachsende Region um Teltow und Stahnsdorf an das S-Bahnnetz anzuschließen. Schon die Anbindung von Teltow Stadt im Jahre 2005 war ein großer Gewinn für die Fahrgäste, nun soll die S25 im Süden um zwei Stationen wachsen.  

Über 130 Interessierte folgten der Einladung zur Infoveranstaltung und bekamen die Ergebnisvariante für den Ausbau durch Projektleiter Marius Hertzer – beginnend von Teltow Stadt über die neue Station „Iserstraße“ bis zur neuen Endstation „Sputendorfer Straße“ – in mehreren Charts anschaulich erklärt.

Als nächster Schritt folgt nun die Entwurfsplanung, in der die vorliegenden Daten vertieft und bis zur Baureife geführt werden. Dazu gehören unter anderem Gutachten rund um umwelttechnische Fragen sowie zu Schall- und Erschütterungsvorgaben. Darüber hinaus werden auch schon die Baustraßen geplant, um die Bauarbeiten effektiv zu organisieren. Schlussendlich wird es auch bei zusätzlichen Flächenbedarfen, die nicht im Besitz der Deutschen Bahn sind, Gespräche und Vereinbarungen mit Betroffenen geben.

All diese Planungen und Absprachen sind Voraussetzung, um das Projekt beim Eisenbahn-Bundesamt für das Planfeststellungsverfahren einzureichen. Das Amt legt die finalen Planungen öffentlich aus. Für alle Beteiligten ist das die Möglichkeit sich noch einmal mit Ihren Belangen an der Ausgestaltung zu beteiligen.

Im Idealfall sind dann aber schon alle Fragen rund um das Projekt geklärt. Darum kamen im zweiten Teil der Infoveranstaltung die Bürger:innen zu Wort und konnten ihre Fragen stellen und Anliegen übermitteln. Unter anderem gab es Informationsbedarf zu Grundstücksfragen, Lärmschutz, Finanzierung und der Bahnhofsumfeldgestaltung. Je nach Zuständigkeit antworteten neben den Kollegen der Deutschen Bahn auch der Stahnsdorfer Bürgermeister und die anwesenden i2030-Projektpartner vom Brandenburger Verkehrsministerium (MIL) und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB).

Auch bei der zweiten Infoveranstaltung am 16.03. in Teltow war das Interesse mit 170 Teilnehmer*innen groß. Hier standen diesmal unterstützend Teltows Bürgermeister André Freymuth und die 1. Beigeordnete Beate Rietz für Rückfragen aus dem Publikum bereit. U.a. gab es viele Rückfragen rund um die neue Station Iserstraße, die auch eine neue Straßenführung rund um die S-Bahnstation erfordert. Hierzu wird die Entwurfsplanung entsprechende Untersuchungen durchführen.  

Regelmäßige Informationen wird es nun weiterhin über die S-Bahnausschüsse in Stahnsdorf und Teltow geben. Die gezeigte Präsentation steht hier als Download zur Verfügung. 

Zum Schluss gab Projektleiter Marius Hertzer den Ausblick in zwei Jahren wiederzukommen, um dann im Rahmen von neuen Informationsveranstaltungen die Ergebnisse der Entwurfsplanung zu präsentieren, mit der das Baurecht für die S-Bahnverlängerung beantragt werden kann.

i2030-Aktionstag zur Gestaltung von Zukunftsstationen am Beispiel Düppel-Kleinmachnow (Potsdamer Stammbahn)

Das Team NextStation beim i2030-Aktionstag, Foto: VBB

i2030-Aktionstag zur Gestaltung von Zukunftsstationen am Beispiel Düppel-Kleinmachnow (Potsdamer Stammbahn)

27. Februar 2026

„Wir brauchen neue Formen des Austauschs, um übergreifende Planungen zu koordinieren.“

Mit diesem Ansatz wollen wir neue Wege der Zusammenarbeit finden, die über die klassische Vorgehensweise von Arbeitsgruppen hinausgehen. Dafür hat sich der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg als Organisator des i2030-Aktionstages proaktive Unterstützung an Bord geholt: Zum einen begleitet die DB mindbox, die Innovationen und Start-Ups in der Mobilitätsbranche fördert, bei der Moderation und Koordination. Zum anderen bringt die wissenschaftliche Begleitung der TU Berlin mit den Fachbereichen Bahnbetrieb sowie Stadt- und Regionalplanung neue Impulse in die Diskussion. Gemeinsam werden die Prozesse für eine gelungene Bahnhofsgestaltung angeschoben und alle Beteiligten frühzeitig an einen Tisch gebracht.

Ziel ist es, ein Vorgehen zu entwickeln, damit sich Kommunen und Bezirke frühzeitig auf neue ÖPNV-Verbindungen vorbereiten können, die neue Mobilitätsbeziehungen und veränderte Ortsstrukturen bewirken.

Grafik zu Elementen der Bahnhofsumfeldgestaltung, Foto: VBB GmbH
Grafik zu Elementen der Bahnhofsumfeldgestaltung, Foto: VBB GmbH

Gerade bei der Gestaltung von neuen Stationen gilt es vielfältige Faktoren für alle Beteiligten zu beachten: Einerseits müssen die neuen Linien im Schienennetz mit vorhandenen Fahrplänen und prognostizierten Fahrgastzahlen in Einklang gebracht werden. Andererseits muss der neu entstandene Verkehrsknotenpunkt innerhalb der Stadtplanung eingeordnet und integriert werden, damit zukünftige Fahrgäste einen optimalen Zugang erhalten und ein Ort mit eigener lokaler Identität geschaffen wird. Gleichzeitig sollen unmittelbare Anwohner*innen in ihrer Lebensqualität möglichst wenig eingeschränkt werden.

Mit dem Aktionstag sollen für diese vielen Randbedingungen Absprachen und Lösungen gefunden werden, z.B.:

    • Welche Flächen müssen gesichert werden?
    • Welche Verwaltungsbeschlüsse müssen vorbereitet werden?
    • Wo bestehen Fördermöglichkeiten?
    • Was muss bei Beteiligungsprozessen beachtet werden?

Zweifelsohne gibt es schon eine Menge Expertise in den Kommunen und Bezirken durch die jeweiligen Infrastrukturprojekte vor Ort. Aber gerade an der Schnittstelle zwischen Schienenausbau und Bahnhofsumfeld sind diverse Stakeholder beteiligt, die Berücksichtigung erfordern. Hier liegen einige Herausforderungen in einem demokratischen Prozess eine gemeinsame Einigung für die Umsetzung der neuen Stationen und deren Umfeld zu finden.

Hier setzt der Aktionstag an und will einen praxisnahen Leitfaden entwickeln.

Die Komplexität lässt sich am besten an einem Beispiel nachvollziehen und testen. Nachdem beim letzten i2030-Aktionstag schon einmal die Zukunftsstation Düppel-Kleinmachnow als Vorlage fungierte, haben der Bezirk Steglitz-Zehlendorf und die Gemeinde Kleinmachnow ihre Initiative verstärkt und sind nun zu treibenden Akteure in dem Prozess geworden. Die Station Düppel-Kleinmachnow ist Teil der Planungen im i2030-Projekt zur Reaktivierung der Potsdamer Stammbahn. Die Vorplanung (2. Leistungsphase) ist durch die Länder Berlin und Brandenburg finanziell abgesichert und wird durch die Deutsche Bahn aktuell durchgeführt. Flankierend ist das der richtige Zeitpunkt auf kommunaler Ebene die Umfelder der Stationen vorzudenken. Immobilienfragen, Genehmigungen und Beteiligungsprozesse müssen jetzt begonnen werden, auch wenn die vollumfängliche Finanzierung des Streckenausbau noch nicht steht und Planungen sowie Umsetzung noch mehrere Jahre andauern werden.

Ehemalige Endstation Düppel-Kleinmachnow auf der noch bis 1980 die S-Bahn verkehrte, Foto: Rudiger Berg (Sammlung Olaf Hoell)
Ehemalige Endstation Düppel-Kleinmachnow auf der noch bis 1980 die S-Bahn verkehrte, Foto: Rudiger Berg (Sammlung Olaf Hoell)

Am 27. Februar 2026 fanden sich die Beteiligten zum Aktionstag zusammen. Dieser Auftaktworkshop brachte die Gruppe zuerst auf einen gemeinsamen Wissenstand und nach einer Einordnung von Teamrollen wurden die nächsten aktiven Schritte vereinbart.

Komplettiert wurde das „Team NextStation“ durch Vertreter der Deutschen Bahn, der Berliner Senatsverwaltungen „Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen“ und „Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt“, dem Brandenburger Ministerium für „Infrastruktur und Landesplanung“ und der Gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg.

Aktive Diskussion der nächsten Schritte im Team NextStation, Foto: VBB GmbH
Aktive Diskussion der nächsten Schritte im Team NextStation, Foto: VBB GmbH

Im weiteren Verlauf der Zusammenarbeit werden weitere Stakeholder und Fachabteilungen definiert und hinzugezogen. Aus den Erfahrungen zur Station Düppel-Kleinmachnow soll Schritt für Schritt eine Blaupause für weitere Stationen entstehen.

Die im ersten Schritt vereinbarten Arbeitspakete sollten möglichst konkret sein und in einem Zeitraum der kommenden 12 Monate realisierbar sein. Hier ein Überblick:

    • Zusammentragung aller Planungsstände und vorliegender Daten zur Station Düppel-Kleinmachnow auf einer Plattform
    • Aufgabenstellung für ein Studierendenprojekt als Vorbereitung für einen Städtebaulichen Ideenwettbewerb
    • Recherche und Festlegung auf ein Modell zur vernetzten Projektdarstellung, z.B. BIM-Modell
    • Aufbereitung eines Organigramms mit allen involvierten und noch benötigten Beteiligten

Für jeden Aufgabe gibt es einen Koordinator, der die Bearbeitung vorantreibt. In weiteren Treffen über das Jahr verteilt, werden die Fortschritte nachgehalten.

Abstimmung zu anstehende Arbeitspaketen in den kommenden Monaten, Foto: VBB GmbH
Abstimmung zu anstehende Arbeitspaketen in den kommenden Monaten, Foto: VBB GmbH

Der Startpunkt ist gesetzt und das Team NextStation muss in den kommenden Monaten beweisen, dass sie mehr bewirkt als ein Arbeitsgruppen-Papier. Wir wollen in konkreten Aufgaben denken, interdisziplinär Arbeiten und Praxiserfahrung sammeln. Wir werden auf Herausforderungen stoßen, Verzögerungen erleben und Fehler machen. Das Resultat ist diesen Aufwand wert: Eine Zukunftsstation Düppel-Kleinmachnow, die Vorlage für weitere i2030-Stationen ist. Ergebnisse folgen. Abgemacht.

Das Team NextStation beim i2030-Aktionstag, Foto: VBB
Das Team NextStation beim i2030-Aktionstag, Foto: VBB

Planungsbüros für die i2030-Projekte PEX-Süd und Elektrifizierung der Strecke Hennigsdorf – Wittenberge gebunden

Die Vorplanung im i2030-Projekt Potsdamer Stammbahn+ startet, Foto DB InfraGO AG/Oliver Lang

Planungsbüros für die i2030-Projekte PEX-Süd und Elektrifizierung der Strecke Hennigsdorf – Wittenberge gebunden

Karte für den i2030-Korridor Nord-West mit Elektrifizierungsstrecke Hennigsdorf – Wittenberge, Grafik: VBB GmbH
Karte für den i2030-Korridor Nord-West mit Elektrifizierungsstrecke Hennigsdorf – Wittenberge, Grafik: VBB GmbH

Sie haben nun die Aufgabe, die Untersuchungen für eine schnelle Regionalverkehrseinbindung des Prignitz-Expresses über den Berliner Außenring in die Berliner Innenstadt einschließlich der „Kurve Hohenschöpping“ und die Verlängerung der S-Bahn von Hennigsdorf nach Velten mit neuem S-Bahnhalt in Hennigsdorf Nord zu vertiefen. Weiterhin gilt es, die Planungen für die Elektrifizierung der rund 140 Kilometer und 22 Verkehrsstationen umfassenden Strecke Hennigsdorf – Wittenberge fortzusetzen.

Bis vsl. Ende 2028 untersuchen und bewerten die Beteiligten im Rahmen der Vorplanung verschiedene Umsetzungsvarianten. Dabei berücksichtigen sie unter anderem Umweltaspekte sowie technische und wirtschaftliche Kriterien. Sie stimmen sich eng mit betroffenen Behörden und Kommunen ab, koordinieren Schnittstellen zu angrenzenden Projekten und erarbeiten erste Kostenschätzungen. Über die Prozessergebnisse wird die Öffentlichkeit rechtzeitig informiert.

Damit geht es einen wichtigen Schritt voran, um diese beiden Projekte des i2030 Korridors Prignitz-Express/ Velten weiter voranzutreiben.

Hintergrundinfos zu den laufenden Planungen und den weiteren Projekten im i2030-Korridor Nord-West mit dem PEX Nord: Ausbau Velten – Neuruppin und den S-Bahnausbau: Schönholz – Hennigsdorf finden Sie hier https://www.i2030.de/nordwest.