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Allgemein

Bevor es mit i2030 losging, führte der VBB gemeinsam mit den Ländern Berlin und Brandenburg mit dem „ÖPNV-Konzept 2030“ zunächst eine Untersuchung zu den S-Bahn- und Regionalverkehrskorridoren in der Hauptstadtregion durch. Auf dem Verkehrsmodell basierend wurden die Bedarfe für die Zukunft im Jahre 2030 unter der Berücksichtigung der demografischen Entwicklung berechnet.

Aus den vielen Handlungsfeldern einigten sich die Projektbeteiligten auf acht Infrastrukturprojekte, die unter dem Namen i2030 vorangetrieben werden.

Das heißt nicht, dass die anderen Infrastrukturmaßnahmen auf Eis gelegt werden.

Beim Projekt i2030 handelt es sich in erster Linie um ein Planungsprojekt für die Infrastruktur des Schienenverkehrs in Berlin und Brandenburg. Dabei untersuchen die Projektpartner in der ersten Projektphase ergebnisoffen, was, wann und wo baulich umgesetzt werden kann und welche Kosten entstehen.

Mit den angeschobenen Konzepten wird eine für die Realisierungsentscheidung notwendige Planungstiefe erreicht. Je nach Komplexität werden sich die acht Teilprojekte von i2030 unterschiedlich schnell entwickeln.

Die erreichten Grundlagen erhöhen die Chancen maßgeblich, zeitnah die Mittel beim Bund als Eigentümer der Deutschen Bahn AG für die umzusetzenden Maßnahmen zu beantragen. Der Schienenpersonennahverkehr in der Region wird damit weiter verbessert.

Der Ausbau wird im Rahmen der Umsetzung des Landesnahverkehrsplan 2019 im laufenden Geschäft weiterverfolgt. Die Länder Berlin und Brandenburg hatten den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Ostbahn erfolglos für den Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 angemeldet. Hier ist gemeinsam mit der Bundesregierung und Polen nach Finanzierungsmöglichkeiten für ein zweites Gleis und Elektrifizierung zu suchen.

Auf der Ostbahn sind gerade einige bedeutende Maßnahmen weitestgehend abgeschlossen, die eine Verlängerung der RB26 nach Berlin Ostkreuz erst ermöglichen. Dazu gehört die Separierung von S-Bahn und Regionalverkehr im Bahnhof Strausberg oder der zweigleisige Begegnungsabschnitt im Regionalverkehr zwischen Strausberg und Rehfelde. Diese Projekte wurden unter erheblicher finanzieller Beteiligung des Landes Brandenburg umgesetzt.

Des Weiteren wurde für die S-Bahn zwecks Realisierung des 20-min-Taktes nach Strausberg Nord der zweigleisige Begegnungsabschnitt Strausberg – Hegermühle ebenfalls mit Landesmitteln realisiert.

Innerhalb des Projektes i2030 wird auf der Ostbahn untersucht, mit welchem infrastrukturellen Aufwand eine Verlängerung des 10-min-Taktes der S-Bahn über Hoppegarten (Mark) hinaus möglich ist.

Der Ausbau der Ostbahn ist somit ein Vorzeigemodell, dessen Stand die Teilprojekte von i2030 erst erreichen müssen. 

Der Ausbau der Lehrter Stammstrecke parallel zur Hochgeschwindigkeitsstrecke Berlin – Oebisfelde ist in den „Vordringlichen Bedarf“ der Bundesverkehrswegeplanung aufgenommen worden und verfügt damit über eine gesicherte Finanzierungsperspektive.

Es ist vorgesehen, die Strecke im Abschnitt zwischen Vorsfelde und Wustermark durchgängig zu elektrifizieren. Zudem soll zwischen dem Abzweig Ribbeck und dem Abzweig Bamme ein drittes Gleis errichten werden. Derzeit befinden sich dort nur zwei Streckengleise, die sich die Züge des Güter-, Regional- und Fernverkehrs teilen müssen.

Für weitere Informationen zu dieser Strecke verweisen wir auf den Infoseite zur Hannover – Berlin (Lehrter Stammbahn) der Deutschen Bahn AG

Die Anhalter Bahn zwischen Berlin und Halle/ Leipzig ist einer der wichtigsten Fernverkehrskorridore Deutschlands. Der Ausbaubedarf richtet sich dort primär nach den Erfordernissen des Fernverkehrs. Die entsprechenden Bedarfe werden im Rahmen der Untersuchungen für den sogenannten Deutschland-Takt ermittelt.

Für weitere Informationen zu dieser Strecke verweisen wir auf den Artikel zum Deutschland-Takt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Der Ausbau der Stettiner Bahn Berlin – Angermünde – Stralsund ist in den „Vordringlichen Bedarf“ der Bundesverkehrswegeplanung aufgenommen worden und verfügt damit bereits über eine gesicherte Finanzierungsperspektive.

Darüber hinaus wird innerhalb des Projektes i2030 auf der Stettiner Bahn untersucht, mit welchem infrastrukturellen Aufwand eine Verlängerung des 10-min-Taktes der S-Bahn bis Bernau möglich ist.

Der Korridor „Nordbahn/ Heidekrautbahn“ ist innerhalb des Projektes bereits in seiner Namensgebung bewusst offen gehalten worden, da zum Zeitpunkt der Projektinitiierung noch keine Klarheit über die Aufnahme der Nordbahn in den Vordringlichen Bedarf des BVWP herrschte. Im Nov. 2019 hat der Bund diese Frage abschlägig beschieden. Die vier Projektpartner haben sich daraufhin verständigt, den Vollausbau der Nordbahn im Rahmen von i2030 nicht nochmals zu betrachten. Dies ist insbesondere darin begründet, dass die Strecke primär dem überregionalen Fernverkehr zwischen Berlin und der Ostseeküste dienen würde, dessen kostenintensiver Wiederaufbau zuständigkeitshalber durch den Bund als Eigentümer der Deutschen Bahn AG zu finanzieren wäre.  

 

Ein bedarfsgerechter, den regionalen Verkehrsbedürfnissen dienender abschnittsweiser Ausbau der Nordbahn wird hingegen weiterhin im Rahmen des Projektes i2030 ergebnisoffen untersucht. Für den Fall der Direkteinbindung des Prignitzexpress von Hennigsdorf über Berlin-Tegel nach Berlin Gesundbrunnen wäre ein Ausbau der Nordbahn zwischen Berlin-Schönholz und Bornholmer Str., für den Fall der Reaktivierung der Stammstrecke der Heidekrautbahn nebst Einbindung nach Berlin Gesundbrunnen ein Ausbau zwischen Berlin-Wilhelmsruh und Bornholmer Str. erforderlich. Die Möglichkeit eines späteren Vollausbaus der Nordbahn durch den Bund soll bei diesen Planungen auch weiterhin berücksichtigt werden. Des Weiteren werden im Rahmen von i2030 Möglichkeiten untersucht, den Bf Birkenwerder (b Bln) dahingehend umzugestalten, dass die RB20 nicht mehr am S-Bahnsteig, sondern an einem separaten Regionalbahnsteig halten kann. Dies würde zu einer Verringerung der fahrplanseitigen und energetischen Abhängigkeiten führen. Im Teilprojekt „Engpassbeseitigung S-Bahnnetz“ wird zudem geprüft, mit welchem baulichen und finanziellen Aufwand eine Taktverdichtung der S-Bahnlinie S1 zwischen Frohnau und Oranienburg zu einem 10-min-Takt möglich ist. Dem Fern- und Regionalverkehr zwischen Berlin Gesundbrunnen und Oranienburg steht weiterhin die vorhandene Strecke über das Karower Kreuz und den Berliner Außenring zur Verfügung.

Vorhabenträger der i2030-Infrastrukturprojekte sind die Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) der Deutschen Bahn AG und im Fall der Heidekrautbahn die Niederbarnimer Eisenbahn AG (NEB). Ihnen obliegt im Rahmen der jeweils laufenden Leistungsphasen nach HOAI die Möglichkeit der Beauftragung Dritter. Von dieser Möglichkeit wird mitunter für die Erstellung von Trassierungsstudien Gebrauch gemacht (Beauftragung von externen Planungsbüros).

Leistungen wie eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchungen werden dagegen in der Regel durch Fachpersonal der EIU selbst durchgeführt. Flankierend dazu führt der VBB eine Studie zur Anpassung des Buskonzeptes der durch die Planungen zur Stammbahn tangierten Gemeinden Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf durch, welches sich ebenfalls aus externer Unterstützung speist.

Aktuell erarbeiten die Projektpartner eine Entscheidungslogik zur stufenweisen und argumentationsgestützten Reduktion von Untersuchungsvarianten. Darüber hinaus ist eine Metropolstudie in Arbeit, die u.a. die regionalen und überregionalen Wechselwirkungen der i2030-Teilprojekte beurteilt und bewertet. Hieraus ergeben sich Rückschlüsse auf die Variantenauswahl.

Die Bestellungen richten sich nach den Zielen der Nahverkehrspläne der Länder Berlin und Brandenburg sowie der dann vorliegenden Nachfragesituation und Fahrgastprognose im Rahmen der Ausschreibungen beziehungsweise der Nachsteuerungsmöglichkeiten in bestehenden Verkehrsverträgen.

Seit Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung im Oktober 2017 finden im Abstand von etwa drei Monaten die Lenkungskreise für i2030 statt. An den Terminen nehmen Kathrin Schneider (SPD) – Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg, Regine Günther – Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Susanne Henckel (Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg) sowie Prof. Dirk Rompf, Renado Kropp, Alexander Kaczmarek und Dr. Joachim Trettin (Konzernspitze der Deutschen Bahn AG) teil. Begleitet werden sie von der Leitungsebene der zuständigen Fachabteilung. Neu seit Februar 2019 nimmt auch Ralf Reinhardt (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) als Vertreter der Brandenburger Gebietskörperschaften teil.