S-Bahn ins Falkenhagener Feld: Baugrunderkundungen im Spektepark
Die Planungen für das i2030-Teilprojekt „S-Bahn ins Falkenhagener Feld“ haben im Jahr 2023 begonnen und schreiten mit großen Schritten voran. Dabei soll die bestehende Strecke der „Bötzowbahn“ für die Befahrung mit Zügen der S-Bahn Berlin ertüchtigt und ausgebaut werden. Seit 2025 befindet sich das Projekt in der Vorplanung. In dieser Stufe werden verschiedene Projektvarianten entwickelt und bewertet. Auch eine Kostenschätzung ist Teil der Vorplanung, um anschließend Entscheidungen über den weiteren Verlauf des Projekts treffen zu können.
Die Bötzowbahn verläuft im Falkenhagener Feld zwischen der Falkenseer Chaussee und der Seegefelder Straße durch den Spektepark. Auch in diesem Bereich sollen neben dem heutigen Zugverkehr zukünftig die Züge der S-Bahn die Bötzowbahn nutzen. Der Spektepark bleibt dabei als wichtiges Spandauer Naherholungsgebiet erhalten.
Südlich des Bahnübergangs für Fußgänger und Radfahrer im Spektepark verläuft die Strecke auf einem Bahndamm. Er liegt in einer ehemaligen Niederungslandschaft, in der sich im Untergrund Moor- oder Weichschichten befinden. Daher kann es langfristig zu einem Absacken der Gleise bei der starken Befahrung von Zügen kommen. Um dieses Risiko zu berücksichtigen und geeignete Bauverfahren zu ermitteln, fanden umfangreiche Erkundungen des Baugrunds in diesem Bereich statt. Die Anforderungen des Umwelt- und Trinkwasserschutzes wurden ebenfalls berücksichtigt.
Ende April 2026 führte das Ingenieurbüro GEPRO aus Dresden daher an dem Bahndamm an verschiedenen Stellen Baugrundaufschlüsse durch. Dabei wurden zum einen gezielte Bohrungen von bis zu zehn Metern Tiefe zur Entnahme von Bodenproben und zum anderen Analysen zur Ermittlung der Festigkeit der Bodenschichten durchgeführt. Die entnommenen Bodenproben wurden anschließend in einem Labor analysiert, um unter anderem Informationen über den Wassergehalt, die Bodenart, die Tragfähigkeit und organische Bestandteile (z. B. Pflanzenbestandteile) zu erhalten.
Die Untersuchungen bestätigten die anfängliche Vermutung. Der Bahndamm verläuft auf einer Fläche, die in der letzten Eiszeit ein Moor war. In diesem Bereich ist der Boden sehr weich, wasserreich und somit ohne die für den S-Bahn-Ausbau notwendigen Maßnahmen nur wenig tragfähig. Zusätzlich verursacht der aufgrund von Trinkwassergewinnung abgesenkte Grundwasserspiegel, dass der Boden zunehmend an Volumen verliert und ein Absacken der Strecke immer wahrscheinlicher wird.
Auf Basis dieser Ergebnisse wird nun die weitere Planung für die Ertüchtigung des Bahndamms vorbereitet. Vorgesehen ist, die vorhandenen weichen Moor- und Torfschichten im Untergrund des betroffenen Bereichs auszutauschen und durch tragfähiges Material zu ersetzen. Dabei sollen besonders umweltverträgliche Bauweisen und Materialien zum Einsatz kommen, um die hohen Anforderung an Schutz von Boden und Grundwasser in dem Trinkwasserschutzgebiet zu erfüllen. Ziel ist es, den Bahndamm langfristig zu stabilisieren und gleichzeitig einen verträglichen Umgang mit den sensiblen Umweltbedingungen vor Ort sicherzustellen. Das gilt nicht nur für den möglichen S-Bahnausbau, sondern allgemein für die zukünftige Sicherung der Strecke der Bötzowbahn.

