Rechtskräftige Zuschlagserteilung im S-Bahn-Ausschreibungsverfahren für die Teilnetze Stadtbahn und Nord-Süd

An der Pressekonferenz zur Zuschlagserteilung im S-Bahn-Ausschreibungsverfahren haben teilgenommen v.l.n.r.: Vorstand & techn. Bereichsleitung der LSFB Andreas Hiller, VBB-Geschäftsführer Christoph Heuing, S-Bahn-Geschäftsführer Heiko Büttner, Bürgermeister und Finanzsenator für Berlin Stefan Evers, Verkehrssenatorin für Berlin Ute Bonde, CEO Siemens Mobility Michael Peter und Peter Spuhler, Verwaltungspräsident der Stadler Rail GmbH, Foto: Deutsche Bahn AG/Volker Emersleben

Rechtskräftige Zuschlagserteilung im S-Bahn-Ausschreibungsverfahren für die Teilnetze Stadtbahn und Nord-Süd

15. Juli 2026

An der Pressekonferenz zur Zuschlagserteilung im S-Bahn-Ausschreibungsverfahren haben teilgenommen v.l.n.r.: Vorstand & techn. Bereichsleitung der LSFB Andreas Hiller, VBB-Geschäftsführer Christoph Heuing, S-Bahn-Geschäftsführer Heiko Büttner, Bürgermeister und Finanzsenator für Berlin Stefan Evers, Verkehrssenatorin für Berlin Ute Bonde, CEO Siemens Mobility Michael Peter und Peter Spuhler, Verwaltungspräsident der Stadler Rail GmbH, Foto: Deutsche Bahn AG/Volker Emersleben
An der Pressekonferenz zur Zuschlagserteilung im S-Bahn-Ausschreibungsverfahren haben teilgenommen v.l.n.r.: Vorstand & techn. Bereichsleitung der LSFB Andreas Hiller, VBB-Geschäftsführer Christoph Heuing, S-Bahn-Geschäftsführer Heiko Büttner, Bürgermeister und Finanzsenator für Berlin Stefan Evers, Verkehrssenatorin für Berlin Ute Bonde, CEO Siemens Mobility Michael Peter und Peter Spuhler, Verwaltungspräsident der Stadler Rail GmbH, Foto: Deutsche Bahn AG/Volker Emersleben

Nach Abschluss des Nachprüfungsverfahrens zur S-Bahn-Ausschreibung für die Teilnetze Stadtbahn und Nord-Süd (SBSNS-II) ist am 8. Juli 2026 der rechtskräftige Zuschlag an das Bieterkonsortium aus S-Bahn Berlin, Siemens Mobility und Stadler Deutschland erteilt worden. Damit kann der Herstellungsprozess für die neuen S-Bahn-Fahrzeuge – insgesamt 350 Halbzüge mit 1.400 Wagen – jetzt beginnen. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat die Länder in diesem Prozess mit großem Engagement als Vergabestelle unterstützt und wird auch künftig das Vertragsmanagement durchführen.

Auf der heutigen Pressekonferenz stellten Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde, Vertreter des beauftragten Konsortiums sowie die Geschäftsführungen des VBB und der S-Bahn-Berlin den Projektstart der Öffentlichkeit vor.

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Mit der Zuschlagserteilung für die Teilnetze Stadtbahn und Nord-Süd machen wir den nächsten großen Schritt zur Modernisierung der Berliner S-Bahn. Die 350 neuen Halbzüge kommen nicht nur den Fahrgästen auf diesen Strecken zugute – sie legen zugleich den Grundstein dafür, das Angebot mit der weiter steigenden Fahrgastnachfrage und der Inbetriebnahme neuer Strecken auszubauen.“

Stefan Evers, Bürgermeister und Senator für Finanzen: „Die Stärke einer Stadt zeigt sich nicht in Sonntagsreden, sondern am Montagmorgen. Dann, wenn Millionen Menschen zuverlässig zur Arbeit kommen, Unternehmen planen können und der Alltag funktioniert. Mit der heutigen Entscheidung stellen wir die Weichen für einen modernen, leistungsfähigen und verlässlichen S-Bahn-Verkehr in den kommenden Jahren. So schaffen wir die Grundlage dafür, dass Berlin auch in Zukunft zuverlässig funktioniert.“ 

Robert Crumbach, Brandenburgs Minister für Infrastruktur und Landesplanung: „Auch das Land Brandenburg profitiert von dem Zuschlag, da die S-Bahn die Wohnortattraktivität im Berliner Umland erheblich stärkt und den Pendlern aus Brandenburg eine verlässliche und schnelle Anbindung an das Berliner Stadtzentrum garantiert. Mit dem geplanten Bau eines neuen Werkstattstandortes in Fredersdorf leistet auch Brandenburg seinen Anteil, die nötigen Wartungskapazitäten für die Zugflotte zu stellen.“

Heiko Büttner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin GmbH: „Die Freude bei der S-Bahn Berlin ist riesig – die endgültige Vergabe schafft eine langfristige Perspektive für unsere über 3.000 Kolleginnen und Kollegen. Denn als S-Bahn Berlin übernehmen wir weiterhin den Betrieb und eine entscheidende Rolle bei der Instandhaltung der neuen Flotte. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir dafür sorgen, dass die Fahrzeuge für unsere Fahrgäste verlässlich, pünktlich, sicher und sauber am Bahnsteig stehen werden.“

Michael Peter, CEO Siemens Mobility: „Als Technologieunternehmen mit Berliner Wurzeln treiben wir die Zukunft der Hauptstadtmobilität aktiv voran. Mit innovativen Fahrzeugen, digitalen Technologien und intelligenter Instandhaltung schaffen wir gemeinsam mit unseren Partnern die Grundlage für ein leistungsfähiges, nachhaltiges und zukunftsorientiertes S-Bahn-System für Berlin“.

Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident der Stadler Rail AG: „Die neuen Züge für die Berliner S-Bahn werden dort gebaut, wo sie fahren: in Berlin. Unsere Fahrzeuge haben sich auf dem Ring über mehr als 120 Millionen Kilometer bewährt – genau dieses Konzept entwickeln wir nun gemeinsam mit unseren Partnern für das gesamte Netz weiter. Für Stadler ist dieser Auftrag ein klares Bekenntnis zur Fertigung in der Hauptstadtregion. Ich danke den Ländern Berlin und Brandenburg für ihr Vertrauen.“

Christoph Heuing, Geschäftsführer des VBB: „Mit dem rechtskräftigen Zuschlag schließen wir ein herausforderndes und komplexes Vergabeverfahren erfolgreich ab. Nun kommt es darauf an, dass die neuen Fahrzeuge pünktlich geliefert werden. Im Ergebnis werden wir eine moderne Fahrzeugflotte im S-Bahnnetz haben, die gut für die zukünftigen Anforderungen gerüstet ist und den Fahrgästen viel Freude bereiten wird. “

Die wichtigsten Punkte des neuen Verkehrsvertrags

Betriebsaufnahme und Einflottung der neuen S-Bahn-Fahrzeuge starten zum Jahresbeginn 2032 und werden planmäßig 2038 abgeschlossen sein. Die Neufahrzeuge ersetzen in beiden Teilnetzen die Fahrzeuge der Bestandsbaureihen 480 und 481. Der Verkehrsvertrag über die Betriebsleistungen wird für einen Zeitraum von 15 Jahren geschlossen.
Der Instandhaltungsvertrag hat eine Laufzeit von 30 Jahren und sichert die Instandhaltungsleistungen über die gesamte Lebensdauer der Neufahrzeuge. Die Instandhaltung erfolgt in Bestandswerkstätten der S-Bahn Berlin GmbH, darunter das Werk in Schöneweide. Alle entsprechenden Werkstätten werden für die Wartung der neuen Fahrzeuge ertüchtigt. Zudem wird ein neues S-Bahn-Instandhaltungswerk in Fredersdorf-Vogelsdorf errichtet, um die Wartung der erweiterten Flotte zu gewährleisten.

Alle Fahrgäste können sich auf neue Fahrzeuge freuen, die über eine vollständige Klimatisierung, moderne Fahrgastinformationssysteme, automatische Schiebetritte für die barrierefreie Nutzung und Videotechnik verfügen sowie strenge Lärmschutzanforderungen erfüllen.

Mit dem Zuschlag geht jetzt auch die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Berlin (LSFB) an den Start, die als neue Säule für den S-Bahn-Betrieb der Zukunft errichtet wurde. Die LSFB ermöglicht nicht nur eine nachhaltige Finanzierung der Fahrzeuge und der Werkstattum- und -neubauten, sondern auch ein professionelles, langfristiges Monitoring der Qualität öffentlich finanzierter Fahrzeuge und Werkstätten.

Begleitend zur SBSNS-II-Vergabe haben die Länder Berlin und Brandenburg gemeinsam mit der DB InfraGO die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass ab Anfang der 2030er Jahre in der neuen Steuerungs- und Dispositionszentrale (SDZ) für die Berliner S-Bahn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Infrastrukturbetreibers und des Verkehrsunternehmens künftig in einer zentralen Leitstelle zusammenarbeiten. Das schafft gute Voraussetzungen für ein schnelles, abgestimmtes Reaktionsmanagement im Störungsfall und eine durchgängige Kommunikation gegenüber den Fahrgästen.

Im Projekt i2030 wird der Ausbau der Infrastruktur, die mit den neuen Fahrzeugen kommen wird, gesteuert und geplant. 

i2030-Sportshirts für die Kinder der Robinsonschule in Bernau

Übergabe der i2030-Trikots an die Robinson Schule in Bernau zusammen mit dem Bürgermeister André Stahl, Foto: Stadt Bernau

Projekt i2030 übergibt Trikotset an die Fußballspieler vom FC Neuenhagen 1913 e.V.

1. Juli 2026

Die Robinsonschule ist eine öffentliche Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ in der Trägerschaft des Landkreises Barnim. Das Sportleben steht neben vielen anderen Angeboten im Mittelpunkt des Schullebens. Die Kinder bekommen nun kurz vor den Sommerferien Sport T-Shirts vom Projekt „i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“ feierlich überreicht. Sie werden bei kommenden Tunieren im Zweifelderball, Fußball, Tischtennis und weiteren Wettkämpfen zum Einsatz kommen. André Stahl, Bürgermeister der Stadt Bernau, begleitete die Übergabe. Im Stadtgebiet gibt es insgesamt 15 allgemeinbildende und sonderpädagogische Schule. Schon dadurch ergeben sich Herausforderungen an den öffentlichen Nahverkehr, da viele Schülerinnen und Schüler auch aus umliegenden Gemeinden nach Bernau zum Lernen kommen. Auch aus diesem Grund unterstützt der Bürgermeister als Botschafter den Ausbau für den 10-Minuten-Takt der S-Bahnlinie S2.

Im Projekt i2030 planen die Länder Berlin und Brandenburg zusammen mit der Deutschen Bahn und dem VBB den langfristigen Infrastrukturausbau im Regional- und S-Bahnverkehr. Schienenprojekte bedeuten allerdings viele Jahre der Planung, bevor der Bau starten kann.  Neben Zeit und Geld ist genauso die breite Zustimmung der Menschen vor Ort ein wichtiges Element für das Gelingen der Vorhaben. Darum unterstützt das Projekt i2030 engagierte Schulprojekte und Vereine aus der Region, um die geplanten Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr bekannt zu machen.

Ein Teilprojekt innerhalb des Maßnahmenpakets für die S-Bahn ist die Erweiterung des 10-Minutentaktes auf der S2 Richtung Bernau. Heute führt der 10-Minuten-Takt bis nach Buch. Die laufenden Planungen untersuchen, welcher Infrastrukturausbau nötig ist, um alle 10 Minuten über Röntgental und Zepernick nach Bernau zu fahren. Die Vorplanung wird durch die Länder Berlin und Brandenburg finanziert und durch die Deutsche Bahn durchgeführt. Mit den Ergebnissen soll eine Vorzugsvariante festgelegt werden. Sie bildet die Grundlage für die weitere Planung und Finanzierung. In den Prozess werden die Kommunen an der Strecke rechtzeitig eingebunden.

Bürgermeister André Stahl setzt sich als i2030-Botschafter (www.i2030.de/botschafter-in) für den besseren Takt bei der S-Bahn ein. Täglich nutzen zahlreiche Pendler*innen die S-Bahnverbindung, um zu ihrem Arbeits- oder Ausbildungsplatz zu kommen. Die Stadt ist mittlerweile auf über 45.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den letzten Jahren angewachsen und Mobilität ist eines der zentralen Themen. 

Weitere Kooperationen befinden sich in Abstimmung mit Kommunen und Bezirken, die eng bei der Erweiterung der Schieneninfrastruktur mit dem Projekt i2030 zusammenhängen.

Mehr Infos zur Robinsonschule: https://robinsonschule-bernau.de/startseite/

Mehr Infos zum S-Bahn-Maßnahmenpaket: https://www.i2030.de/sbahn/

Infoveranstaltungen in Vetschau und Kolkwitz

In Vetschau und Kolkwitz fanden Infoveranstaltungen zum Ausbaukorridor Lübbenau - Cottbus statt. Insgesamt gab es eine positive Resonanz.

Infoveranstaltungen in Vetschau und Kolkwitz

In Vetschau und Kolkwitz fanden Infoveranstaltungen zum Ausbaukorridor Lübbenau - Cottbus statt. Insgesamt gab es eine positive Resonanz.

Beim i2030-Teilprojekt zweigleisiger Ausbau zwischen Lübbenau und Cottbus starten dieses Jahr die Bauarbeiten zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember 2026. 

Zu der Baumaßnahme, den laufenden Vorbereitung und den Schienenersatzverkehren während der Vollsperrung auf der Strecke informierte die DB InfraGO AG.

Die beiden Informationsveranstaltungen stießen auf großes Interesse. Rund 70 Bürgerinnen und Bürger informierten sich am 16. Juni in Vetschau  2026, in Kolkwitz am 24. Juni 2026 folgten etwa 140 Gäste der Einladung. 

Als Referenten standen Peter Nußbaum, Projektleiter der DB InfraGO, Carsten Pröber, Baulärmverantwortlicher der DB Engineering & Consulting, Hagen Byhain, Projektleiter der ausführenden Arbeitsgemeinschaft (ARGE), sowie der Stakeholdermanager der DB InfraGO Rede und Antwort. Hier können Sie die gezeigte Präsentation einsehen. 

Im Mittelpunkt der Diskussion standen Fragen zum Ersatzverkehr, Bahnübergangssperrungen, Schrankenschließzeiten sowie zu den Auswirkungen der Bauarbeiten auf die Anwohnerinnen und Anwohner vor Ort.