Baustart für Siemensbahn rückt näher

Start der Sanierungsarbeiten am Stahlviadukt beim i2030-Projekt Siemensbahn, Foto VBB GmbH, Stapf

Baustart für Siemensbahn rückt näher: Sanierung des Stahlviadukts startet

29. Juni 2026

Die Reaktivierung der Siemensbahn nimmt Formen an. Am Montag begannen erste Arbeiten. Dabei geht es zunächst um die Sanierung des
Stahlviadukts. Das symbolische Startsignal hierfür gaben am Vormittag DB-Konzernbevollmächtigter Alexander Kaczmarek, Verkehrssenatorin Ute Bonde, VBB-Chef Christoph Heuing und Spandaus Bezirksstadtrat Thorsten Schatz.

Die ersten Arbeiten laufen auf einem Testfeld, an dem zentrale Verfahren für die Instandsetzung des Stahlviadukts untersucht werden. Das denkmalgeschützte Viadukt stammt aus dem Jahr 1928 und besteht aus insgesamt 71 Einzelbauwerken.

Nach jahrzehntelanger Stilllegung gibt es umfangreiche Schäden. Dazu zählen Verformungen, Korrosionsschäden, beschädigte Lager sowie Defizite bei Entwässerung und Tragwerk. Die gesammelten Erkenntnisse im Testfeld sind Grundlage für den anschließenden Bauablauf des Gesamtprojekts.
Im Zuge der Ertüchtigung des Stahlviadukts bleibt ein Großteil der historischen Substanz erhalten und wird denkmalgerecht instandgesetzt. Die bestehenden Unterbauten werden weitgehend weitergenutzt. Gleichzeitig wird die Strecke für einen modernen Bahnbetrieb hergerichtet – mit zwei Gleisen und zeitgemäßer technischer Ausstattung.

Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbevollmächtigter: „Nun geht es los. Mit der Siemensbahn binden wir Siemensstadt und Spandau direkt an den Berliner S-Bahnring an. Das schafft nachhaltige Mobilität. Das heutige Startsignal zeigt, dass wir die Reaktivierung der rund 4,5-Kilometer langen Strecke engagiert vorantreiben.“

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Die Siemensbahn kehrt zurück – und mit ihr eine direkte  Schienenverbindung für ein Stadtquartier, das Arbeiten, Forschen und Wohnen neu zusammendenkt. Das denkmalgeschützte Viadukt wird sorgfältig saniert und gleichzeitig für einen modernen Bahnbetrieb hergerichtet. Was heute hier beginnt, ist der erste sichtbare Schritt zu einer der bedeutendsten Streckenreaktivierungen der Stadt seit Jahrzehnten.”

Christoph Heuing, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg: „Städtebau und ÖPNV-Ausbau greifen an diesem Ort vorbildlich ineinander. Während nebenan der neue Wohn- und Innovationsstandort Siemensstadt Square entsteht, startet hier am Viadukt ein neuer Meilenstein im Projekt i2030 für die Reaktivierung der Siemensbahn. Perfekt für die Menschen, die dann eine S-Bahnanbindung im 10-Minuten-Takt u.a. zur Ringbahn und zum Hauptbahnhof bekommen.”

Thorsten Schatz, Bezirksstadtrat Spandau, Abteilung Bauen, Planen, Umwelt-und Naturschutz: „Die Reaktivierung der Siemensbahn ist ein Glücksfall für Spandau. Sie verbessert die Mobilität, stärkt den Zukunftsstandort Siemensstadt und bringt eine traditionsreiche Strecke zurück ins Berliner S-Bahn-Netz. Mit dem heutigen Baustart wird sichtbar: Die Siemensbahn kommt zurück. Darauf haben viele Menschen in unserem Bezirk lange gewartet.“

Die Reaktivierung der Siemensbahn bewegt auch die Schülerinnen und Schüler im Bezirk. So gibt es am Dienstag, 30. Juni, an der Spandauer Robert-Reinick-Grundschule einen Projekttag zur Siemensbahn. Die Schüler treffen sich dazu am Vormittag an der Eisenbahnüberführung am Rohrdamm 82. Anschließend begeben sich die Kinder auf eine Zeitreise an einem scheinbar verlorenen Ort. Sie schauen sich um und halten fotografisch fest, was sie sehen. Vor langer Zeit kamen und gingen hier Menschen. Sie stiegen ein, sie fuhren ab, sie kamen an und gingen nach Hause. Wie sahen sie aus? Wo gingen sie hin? Wer waren sie? Das soll an diesem Tag erarbeitet werden.

Stammstrecke Heidekrautbahn: Erneute Bürgerbeteiligung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens

Die Stammstrecke der Heidekrautbahn wartet auf ihre Reaktivierung, Foto: VBB/Stapf

Stammstrecke Heidekrautbahn: Erneute Bürgerbeteiligung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens

18. Mai 2026

Im Rahmen des Infrastrukturprojektes „i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“ arbeitet die Niederbarnimer Eisenbahn-AG gemeinsam mit den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem VBB an der Reakti­vierung der Stammstrecke der Heidekrautbahn zwischen Berlin-Wilhelms­ruh und dem Abzweig Schönwalde in Brandenburg. Da im Projekt zwei Bundesländer betroffen sind, die jeweils für die Planfeststellungen zustän­dig sind, wird auch die Planung in einen Berliner und einen Brandenburger Teil aufgeteilt. Infolge der ersten Auslegung bzw. Erörterungen der Pla­nungs­unterlagen im Jahr 2023 waren Anpassungen an den Unterlagen notwendig geworden. Diese wurden durch die NEB in Absprache mit den Partnern und Beteiligten vor Ort überarbeitet und Ende des vergangenen Jahres für den Berliner Planfeststellungsabschnitt fertiggestellt und an die zuständige Behörde übergeben.

Die wesentlichen Änderungen am Vorhaben betreffen die Umplanungen am neuen Bahnhof Rosenthal und darauffolgend am Bahnübergang Wil­helmsruher Damm (zweigleisig statt eingleisig), sowie die Umplanung/ Verschiebung des Haltepunkts Blankenfelde. Weiterhin wurden bestehen­de Durchlässe neu geplant. Die schalltechnische Untersuchung wurde überarbeitet und neue Lärmschutzmaßnahmen (Lärmschutzwände) geplant. Im Jahr 2024 wurde zudem die Biotop- und Nutzungskartierung aktualisiert. In Summe erforderte dies eine umfassende Überarbeitung sowie Neuerstellung der naturschutzfachlichen Gutachten inkl. der Eingriffsbewertung und der Ausgleichskonzeption. Es wurde auch ein Brand- und Katastrophenschutzkonzept erstellt.

Mit dem Berliner Planfeststellungsverfahren erfolgt nun vom 18.05.2026 bis zum 18.06.2026 die erneute Bürgerbeteiligung für den Berliner Abschnitt. Die Unterlagen für den Berliner Teil des Bauvorhabens werden in dieser Zeit im Internet unter www.berlin.de/sen/uvk/ mobilitaet-und-verkehr/verkehrsplanung/planfeststellungen/bekanntmachungen/ heidekrautbahn-1669612.php bereitgestellt. Ein weiterer Zugang besteht über das UVP-Portal der Länder für umweltverträglich­keitsprüfungspflichtige Vorhaben (www.uvp-verbund.de). Zusätzlich dazu erfolgt die Auslegung der Planungsunterlagen in Berlin-Pankow, und in der Gemeinde Mühlenbecker Land. Für die Einsichtnahme vor Ort wird in der Regel eine vorherige Termin­vereinbarung erbeten (alle Informationen finden sich auf der Webseite, siehe oben).

Die Ankündigung über die Auslegung der Planungsunterlagen erfolgte ebenso über das Berliner Amtsblatt (Ausgabe: 76. Jahrgang Nr. 20 vom 15. Mai 2026). Dort finden sich Informationen zu den entsprech­enden Orten und Zeiten der Einsichtnahme in die Planungsunterlagen, die Adressaten für Einwendungen sowie weitere für das Anhörungsverfahren wichtige Mitteilungen.

Wenn darüber hinaus Erläuterungen und Auskünfte zu den Planunterlagen gewünscht werden, besteht die Möglichkeit, sich bei der Vertreterin der Niederbarnimer Eisenbahn-AG – Frau Kilian – während des Auslegungs­zeitraumes, am Dienstag und Donnerstag von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr unter der Telefon­nummer 030 814596399 zu informieren.

Nach der Auslegung erhält jeder, dessen Belange durch das Vorhaben berührt werden die Möglichkeit, innerhalb einer Frist Bedenken und Hinweise bis zum 20.07.2026 einzureichen. Die Anhörungsbehörde legt anschließend das weitere Verfahren fest mit dem Ziel am Ende des Prozesses den Planfeststellungsbeschluss zu erlassen, damit die Nieder­barnimer Eisenbahn-AG ihre Baugenehmigung für das Vorhaben erhält.

Für den Brandenburger Abschnitt des Reaktivierungsvorhabens soll die Übergabe der überarbeiteten Planungsunterlagen im Herbst 2026 erfolgen.

Da sich aufgrund von Einwendungen bis zum Planfeststellungsbeschluss noch Änderungen an den Planungen ergeben können, wird erst im An­schluss an den Beschluss der endgültige Finanzierungsrahmen sowie der finale Schlussbericht der Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) erstellt. Nach vorläufigem Schlussbericht ist das Vorhaben zur Reaktivierung der Stammstrecke Heidekrautbahn aber bereits aus gesamtwirtschaftlicher Sicht förderfähig. Die final abgeschlossene NKU bildet dann die Grundlage der Antragsstellung für die Finanzierung über das Gemeindeverkehrs­finanzierungsgesetz (GFVG) des Bundes.

Siemensbahn-Vorfreude vor dem Baustart…

Zur neuen Siemensbahn Infoveranstaltung kamen über 200 interessierte Gäste, Foto DB InfraGO AG

Siemensbahn-Vorfreude vor dem Baustart

28. April 2026

Vorfreude. So konnte man die Grundstimmung auf der Infoveranstaltung zum i2030-Projekt der Reaktivierung der Siemensbahn am besten beschreiben. Am 27.04. fand im Ernst-von-Siemens-Saal im 11. Stock des Panorama Congress Center mit direkten Blickt auf das Viadukt die zweite große Infoveranstaltung statt.

Über 200 Gäste waren vor Ort, um die Neuigkeiten zur Reaktivierung zu erfahren. Die erste gute Nachricht lautet: Ab Mai 2026 gibt es was zu sehen, wenn am Viadukt am Wernerwerk die ersten Arbeiten beginnen. Ziel ist es das ambitionierte Inbetriebnahmedatum weiter zu halten. 2029 sollen die ersten S-Bahnen auf der historischen Strecke bis Jungfernheide und dann weiter bis Hauptbahnhof rollen.

Alexander Kaczmarek (Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern), Ute Bonde (Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt), Thorsten Schatz (Bezirksstadtrat für Bauen, Planen, Natur- und Umweltschutz im Bezirk Spandau), Christoph Heuing (Geschäftsführer vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg) verfolgten die Ausführung von Thomas Rüffer (Projektleiter der DB InfraGO AG für die Reaktivierung der Siemensbahn) zum aktuellen Planungsstand.

Die Siemensbahn wird größtenteils innerhalb des Bestands saniert, damit bestehe Bestandsschutz und Planrecht für die Strecke. Das ermöglicht die beschleunigte Umsetzung des Projektes. Trotzdem gibt es allerhand zu tun, wie

    • Verlegen neuer Gleise, Weichen und Installation neuer Signaltechnik
    • Instandsetzung von Eisenbahnüberführungen
    • Sanierung des Stahlviadukts
    • Barrierefreie Erschließung und denkmalgerechte Instandsetzung der Stationen

Damit die Abstimmungen der Planungen und der verschiedenen Gewerke gut verzahnt werden, arbeiten die beteiligten Firmen seit Ende 2025 in einem Allianzmodell zusammen mit einem Gemeinschaftsbüro am Berliner Hauptbahnhof.

In der anschließenden Fragerunde gab es u.a. zahlreiche Fragen zum Lärmschutz. Hier erklärte Herr Kaczmarek, dass moderne S-Bahnen mit maximal 60 km/h unterwegs sein werden. Es wird alles getan, um Lärmbelastung zu mindern. Als Beispiel nannte er Schmiereinrichtungen, die Räderquietschen verhindern und besohlte Schwellen auf dem Viadukt, die den Schall dämpfen.

Gleichzeitig bezeugten viele Anwohner, dass sie sich auf die verbesserte Anbindung mit der S-Bahn in ihrem Bezirk freuen. Zusammen mit der neuen Siemensstadt Square werden 55.000 auf 69.000 Fahrgäste pro Tag erwartet. Die Anwohner werden nun beobachten, wie das Baugeschehen auf der Trasse in den kommenden Monaten vorbereitet und durchgeführt wird.  

Wiederbelebung der Siemensbahn: Arbeitsgemeinschaft realisiert wichtigen Schritt

Auch neue S-Bahnbrücken über die Spree werden bei der Reaktivierung der Siemensbahn umgesetzt, Grafik: DB InfraGO AG

Wiederbelebung der Siemensbahn: Arbeitsgemeinschaft realisiert wichtigen Schritt

15. Januar 2026

Die Siemensbahn, ein historisches Wahrzeichen der Berliner Verkehrsinfrastruktur, wird nach über 40 Jahren Stillstand reaktiviert. Im Rahmen des Projekts „i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“ entsteht eine moderne, leistungsfähige Verbindung zwischen Jungfernheide und Gartenfeld. Für die Umsetzung setzt die Deutsche Bahn auf das Partnerschaftsmodell Schiene. Die PORR ist Vertragspartnerin für Vergabepaket 2 „KIB Neubau“.

Bereits 1912/1913 arbeiteten rund 24.000 Menschen in der Siemensstadt – einem der größten Industriestandorte Berlins. Um die Verkehrsanbindung für die Mitarbeitenden von Siemens und die Anwohnenden zu verbessern, wurde 1929 die Siemensbahn eröffnet. Nach den Einschnitten durch den Zweiten Weltkrieg und den im Zuge des Mauerbaus einsetzenden S‑Bahn‑Boykott wurde die Strecke 1980 stillgelegt und blieb jahrzehntelang ungenutzt.

Mit i2030 wird die Verbindung wiederbelebt, um den aktuellen Mobilitätsbedürfnissen gerecht zu werden. Mit der Siemensbahn erhält der Innovations- und Wohnstandort Siemensstadt Square eine direkte Anbindung an die Ringbahn – mit schnellen Anschlüssen zum Berliner Hauptbahnhof und zum Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Die Gesamtmaßnahme verläuft im Nordwesten Berlins auf einer Länge von rund 4,5 Kilometern: von Westhafen über die Jungfernheide durch den Bezirk Charlottenburg und die Siemensstadt bis nach Gartenfeld.

Auftrag „KIB Neubau“

Bei diesem wichtigen Infrastrukturprojekt in der deutschen Hauptstadt verantwortet die ARGE PORR – KEMNA BAU – MCE das Vergabepaket 2 „KIB Neubau“. Es umfasst die Herstellung sämtlicher Ingenieurbauwerke, darunter Eisenbahnbrücken, Bahnhöfe, Fußgängertunnel, Lärmschutzwände und Stützbauwerke im Abschnitt zwischen dem Bahnhof Westhafen und den „Unteren Spreebrücken“ am Übergang zur bestehenden Hochbahnstrecke sowie im Bereich des Bahnhof Gartenfeld. Darüber hinaus beinhaltet das Paket die Leistungen Erdbau und Tiefbau sowie die Erschließung und die Herstellung der Logistikflächen für die Gesamtmaßnahme.

Partnerschaftsmodell Schiene setzt auf Zusammenarbeit

Beim Projekt Siemensbahn kommt das Partnerschaftsmodell Schiene in der Region Ost zum Einsatz. Das Modell setzt auf integrierte Zusammenarbeit: Planung und Umsetzung erfolgen von Beginn an gemeinsam und fachübergreifend. So werden Synergien genutzt, Qualität gesichert und Termine sowie Kosten verlässlich eingehalten. Ziel ist die effiziente und nachhaltige Wiederanbindung der Strecke zwischen Jungfernheide und Gartenfeld – als Beitrag zu einer modernen und umweltbewussten Mobilität in der Hauptstadtregion.

PORR CEO Karl-Heinz Strauss bekräftig: „Wir sind stolz, unser umfassendes Know-how im Bahnbau bei der Umsetzung dieses wichtigen Mobilitätsprojekts einzubringen. Das Partnerschaftsmodell Schiene beschleunigt die Entwicklung von Infrastrukturprojekten und ermöglicht ein besonders zielgerichtetes gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten.“

Herausfordernde Rahmenbedingungen

Die Arbeiten erfolgen im innerstädtischen Bereich, teilweise entlang bestehender und in Betrieb befindlicher Gleisanlagen. Dies erfordert eine präzise Logistikplanung und die Durchführung zahlreicher Leistungen innerhalb enger Sperrpausen der Deutschen Bahn. Hinzu kommen Eingriffe in Bestandsbauwerke mit denkmalpflegerischen Anforderungen sowie Arbeiten im Bereich der Spree. Bereits in der Angebotsphase wurde ein BIM-Modell entwickelt, um die komplexe Logistik frühzeitig zu berücksichtigen und eine effiziente Umsetzung sicherzustellen.

 

Ergebnisse der ersten Machbarkeitsstudien zur Reaktivierung von Bahnstrecken in Brandenburg liegen vor

Reaktivierung Bahnstrecken | © Omm-on-tour/Adobe Stock

Ergebnisse der ersten Machbarkeitsstudien zur Reaktivierung von Bahnstrecken in Brandenburg liegen vor

16. Dezember 2025

Reaktivierung Bahnstrecken | © Omm-on-tour/Adobe Stock
Reaktivierung Bahnstrecken | © Omm-on-tour/Adobe Stock

Die ersten Ergebnisse der Machbarkeitsstudien zur möglichen Reaktivierung der stillgelegten Bahnstrecken Werneuchen – Wriezen, Hoppegarten – Altlandsberg und Fredersdorf (b Berlin) – Rüdersdorf (b Berlin) in Brandenburg liegen nun vor. Die Untersuchungen wurden im Auftrag des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) durch den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sowie die Gutachter TransportTechnologie-Consult Karlsruhe GmbH (TTK) und PTV TransportConsult durchgeführt.

Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung: „Die Machbarkeitsstudien zeigen: Reaktivierungen im ländlichen Raum können ein wichtiger Baustein für bessere Mobilität und mehr Klimaschutz sein, sie sind aber kein Selbstläufer. Wir prüfen jede Strecke sorgfältig, damit jeder investierte Euro im Schienenverkehr möglichst vielen Menschen nützt. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Untersuchungen besteht dann für die positiv bewerteten Strecken aber noch die Herausforderung, auch die Umsetzung finanziell abzusichern.“

Mit den Machbarkeitsstudien liegt erstmals eine belastbare Grundlage für Entscheidungen zu mehreren seit Jahren diskutierten Reaktivierungsprojekten vor. Sie machen deutlich, wo eine Wiederaufnahme des Regionalverkehrs realistische Chancen bietet – und wo räumliche Konflikte oder zu geringe Potenziale dagegen sprechen.

Auf dieser Basis sollen die nächsten Schritte mit den betroffenen Landkreisen und Kommunen abgestimmt werden. Für Strecken mit erkennbarem Potenzial folgen nun vertiefende Nutzen-Kosten-Untersuchungen, die Voraussetzung für eine Förderung durch Bund und Land sind.

Geprüfte Strecken und Ergebnisse:

Werneuchen – Wriezen:

Für die Strecke Werneuchen – Wriezen wurden mehrere Varianten mit unterschiedlichen Betriebskonzepten für eine Durchbindung der Regionalverkehrslinie RB25 untersucht. Für zwei Varianten konnte im Rahmen der Studie eine technische Machbarkeit und ein ausreichendes Potenzial für eine Reaktivierung nachgewiesen werden. Die Förderwürdigkeit wird in einer anschließenden Nutzen-Kosten-Untersuchung geprüft.

Fredersdorf – Rüdersdorf:

Für die Strecke Fredersdorf (b Berlin) – Rüdersdorf (b Berlin) wurden mehrere Varianten für Betriebskonzepte (Flügelung, Pendelverkehr und Durchbindungen mit S-Bahn oder Regionalverkehr) und Streckenführungen (bis zum ehemaligen Bahnhof Rüdersdorf (Tasdorf), bis Schulzenhöhe und zum CEMEX-Werksgelände) untersucht.

Die technische Machbarkeit und die Verträglichkeit mit dem Schienengüterverkehr ist nur bei einem Pendelverkehr mit Regionalverkehrszügen gegeben. Das Fahrgastpotenzial wird jedoch aufgrund ungünstiger Rahmenbedingungen kritisch bewertet. Grund dafür sind die ungünstige Lage der Strecke und die fehlende Perspektive einer Durchbindung der Linie nach Berlin aufgrund der Eingleisigkeit der Ostbahn. Eine Nutzen-Kosten-Untersuchung soll nun prüfen, ob eine Streckenreaktivierung trotz dieser ungünstigen Rahmenbedingungen für das Fahrgastpotenzial dennoch förderwürdig ist.

Hoppegarten – Altlandsberg:

Für die Strecke Hoppegarten (Mark) – Altlandsberg wurde die Ersteinschätzung der Gutachter basierend auf einer Flächenanalyse und Stellungnahmen der betroffenen Kommunen in Form eines Kurzberichts festgehalten. Aufgrund erheblicher Flächenkonflikte entlang der ehemaligen Kleinbahntrasse empfehlen die Gutachter keine weitere Betrachtung und keine Nutzen-Kosten-Untersuchung.

Das Land Brandenburg verfolgt ein standardisiertes Verfahren zur Prüfung stillgelegter SPNV-Strecken. Grundlage für eine Förderung von Planungs- und Baukosten durch Bund und Land ist der Nachweis eines volkswirtschaftlichen Nutzens gemäß dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG). Für den Betrieb reaktivierter Strecken ist perspektivisch eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel durch den Bund erforderlich.

Die Ergebnisse werden den regionalen Akteuren vor Ort vorgestellt. Die Abschlussberichte werden auf der Webseite des MIL veröffentlicht. Weitere Machbarkeitsstudien für zusätzliche Strecken sowie eine Nutzen-Kosten-Untersuchung für Joachimsthal – Templin Stadt befinden sich derzeit in Bearbeitung. Ergebnisse werden im kommenden Jahr erwartet.

Laufende Untersuchungen zur Reaktivierung von SPNV-Strecken:

    • Joachimsthal – Templin Stadt
    • Neuruppin West – Neustadt (Dosse)
    • Wustermark – Ketzin
    • Rathenow – Rathenow Nord
    • Müncheberg (Mark) – Müncheberg (Mark) Stadt
    • Schmachtenhagen – Oranienburg (Fichtengrund)
    • Luckau-Uckro – Lübben (Spreewald)
    • Falkenberg (Elster) – Herzberg (Elster) Stadt

Link zu Ergebnisberichten: https://mil.brandenburg.de/mil/de/themen/mobilitaet-verkehr/bahnen-busse/infrastrukturmassnahmen/strecken-und-haltereaktivierung/ 

Hinweis: Das ist eine Pressemitteilung des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg, veröffentlicht am 16.12.2025, online verfügbar unter: https://mil.brandenburg.de/mil/de/presse/detail/~16-12-2025-machbarkeitsstudien-reaktivierung-von-bahnstrecken#

Die Finanzierung der Planung für die Reaktivierung der Siemensbahn ist sicher

Die Planungen für die Siemensbahn sind gesichert, Foto: VBB, Stapf

Die Finanzierung der Planung für die Reaktivierung der Siemensbahn ist sicher

18. Juli 2025

Die Vertragspartner für die geschlossene Finanzierung des Bauvorhabens sind das Land Berlin, die DB InfraGO AG und die DB Energie GmbH. Die Zeichnung der Verträge bringt dem Vorhaben Sicherheit für die Planung der kommenden Jahre, denn durch die Verträge werden sämtliche Projektkosten der Leistungsphasen eins bis fünf (also Planungskosten) finanziert.

In der Finanzierung stecken 100 Prozent Mittel des Landes Berlin. Die Entscheidung zur Finanzierung ist von besonderer Bedeutung, da das Infrastruktur-Vorhaben als eines der ersten in der Region Ost nach dem Verfahren der integrierten Projektabwicklung (Allianzmodell) umgesetzt werden soll. Aktuell werden die künftigen Allianz-Partner für die fünf Vergabepakete (Planung, KIB Neubau, KIB Instandsetzung, Gleichrichterunterwerke und Verkehrsanlagen) ausgewählt, was u.a. aufgrund der geltenden EU-Fristen einen entsprechenden zeitlichen Umfang erfordert. Sobald die Allianz steht, kann mit der integrierten Ausführungsplanung begonnen werden.

Für die anteilige Bauförderung durch den Bund laufen die Antragsverfahren. Die Siemensbahn soll bis Ende 2029 reaktiviert werden und den parallel entstehenden Stadtteil „Siemensstadt Square“ an die Schiene anbinden.