S-Bahnverlängerung S25 Süd von Teltow nach Stahnsdorf: Deutsche Bahn informiert zum aktuellen Planungsstand

130 Gäste kamen zur Infoveranstaltung vom i2030-Projekt der S-Bahnverlängerung der S25 nach Stahnsdorf, Foto Gemeinde Stahnsdorf

S-Bahnverlängerung von Teltow nach Stahnsdorf: Deutsche Bahn informiert zum aktuellen Planungsstand

12. + 16. März 2026

Ziemlich genau vor zwei Jahren war die Projektleitung der Deutschen Bahn zum ersten Mal im Stahnsdorfer Rathaus zu Gast. Damals startete die Vorplanung und die Projektidee zur S-Bahnverlängerung nach Stahnsdorf wurde vorgestellt. Heute am 10.03.2026 wurden nun die Ergebnisse der abgeschlossenen Vorplanung vorgestellt.

Die S-Bahnverlängerung hat das Ziel, die wachsende Region um Teltow und Stahnsdorf an das S-Bahnnetz anzuschließen. Schon die Anbindung von Teltow Stadt im Jahre 2005 war ein großer Gewinn für die Fahrgäste, nun soll die S25 im Süden um zwei Stationen wachsen.  

Über 130 Interessierte folgten der Einladung zur Infoveranstaltung und bekamen die Ergebnisvariante für den Ausbau durch Projektleiter Marius Hertzer – beginnend von Teltow Stadt über die neue Station „Iserstraße“ bis zur neuen Endstation „Sputendorfer Straße“ – in mehreren Charts anschaulich erklärt.

Als nächster Schritt folgt nun die Entwurfsplanung, in der die vorliegenden Daten vertieft und bis zur Baureife geführt werden. Dazu gehören unter anderem Gutachten rund um umwelttechnische Fragen sowie zu Schall- und Erschütterungsvorgaben. Darüber hinaus werden auch schon die Baustraßen geplant, um die Bauarbeiten effektiv zu organisieren. Schlussendlich wird es auch bei zusätzlichen Flächenbedarfen, die nicht im Besitz der Deutschen Bahn sind, Gespräche und Vereinbarungen mit Betroffenen geben.

All diese Planungen und Absprachen sind Voraussetzung, um das Projekt beim Eisenbahn-Bundesamt für das Planfeststellungsverfahren einzureichen. Das Amt legt die finalen Planungen öffentlich aus. Für alle Beteiligten ist das die Möglichkeit sich noch einmal mit Ihren Belangen an der Ausgestaltung zu beteiligen.

Im Idealfall sind dann aber schon alle Fragen rund um das Projekt geklärt. Darum kamen im zweiten Teil der Infoveranstaltung die Bürger:innen zu Wort und konnten ihre Fragen stellen und Anliegen übermitteln. Unter anderem gab es Informationsbedarf zu Grundstücksfragen, Lärmschutz, Finanzierung und der Bahnhofsumfeldgestaltung. Je nach Zuständigkeit antworteten neben den Kollegen der Deutschen Bahn auch der Stahnsdorfer Bürgermeister und die anwesenden i2030-Projektpartner vom Brandenburger Verkehrsministerium (MIL) und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB).

Auch bei der zweiten Infoveranstaltung am 16.03. in Teltow war das Interesse mit 170 Teilnehmer*innen groß. Hier standen diesmal unterstützend Teltows Bürgermeister André Freymuth und die 1. Beigeordnete Beate Rietz für Rückfragen aus dem Publikum bereit. U.a. gab es viele Rückfragen rund um die neue Station Iserstraße, die auch eine neue Straßenführung rund um die S-Bahnstation erfordert. Hierzu wird die Entwurfsplanung entsprechende Untersuchungen durchführen.  

Regelmäßige Informationen wird es nun weiterhin über die S-Bahnausschüsse in Stahnsdorf und Teltow geben. Die gezeigte Präsentation steht hier als Download zur Verfügung. 

Zum Schluss gab Projektleiter Marius Hertzer den Ausblick in zwei Jahren wiederzukommen, um dann im Rahmen von neuen Informationsveranstaltungen die Ergebnisse der Entwurfsplanung zu präsentieren, mit der das Baurecht für die S-Bahnverlängerung beantragt werden kann.

Wiederbelebung der Siemensbahn: Arbeitsgemeinschaft realisiert wichtigen Schritt

Auch neue S-Bahnbrücken über die Spree werden bei der Reaktivierung der Siemensbahn umgesetzt, Grafik: DB InfraGO AG

Wiederbelebung der Siemensbahn: Arbeitsgemeinschaft realisiert wichtigen Schritt

15. Januar 2026

Die Siemensbahn, ein historisches Wahrzeichen der Berliner Verkehrsinfrastruktur, wird nach über 40 Jahren Stillstand reaktiviert. Im Rahmen des Projekts „i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“ entsteht eine moderne, leistungsfähige Verbindung zwischen Jungfernheide und Gartenfeld. Für die Umsetzung setzt die Deutsche Bahn auf das Partnerschaftsmodell Schiene. Die PORR ist Vertragspartnerin für Vergabepaket 2 „KIB Neubau“.

Bereits 1912/1913 arbeiteten rund 24.000 Menschen in der Siemensstadt – einem der größten Industriestandorte Berlins. Um die Verkehrsanbindung für die Mitarbeitenden von Siemens und die Anwohnenden zu verbessern, wurde 1929 die Siemensbahn eröffnet. Nach den Einschnitten durch den Zweiten Weltkrieg und den im Zuge des Mauerbaus einsetzenden S‑Bahn‑Boykott wurde die Strecke 1980 stillgelegt und blieb jahrzehntelang ungenutzt.

Mit i2030 wird die Verbindung wiederbelebt, um den aktuellen Mobilitätsbedürfnissen gerecht zu werden. Mit der Siemensbahn erhält der Innovations- und Wohnstandort Siemensstadt Square eine direkte Anbindung an die Ringbahn – mit schnellen Anschlüssen zum Berliner Hauptbahnhof und zum Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Die Gesamtmaßnahme verläuft im Nordwesten Berlins auf einer Länge von rund 4,5 Kilometern: von Westhafen über die Jungfernheide durch den Bezirk Charlottenburg und die Siemensstadt bis nach Gartenfeld.

Auftrag „KIB Neubau“

Bei diesem wichtigen Infrastrukturprojekt in der deutschen Hauptstadt verantwortet die ARGE PORR – KEMNA BAU – MCE das Vergabepaket 2 „KIB Neubau“. Es umfasst die Herstellung sämtlicher Ingenieurbauwerke, darunter Eisenbahnbrücken, Bahnhöfe, Fußgängertunnel, Lärmschutzwände und Stützbauwerke im Abschnitt zwischen dem Bahnhof Westhafen und den „Unteren Spreebrücken“ am Übergang zur bestehenden Hochbahnstrecke sowie im Bereich des Bahnhof Gartenfeld. Darüber hinaus beinhaltet das Paket die Leistungen Erdbau und Tiefbau sowie die Erschließung und die Herstellung der Logistikflächen für die Gesamtmaßnahme.

Partnerschaftsmodell Schiene setzt auf Zusammenarbeit

Beim Projekt Siemensbahn kommt das Partnerschaftsmodell Schiene in der Region Ost zum Einsatz. Das Modell setzt auf integrierte Zusammenarbeit: Planung und Umsetzung erfolgen von Beginn an gemeinsam und fachübergreifend. So werden Synergien genutzt, Qualität gesichert und Termine sowie Kosten verlässlich eingehalten. Ziel ist die effiziente und nachhaltige Wiederanbindung der Strecke zwischen Jungfernheide und Gartenfeld – als Beitrag zu einer modernen und umweltbewussten Mobilität in der Hauptstadtregion.

PORR CEO Karl-Heinz Strauss bekräftig: „Wir sind stolz, unser umfassendes Know-how im Bahnbau bei der Umsetzung dieses wichtigen Mobilitätsprojekts einzubringen. Das Partnerschaftsmodell Schiene beschleunigt die Entwicklung von Infrastrukturprojekten und ermöglicht ein besonders zielgerichtetes gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten.“

Herausfordernde Rahmenbedingungen

Die Arbeiten erfolgen im innerstädtischen Bereich, teilweise entlang bestehender und in Betrieb befindlicher Gleisanlagen. Dies erfordert eine präzise Logistikplanung und die Durchführung zahlreicher Leistungen innerhalb enger Sperrpausen der Deutschen Bahn. Hinzu kommen Eingriffe in Bestandsbauwerke mit denkmalpflegerischen Anforderungen sowie Arbeiten im Bereich der Spree. Bereits in der Angebotsphase wurde ein BIM-Modell entwickelt, um die komplexe Logistik frühzeitig zu berücksichtigen und eine effiziente Umsetzung sicherzustellen.

 

S25 Süd: Neue Trikots vom Projekt i2030 für die Tischtennis-Spieler*innen vom TSV Stahnsdorf Kleinmachnow e.V.

Der TSV Stahnsdorf Tischtennis kooperiert mit Projekt i2030, Foto: VBB GmbH

S25 Süd: Neue Trikots vom Projekt i2030 für die Tischtennis-Spieler*innen vom TSV Stahnsdorf Kleinmachnow e.V.

16. Dezember 2025

Die Abteilung Tischtennis vom TSV Stahnsdorf Kleinmachnow e.V. gehört zu den erfolgreichsten im Land Brandenburg. Zum Jahresabschluss bekamen die Sportler*innen der „Verbandsliga Damen“ und „Landesliga Jugend und Schüler“ neue Trikots mit dem Logo des Projekts „i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“ feierlich überreicht. Bernd Albers, Bürgermeister der Gemeinde Stahnsdorf, begleitete die Übergabe und kann sich doppelt freuen: Einmal über das erfolgreiche Sportjahr für den Ortsverein und darüber hinaus, dass die geplante S-Bahnverlängerung von Teltow Stadt nach Stahnsdorf die nächste Planungsphase erreicht. Das Engagement bei Vereinen soll die über mehrere Jahre dauernden Schienenprojekte schon heute sichtbar machen.

Im Projekt i2030 planen die Länder Berlin und Brandenburg zusammen mit der Deutschen Bahn und dem VBB den langfristigen Infrastrukturausbau im Regional- und S-Bahnverkehr. Bis ein Streckenausbau tatsächlich beginnen kann, braucht es neben Zeit und Geld eine breite Zustimmung der Menschen vor Ort. Mit der Kooperation von aktiven Vereinen aus der Region können die i2030-Projektpartner für die geplanten Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr werben. Ein Teilprojekt ist dabei die S-Bahnverlängerung nach Stahnsdorf mit den zwei neuen Stationen „Iserstraße“ und „Sputendorfer Straße“. Sie sollen die wachsende Region mit einem attraktiven S-Bahntakt an die Hauptstadt anbinden. Das Projekt befindet sich derzeit im Übergang zur dritten Planungsphase, der Entwurfsplanung. Bei durchgehender Finanzierung und schnellen Genehmigungsverfahren könnten erste S-Bahnzüge Ende 2032 fahren. Öffentliche Informationsveranstaltungen zum Stand des S-Bahnprojekts werden für das Jahr 2026 vorbereitet.

Bürgermeister Bernd Albers setzt sich als i2030-Botschafter (www.i2030.de/botschafter-in) für den Ausbau der S-Bahn ein. Die Gemeinde ist enger Begleiter der Planungen und treibt mit großem Engagement die städtebauliche Entwicklung rund um den kommenden Bahnhof „Sputendorfer Straße“ voran. „Ich freue mich darüber, dass sich die i2030-Partner vor Ort engagieren und auf diese Weise gemeinsam mit uns für Akzeptanz werben. Mit der im November unterzeichneten Finanzierungsvereinbarung, die bis zum Abschluss der Genehmigungsplanung reicht, hat Stahnsdorf ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk erhalten. Um in der Sprache des Sportes zu bleiben: Das war ein gelungener Aufschlag für die Vollendung dieses S-Bahn-Projekts. Ein Match besteht aber aus mehreren Sätzen. Es dauert lange und erfordert Durchhaltevermögen. Wir bleiben auf jeden Fall am Ball“, sagt Bürgermeister Bernd Albers.

„Ich wünsche allen Spielern- und Spielerinnen vom TSV für das kommende Jahr viele sportliche Erfolge und Spaß mit den neuen Trikots.“ ergänzt VBB-Geschäftsführer Christoph Heuing. „Spaß bereitet uns auch gerade das Projekt der S-Bahnverlängerung nach Stahnsdorf. Die nächste Planungsphase beginnt und wir tun mit allen Projektpartnern alles dafür, den S-Bahnanschluss ans Ziel zu bringen.“

Weitere Kooperationen mit Sportvereinen befinden sich in Abstimmung mit Kommunen und Bezirken, die eng bei der Erweiterung der Schieneninfrastruktur mit dem Projekt i2030 zusammenarbeiten.

Mehr Infos zum i2030-Ausbaukorridor: www.i2030.de/sued-west

Mehr Infos zum Verein TSV Stahnsdorf Kleinmachnow e.V.: tsv-stahnsdorf.de/tischtennis

S25 Süd: Planungen zum möglichen S-Bahnanschluss für Stahnsdorf erreichen nächste Stufe

Blick Richtung Osten auf die künftige Trasse an der Sputendorfer Straße in Stahnsdorf, Foto DB InfraGO AG, Hertzer

S25 Süd: Planungen zum möglichen S-Bahnanschluss für Stahnsdorf erreichen nächste Stufe

26. November 2025

Für die S-Bahnverlängerung der S25 Süd von Teltow Stadt nach Stahnsdorf wurde die Vorplanung durch die DB InfraGO AG abgeschlossen. Dabei haben sich die i2030-Projektpartner – die Länder Berlin und Brandenburg zusammen mit der Deutschen Bahn und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) – auf einen Variantenentscheid für den Ausbau geeinigt. Derzeit laufen die Gespräche zu den Vorplanungsergebnissen mit den Anliegerkommunen Teltow und Stahnsdorf, bevor im nächsten Schritt die Öffentlichkeit Anfang 2026 umfassend informiert wird.

Innerhalb des Infrastrukturprojektes „i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“ wird die S-Bahnverlängerung der S25 Süd von Teltow Stadt nach Stahnsdorf geplant. Die Finanzierung des Projektes ist aktuell bis zum Abschluss der Entwurfs- und Genehmigungsplanung aus Finanzmitteln der Länder Brandenburg und Berlin abgesichert. Das Land Brandenburg finanziert die Planung für den Brandenburger Abschnitt von Teltow Stadt nach Stahnsdorf einschließlich der Genehmigungsplanung mit einem Anteil von 27,9 Mio. Euro. Das Land Berlin finanziert für den gleichen Planungszeitraum einen Anteil von 18,8 Mio. Euro für den Berliner Abschnitt von Südende bis Lichterfelde Ost. Für die Finanzierung der anschließenden baulichen Umsetzung ist eine Bundesförderung im Rahmen des GVFG (Gemeindeverkehrs­finanzierungsgesetz) mit Kofinanzierung durch die Länder geplant.

Die Zeitpläne für die weitere Projektumsetzung werden aktuell vor dem Hintergrund des jetzt final abgestimmten Variantenentscheids auf Basis der Vorplanung und Beauftragung der Leistungsphasen 3+4 neu aufgestellt. Der Beginn des Planfeststellungsverfahrens ist für Ende 2027 vorgesehen. 

Beim vorliegenden Variantenentscheid für den Ausbau haben sich die i2030-Projektpartner auf folgende Eckpunkten verständigt:

    • Die Strecke zwischen Teltow Stadt und Stahnsdorf soll durchgehend zweigleisig errichtet werden. Dies ermöglicht auch für diesen Abschnitt einen 10-Minutentakt und bietet die Grundlage für eine stabile Betriebsqualität.
    • Auf dem Gebiet der Stadt Teltow quert die geplante S-Bahnstrecke den Bereich der Ruhlsdorfer/Whitehorsestraße in Teltow mit einer offenen Trasse unterhalb des bestehenden Straßenniveaus. Die Führung des Individualverkehrs wird an dieser Stelle durch die neue Bahnstrecke nicht verändert.
    • Die Iserstraße in Teltow wird nahezu auf Straßenniveau gequert. Hierdurch werden die Eingriffe in das Stadtbild und die Auswirkungen auf die Nachbarschaft minimiert, z.B. durch die Vermeidung einer Errichtung von Stützbauwerken. Personen, die zu Fuß oder auf dem Fahrrad auf der Iserstraße unterwegs sind, können die S-Bahnstrecke auch zukünftig an dieser Stelle mittels einer Unterführung queren. Der motorisierte Individualverkehr wird künftig über die Biomalzspange geleitet. Diese wird mit einer Überführung die zukünftigen S-Bahngleise überqueren.
    • Zwischen der Iserstraße und der Biomalzspange wird eine S-Bahnstation – vorläufiger Name „Iserstraße“ – errichtet, die von beiden genannten Straßen barrierefrei erreicht werden kann. Durch diese Lage wird ein maximales Fahrgastpotenzial erschlossen.
    • Weiterhin wird in Stahnsdorf als Endpunkt der Streckenverlängerung eine zweite neue Station – vorläufiger Name „Sputendorfer Straße“ – entstehen. Die Gestaltung steht in Einklang mit den Zielen der Gemeinde für die Entwicklung des künftigen Bahnhofsbereichs.
    • In Verbindung mit dem Projekt werden weitere Verbesserungen für die Linie S25 umgesetzt: In Stahnsdorf werden zusätzliche Abstellgleise für vier S-Bahnzüge entstehen. Der gegenwärtig noch eingleisige Berliner Streckenabschnitt zwischen den Stationen Berlin Südende und Berlin-Lichterfelde Ost wird zweigleisig ausgebaut, um eine höhere Betriebsqualität für die S25 / S26 zu ermöglichen.

Derzeit werden die Planungsergebnisse aus der Vorplanung mit den Anliegerkommunen besprochen. Im nächsten Schritt wird die Öffentlichkeit in mehreren Informationsveran­staltungen über die Planungen und das weitere Vorgehen im Detail informiert. Update Januar 2026: Die Termine finden am 10. und 16.03.2026 statt. Hier finden Sie weitere Infos.

Alter Bahnübergang an der RE1 weicht neuer Brücke – Spatenstich für Umgestaltung der L 23 am Bahnhof Fangschleuse

Spatenstich für Umgestaltung der L 23 am Bahnhof Fangschleuse entlang der RE1, Foto: Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg

Alter Bahnübergang an RE1-Strecke weicht neuer Brücke – Spatenstich für Umgestaltung der L 23 am Bahnhof Fangschleuse

06. Oktober 2025

Der Auftakt ist gemacht: Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, setzte heute gemeinsam mit Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, und dem Bürgermeister der Gemeinde Grünheide (Mark), Arne Christiani, den Spatenstich für die Beseitigung des höhengleichen Bahnübergangs der Landesstraße L 23 am Bahnhof Fangschleuse. Um der verkehrlichen Entwicklung auf Straße und Schiene gerecht zu werden und damit verbundenen Schrankenschließzeiten entgegen zu wirken, wird über die Bahnstrecke Berlin – Frankfurt (Oder) eine Straßenüberführung mit integriertem Geh- und Radweg gebaut.

Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg: „Die Region wächst und somit auch die Anforderungen an die Infrastruktur im Land Brandenburg. Der alte Bahnhof Fangschleuse und der beschrankte Bahnübergang auf der L 23 haben ausgedient, leistungsfähigere Lösungen und Investitionen für mehr Flexibilität und Komfort für die Bürgerinnen und Bürger folgen. Ich bin stolz darauf, heute in diesem dynamischen und zukunftsweisenden Umfeld den nächsten großen Schritt für eine moderne Straßenplanung einzuleiten. Die neue, östlich gelegene Straßenüberführung der L 23 bietet uns auch eine neue Perspektive und ist ein Gewinn für alle Verkehrsteilnehmenden – unabhängig davon, ob wir mit der Bahn oder zu Fuß unterwegs sind, oder ob wir das Fahrrad oder das Auto nutzen.“ 

Alexander Kaczmarek, DB-Konzernbevollmächtigter für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern: „Im Projekt Fangschleuse arbeiten alle Akteure unkompliziert und lösungsorientiert zusammen. Die Bauarbeiten für den Personen- und Güterbahnhof liegen im Zeitplan.“ 

Arne Christiani Bürgermeister der Gemeinde Grünheide (Mark): „Im Zuge des Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur für den Industriestandort Freienbrink, ist der heutige Spatenstich von großer Bedeutung für Grünheide (Mark). Der gestiegene Verkehr soll über eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur verträglich für die Gemeinde und ihre Bewohner abgewickelt werden. Die mit dem Brückenbau einhergehende barrierefreie Überquerung der Gleisanlagen ist auch von Vorteil für die Feuerwehr und den Rettungsdienst.  Lange Schrankenschließzeiten spielen zukünftig keine Rolle mehr. Beeindruckend ist nach wie vor, in welcher Geschwindigkeit vom Land Brandenburg und der DB geplant und gebaut wird.“

Für das Projekt der Bahnübergangsbeseitigung auf der L 23 müssen viele Rädchen ineinandergreifen. Gestartet wird im Oktober 2025 mit dem Bau der Brücke sowie einer Stützwand. Sie schaffen die Grundlage für die Verlegung des neuen Straßenverlaufs. Die vier Gleise unter der Brücke, die im Rahmen des Bahnhofumbaus Fangschleuse vorgesehen sind, können dann sowohl vom motorisierten Verkehr als auch von allen, die mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sind, bequem ohne Wartezeiten überquert werden.

Die begleitenden Straßenbauarbeiten sind ab Januar 2026 geplant. In dem Zuge wird die südliche Rampe der L 23 mit der neu zu errichtenden L 386, die als Netzergänzung zwischen der Autobahn A 10 und der L 23 verlaufen soll, verknüpft. Die DB InfraGo übernimmt die Gleis-, Oberleitungs- und Kabelarbeiten und wird den alten Bahnübergang ab Ende Juli 2026 zurückbauen. Sämtliche Arbeiten erfolgen unter Beachtung umweltfachlicher Maßgaben.

Gebaut wird der 735 Meter lange Gesamtabschnitt hauptsächlich während des laufenden Betriebs auf Straße und Schiene. Spezielle Arbeiten im Bahnbereich werden im Rahmen der Sperrzeiten der Bahnstrecke Berlin – Frankfurt (Oder) ausgeführt. Ab Ende Juli 2026 wird die L 23 dann bis zur Verkehrsfreigabe voll gesperrt. Grund ist der Rückbau des Bahnübergangs sowie die parallel dazu stattfindende Fertigstellung der neuen Straßenüberführung. In der Zeit wird der Verkehr umgeleitet. Der Landesbetrieb Straßenwesen wird darüber rechtzeitig informieren.

Die Verkehrsfreigabe für die Gesamtbaumaßnahme ist für Dezember 2026 geplant.

Für die Gesamtbaumaßnahme werden 11,3 Millionen Euro investiert. Davon betragen die Kosten für die geplante Straßenüberführung 2,8 Millionen Euro. Der Bund, das Land Brandenburg und die DB InfraGO beteiligen sich zu gleichen Teilen.

Begehung auf der Siemensbahn zum Tag der Schiene 2025

Begehung der Siemensbahn zum Tag der Schiene, die Bahn soll mit dem Projekt i2030 reaktiviert werden, Foto: VBB GmbH, Fülling

Begehung der historischen Siemensbahn zum Tag der Schiene 2025

19. September 2025, von Thomas Fülling

Bäume wachsen zwischen den Gleisen, Gebüsch umrankt die Stromschienen und Bauzäune versperren den Zugang zu den Bahnhofsgebäuden: Seit nunmehr 45 Jahren befindet sich die Siemensbahn im Berliner Nordwesten in einer Art Dornröschenschlaf. Doch das soll sich bald ändern. Die 4,5 Kilometer lange S-Bahn-Strecke wird reaktiviert. Im nächsten Jahr beginnen dafür die Bauarbeiten. Im Dezember 2029 und damit genau 100 Jahre nach der Eröffnung der Strecke soll dann erstmals wieder ein elektrischer S-Bahn-Zug zwischen den Stationen Jungfernheide in Charlottenburg und Gartenfeld in Spandau fahren. Das Vorhaben ist damit eines der am weitesten gediehenen Maßnahmen, die die Länder Berlin und Brandenburg im Projekt i2030 zum Ausbau und zur Erweiterung der Schieneninfrastruktur in der Region beschlossen haben.

Ende September hatten rund 100 Berliner die Möglichkeit, sich bei exklusiven Führungen zum bundesweiten Tag der Schiene vor Ort über den Projektstand zu informieren. Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollte es zu einer spannenden Zeitreise werden. Diese führte in die 1980er-Jahre, als die Strecke von der in der DDR angesiedelten Deutschen Reichsbahn faktisch über Nacht stillgelegt wurde. Im S-Bahnhof Siemensstadt etwa scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. An den Wänden im Eingangsbereich kleben noch immer Plakate, die für Reisen mit der Deutschen Bundesbahn werben. Auch die mit kleinen Fenstern und Durchreichen versehenen Schalter, wo einst Fahrkarten für die S-Bahn verkauft wurden, befinden sich – wenngleich durch Vandalismus arg ramponiert – noch im Originalzustand.

Dieser werde auch weitgehend erhalten bleiben, informierte Markus Hindahl bei dem Rundgang. Der 30-Jährige ist Verkehrsingenieur und gehört bei der Bahntochter DB InfraGO AG zu dem Team, das sich seit einiger Zeit um die Vorbereitung der Siemensbahn-Reaktivierung kümmert. „Das ist eine Herausforderung, denn die gesamte Strecke steht unter Denkmalschutz“, sagte er. Das bedeutet unter anderem, dass die verfallenen Bahnsteighäuschen nach historischen Vorgaben wieder aufgebaut und die Dachkonstruktionen im alten Stil erneuert werden. Auch die historisch belegte Farbgebung der Stahlkonstruktionen soll zurückkehren. „Anfangs hatten die Brücken und Viadukte eine blaue Farbe, später wurde diese mit grauem Rostschutz überstrichen“, so Hindahl. Wer genau hinschaut, kann an einigen Stellen der Viadukte das ursprüngliche Blau noch entdecken. Ganz ohne Veränderungen geht es jedoch nicht. Vor allem heute gültige Forderungen nach barrierefreier Zugänglichkeit von Verkehrsstationen sorgen dafür. So erhalten laut Hindahl alle drei Bahnhöfe an der Strecke einen Aufzug. Auch die Gestaltung der Treppenaufgänge werde an die aktuellen Vorschriften angepasst. Der Einbau von Fahrtreppen ist jedoch nicht vorgesehen.

Bei den Exkursionen erinnerten Hindahl und seine Kollegen vom Projektteam auch an die interessante Geschichte der Siemensbahn. Die in Jungfernheide von der Ringbahn abzweigende Strecke war am 18. Dezember 1929 nach nur knapp zweijähriger Bauzeit eröffnet worden. Planung, Finanzierung und Bau hatte der Siemens-Konzern übernommen, der den meist in anderen Teilen der Stadt wohnenden Arbeiterinnen und Arbeitern den Weg zu den damals stark prosperierenden Werken der Elektroindustrie erleichtern wollte. Die Akzeptanz war groß. Von den rund 90.000 Mitarbeitern, die Siemens zu dieser Zeit allein in Siemensstadt beschäftigte, sollen etwa 17.000 die im Fünf-Minuten-Takt verkehrende S-Bahn auf der Fahrt zu ihrem Arbeitsplatz genutzt haben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich das Bild allerdings grundlegend. Der Siemens-Konzern, dessen Zentrale bedingt durch die deutsche Teilung nach München abgewandert war, beschäftigte in der Siemensstadt immer weniger Mitarbeiter. Viele West-Berliner boykottierten zudem die S-Bahn, weil diese nach dem Willen der Alliierten, von der DDR-Regierung unterstellten Deutschen Reichsbahn betrieben wurde. Die Reichsbahn revanchierte sich, in dem sie nur noch das Allernötigste in Gleisanlagen und Bahnhöfe des im Westteil Berlins gelegenen Netzes investierte. Nach dem großen Streik West-Berliner Reichsbahner, die im September 1980 vergeblich für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen kämpften, stellte das Unternehmen den Verkehr auf einem Großteil der in den Westsektoren befindlichen Strecken ein. Auch die Siemensbahn gehörte dazu.

Ende 2026, also gut 45 Jahre später, sollen die Arbeiten zur Reaktivierung der Siemensbahn real beginnen. Der große Vorteil für die Planer: Die Strecke war nach 1980 nie entwidmet, also verkehrsrechtlich nicht aufgegeben worden. Daher gilt Bestandsschutz, zeitaufwendige Planfeststellungsverfahren, wie sie für Neubauten notwendig sind, können entfallen. Mit einigen Ausnahmen: So muss die Einfädelung der Siemensbahn in den S-Bahn-Ring neu gestaltet werden. An den Bahnhöfen Jungfernheide und Westhafen soll dafür ein separates Gleis mit Bahnsteig geschaffen werden. Der überwiegend in Dammlage verlaufende Streckenabschnitt von Jungfernheide über die Spree bis ans Spandauer Ufer wird laut DB InfraGO AG komplett neu geplant. Notwendig sind unter anderem die Erneuerung der Eisenbahnbrücke über den Tegeler Weg und der unteren Spreebrücke. Auch für die geplante neue Zug-Abstellanlage hinter dem S-Bahnhof Gartenfeld ist ein Planfeststellungsverfahren notwendig. „Die neuen S-Bahn-Züge mit ihren Klimaanlagen und neuen Warngeräuschen an den Türen erzeugen einen anderen Lärmpegel. Die Anlage wird daher eine Überdachung bekommen“, so Markus Hindahl vom Projektteam der Siemensbahn. Da im Bestand gebaut wird, kann auf hohe Lärmschutzwände entlang der Strecke verzichtet werden. Dennoch werden mehrere innovative technische Maßnahmen eingesetzt, um nach der Inbetriebnahme der Strecke die Lärmbelastung der Anwohner möglichst gering zu halten. Geplant sind etwa Unterschottermatten unter den Gleisen sowie Schienenschmieranlagen, die die metallischen Schleifgeräusche der Zugräder in den oft engen Kurven verringern sollen und die Erschütterungen erheblich dämpfen werden. Zudem erzeugen die S-Bahnzüge der neuesten Generation erheblich weniger Schallemissionen als die Züge aus den 1970ern.

Mit der Wieder-Inbetriebnahme der Siemensbahn will das Land Berlin vor allem die neu geplanten Wohn- und Gewerbegebiete besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschließen. 2018 hatte der Siemens-Konzern seine Entscheidung verkündet, seinen alten Berliner Standort zu einem Stadtquartier der Zukunft zu entwickeln. Bis 2035 entstehen in Siemensstadt dafür nicht nur zahlreiche Stätten für innovative Arbeit und Forschung, sondern auch tausende neue Wohnungen. 35.000 Menschen sollen einmal hier leben und arbeiten.

ÖPNV-Fahrgastzahlen in Berlin und Brandenburg erreichen 2024 annähernd Vorkrisen-Rekordniveau

Fahrgastzahlen erreichen 2024 annähernd Vorkrisen-Rekordniveau, Foto: VBB GmbH, Stapf

ÖPNV in Berlin und Brandenburg auf hohem Niveau stabil – Fahrgastzahlen erreichen 2024 annähernd Vorkrisen-Rekordniveau

16.05.2025

Die Fahrgastzahlen im VBB-Verbundgebiet 2024 lagen nur knapp unter dem bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2019:

    • 2024 nutzten rund 1,56 Milliarden Menschen den öffentlichen Nahverkehr in Berlin und Brandenburg – 43 Millionen mehr als im Vorjahr. 
    • Damit waren täglich rund 4,3 Millionen Fahrgäste im VBB-Land unterwegs. 
    • Die Verkehrsunternehmen erreichen somit 99,4 % des vorpandemischen Rekordniveaus von 2019. 
    • Der Nahverkehr in der Metropolregion ist damit nahezu zurück auf Vorkrisenstand. 

Infrastrukturausbau und Streiks schlagen sich in der Statistik nieder 

Auf fast allen Verkehrsträgern konnten Zuwächse der Fahrgastzahlen verzeichnet werden. Nur bei der S-Bahn Berlin gab eseinen Rückgang um 3,6 Prozent, das entspricht rund 17 Millionen Fahrgästen weniger. 
Baumaßnahmen und vor allem die Streiks sind hier die Gründe. Eine Trendwende in dieser Entwicklung ist allerdings absehbar.

“Verschobene” Nachfrage wegen neuer Ticket-Angebote

Die Verkaufszahlen beim Deutschlandticket sind im Vergleich zu 2023 im Durchschnitt des Jahres 2024 leicht gesunken. Ein Zeichen dafür, dass die Tarifvielfalt greift. Rückgänge beim Deutschlandticket im Verbundgebiet im Jahr 2024 lassen sich u. a. durch das neue Deutschlandsemesterticket (seit April 2024) und das Berlin-Abo für 29 Euro (seit Juli 2024, erwerbbar bis Anfang Dezember 2024) erklären. Beide Angebote haben zu einer Verlagerung geführt – vom Deutschlandticket hin zu zielgruppenspezifischen und günstigeren Alternativen. Insgesamt bleibt die Nachfrage im ÖPNV stabil und auf hohem Niveau.