Arbeitsgespräch zum Schienenausbau zwischen Lübbenau und Cottbus

Bahnhof Cottbus (Foto: VBB)

An einem Tisch: Arbeitsgespräch zum Schienenausbau zwischen Lübbenau und Cottbus

Zu einem Arbeitsgespräch haben sich heute Vertreter der DB Netz AG, Landräte und Bürgermeister mit Verkehrsministerin Kathrin Schneider in Vetschau getroffen, um über den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Lübbenau – Cottbus zu sprechen. Dabei ging es um den aktuellen Stand und die weitere Projektplanung. Spezielle Themen waren der Rahmenzeitplan und der Neubau bzw. die Anpassung der erforderlichen Infrastruktur (Oberleitungen, Eisenbahnüberführungen, Durchlässe, Bahnübergänge). Es ging auch um den Natur- und Landschaftsschutz, den Schallschutz sowie um die Sperrungen während der Bauphase, ein potenzielles Anschlussgleis in Vetschau und die Beseitigung eines Bahnüberganges in Kolkwitz. Die Projektpartner wollen alle Möglichkeiten zur Beschleunigung der Umsetzung nutzen. Dazu dient auch die Abstimmung mit den Anliegergemeinden und den Landkreisen.

Verkehrsministerin Kathrin Schneider: „Heute sind die Streckenanrainer, die Deutsche Bahn und das Land zusammengekommen und haben alle Fragen zum Streckenausbau auf den Tisch gepackt. Der direkte Austausch hier vor Ort ist wichtig, so sind alle gleichermaßen informiert und miteinander im Gespräch. Der Ausbau der Strecke ist das zentrale Infrastrukturvorhaben zur Strukturstärkung in der Lausitz und ein Gewinn für die Bürgerinnen und Bürger. Wir wollen damit langfristig die Kapazitäten für den Regional- und Fernverkehr von Berlin nach Cottbus und Breslau erhöhen.“

Holger Kelch, Oberbürgermeister der Stadt Cottbus: „Das zweite Gleis zwischen Lübbenau und Cottbus/Chóśebuz ist eines der wesentlichen Vorhaben und eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Gelingen des Strukturwandels. Der Ausbau der Infrastruktur muss endlich Schritt halten mit den Plänen für Smart City und Reallabor Lausitz. Jeder Fortschritt bei der besseren Anbindung von und nach Berlin ist willkommen, weil auch die nachhaltige Entwicklung der Stadt Cottbus/Chóśebuz einschließlich der Entwicklung am entstehenden Ostsee eng damit verknüpft ist. Gemessen aber werden wir von den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam daran, wann endlich gebaut wird.“

Harald Altekrüger, Landrat des Landkreises Spree-Neiße: „Der Ausbau eines zweiten Gleises zwischen Cottbus und Lübbenau hat für uns höchste Priorität, da somit eines der drängendsten Infrastrukturprobleme in der Lausitz gelöst würde. Der Landkreis Spree-Neiße würde es sehr begrüßen, wenn der Streckenausbau nun zügig von der Planung in die Realisierung übergehen würde.“

Grit Klug, 1. Beigeordnete des Landrates des Landkreises Oberspreewald-Lausitz: „Einen Ausbau des zweiten Gleises zwischen Lübbenau und Cottbus begrüßen wir ausdrücklich, ist doch dieser die Voraussetzung für eine schnellere und bessere Anbindung der Region an die Metropolen und somit auch der besseren Bedienung der Haltepunkte. Nun gilt es, die Umsetzung zügig voranzubringen. Die Landesregierung erfährt dabei unsere vollste Unterstützung.“

Bengt Kanzler, Bürgermeister der Stadt Vetschau: „Die Zweigleisigkeit der Bahnstrecke zwischen Lübbenau und Cottbus ist nicht zuletzt wegen des Strukturwandels essenziell wichtig. Wenn nunmehr für die künftigen Planungsschritte die betroffenen Kommunen hinzugezogen werden, ist das umso besser.“

Helmut Wenzel, Bürgermeister der Stadt Lübbenau/Spreewald: „Der zweigleisige Ausbau stärkt den Strukturwandel in der Lausitz, erhöht die Taktfrequenz für eine leistungsfähigere Verbindung von und nach Berlin und sichert die Anbindung der vorübergehend eingestellten Halte in Raddusch und Kolkwitz.“

Zum Projekt „Zweigleisiger Ausbau der Bahnstrecke Lübbenau – Cottbus“:

Die 29 km lange Strecke soll künftig mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h betrieben werden. Aktuell laufen die Phasen 3 und 4, d.h. die Genehmigungsplanung. Nach dem gegenwärtig vorliegenden Zeitplan der DB Netz AG wird mit einem Antrag auf Baurecht beim Eisenbahnbundesamt im Jahr 2021 gerechnet. Nach dem Vorliegen des Baurechts, voraussichtlich Ende 2023, kann mit der Ausführungsplanung und der Vorbereitung der Vergabe begonnen werden. Die Ausschreibung der Bauleistungen soll im Jahr 2025 erfolgen. Im gleichen Jahr würde Baubeginn sein. Bereits abgeschlossen sind die Phasen 1 und 2, das sind die Grundlagenermittlung und die Vorplanung. Mitte 2018 wurde die Finanzierungsvereinbarung vom Land und Deutscher Bahn unterzeichnet.

Weitere Projektinformationen (Link auf Pressecharts der DB AG)

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Siemensbahn: Finanzierungs-vereinbarung für vorgezogene Planungsleistungen unterschrieben

Berlin und Deutsche Bahn vereinbaren Finanzierung für vorgezogene Planungsleistungen zur schnellen Reaktivierung der Siemensbahn • i2030-Projekt stärkt Berliner Nahverkehr (Foto: DB)

Planung für Siemensbahn kann beginnen

Berlin und Deutsche Bahn vereinbaren Finanzierung für vorgezogene Planungsleistungen zur schnellen Reaktivierung der Siemensbahn • i2030-Projekt stärkt Berliner Nahverkehr

Auf der historischen Siemensbahn im Westen Berlins sollen so schnell wie möglich wieder Züge rollen. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, und der Infrastrukturvorstand der Deutschen Bahn, Ronald Pofalla, unterzeichneten am 28.Juni im Bahnhof Wernerwerk die Finanzierungsvereinbarung für erste vorgezogene Planungsleistungen. Die vorgezogenen Planungsleistungen werden vom Land Berlin finanziert. Der Wiederaufbau der Siemensbahn ist eins von neun Projekten des Entwicklungsprogramms i2030, das die Länder Berlin und Brandenburg sowie die DB im Jahr 2017 vereinbart haben. Ziel der drei Partner ist es, den Nah- und Regionalverkehr in der Metropolregion zu stärken.

Michael Müller: „Es ist ein gutes Signal, dass es jetzt losgeht mit der Siemensbahn. Hier verbindet sich Berlins Industrialisierungsgeschichte mit der Zukunft der Industrialisierung im 21. Jahrhundert. Der Senat ist ganz vorne mit dabei mit finanziellem Engagement aber vor allem mit seiner Digitalisierungsstrategie und Industriepolitik, um den digitalen Wandel zu einem Erfolg für alle Berlinerinnen und Berliner zu machen.“

Enak Ferlemann, Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr: „Die Wiederherstellung der Siemensbahn ist ein herausragendes Beispiel für einen attraktiven und schnellen innerstädtischen Bahnverkehr. Der Bund wird die Fördermittel für solche Projekte deutlich aufstocken. Vor 90 Jahren repräsentierte die Siemensbahn den damals modernsten Stand der Bahntechnik. Ich wünsche der „neuen Siemensbahn“, dass sie Musterbeispiel für ein Schienenverkehrssystem des 21. Jahrhunderts in einer Smart City wird.“

Ronald Pofalla betonte: „Die Siemensbahn ist ein großartiges Beispiel dafür, wie ein Schienenprojekt schnell, gemeinsam und beherzt auf den Weg gebracht wird. Mit einem starken Nahverkehr leisten wir unseren Beitrag und bieten Pendlern und Anwohnern eine attraktive und zuverlässige Anbindung mit hoher Taktung.“

Die 4,5 Kilometer lange Strecke von Jungfernheide nach Gartenfeld wurde bereits 1929 errichtet, um die Siemensstadt auf dem Schienenweg zu erschließen. Seit 1980 ruht der Betrieb. Die Strecke ist nicht entwidmet und befindet sich weiterhin im Anlagenbestand der DB Netz AG. Mit der Entscheidung der Siemens AG, auf dem Industriegelände in Berlin Spandau zukünftig den „Kiez der Macher“ als Lebens- und Arbeitswelt zu errichten, gewinnt die alte Verbindung wieder an Bedeutung.

Das Siemensstadt-Projekt ist die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte von Siemens in Berlin und ein starkes Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland. Das großflächige Industrieareal soll in einen modernen und von vielfältiger Nutzung geprägten urbanen Stadtteil der Zukunft gewandelt werden. Gleichzeitig sollen im Zusammenwirken von Wissenschaft und Wirtschaft Schlüsseltechnologien und Innovationsfelder gestärkt werden. Dafür möchte Siemens Forschungs-, Fach- und Gründungszentren ansiedeln – ebenso wie außeruniversitäre und wissenschaftliche Einrichtungen und deren Partnerunternehmen.

„Die Deutsche Bahn und das Land Berlin verbinden mit der Reaktivierung der Siemensbahn auf einmalige Weise Tradition und Innovation“, sagt Cedrik Neike, Vorstandsmitglied Siemens AG und verantwortlich für das Siemensstadt-Projekt. „Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist für das Projekt entscheidend.“

Das Reaktivieren der Bauwerke ist ingenieurstechnisch herausfordernd. Insbesondere müssen Auflagen des Denkmalschutzes berücksichtigt werden, der Anschluss an die Ringbahn ist neu herzustellen sowie eine rund 70 Meter lange Brücke über die Spree neu zu bauen.

Projektumfang Siemensbahn

– Streckenlänge ca. 4,5 Kilometer

– Verlegung bis zu 10 Kilometer neuer Gleise, Errichtung von Weichen, Installation von Signaltechnik ab Bahnhof Jungfernheide

– Prüfung der Modernisierung des 800 Meter langen Bestandsviadukts unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes

– Reaktivierung der Bahnhöfe Wernerwerk, Siemensstadt und Gartenfeld

– Mindestens zwei zu errichtende Brückenbauwerke auf ca. 150 Meter  Länge

– Anbindung der Siemensbahn an den Berliner S-Bahn Ring über den Bahnhof Jungfernheide

Planungsinhalte im Rahmen der Finanzierungsvereinbarung

– Kosten für die vertragsgegenständliche Planung: 2,3 Millionen Euro

– Erste Planungsleistungen im Rahmen einer vorgezogenen Vorplanung: Bestandsprüfung, Umweltstudien, Schallgutachten, Vermessung

– Machbarkeitsstudie Streckenverlängerung: Prüfung der Optionen einer Verlängerung der S-Bahn-Strecke über Gartenfeld hinaus

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Baubeginn für Dresdner Bahn im Süden Berlins

Auf der ausgebauten Strecke fahren Züge künftig in 20 Minuten vom Berliner Hauptbahnhof zum Flughafen BER • Ziel für Berlin–Dresden: 80 Minuten • Teil des europäischen Korridors Orient/Östliches Mittelmeer

Mit dem Einheben des letzten Elements einer Schallschutzwand am Bahnübergang Wolziger Zeile in Berlin-Lichtenrade wurde heute symbolisch mit dem Bau der Dresdner Bahn begonnen. Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Vertreter der Länder Berlin, Brandenburg und Sachsen sowie der EU-Koordinator für den TEN-V-Kernnetzkorridor „Orient/Östliches Mittelmeer“ Mathieu Grosch starteten gemeinsam mit DB-Vorstand Infrastruktur Ronald Pofalla das regional und international bedeutsame Großprojekt. Für rund 560 Millionen Euro sollen bis Dezember 2025 zwischen Berlin Südkreuz und Blankenfelde zwei neue, elektrifizierte Fernbahngleise einschließlich einer Verbindungskurve zum Berliner Außenring entstehen. Über die „Dresdner Bahn“ ist der Flughafen BER aus der Mitte Berlins in 20 Minuten zu erreichen und die Fahrzeit zwischen Berlin, Dresden und Prag kann verkürzt werden.

Enak Ferlemann: „Die Dresdner Bahn bringt die Berliner zukünftig schnell zum Flughafen BER. Die Strecke ist zudem weit über die Hauptstadtregion hinaus als leistungsfähige, umweltfreundliche Schienenachse zwischen Berlin, Dresden und Prag von Bedeutung. Kurzum: Mit dem leistungsfähigen Ausbau dieses Streckenabschnitts erzielen wir größtmögliche Wirkung im Bahnnetz und dazu mit wirkungsvollem Lärmschutz für die Anwohner.“

Ronald Pofalla, DB-Vorstand Infrastruktur: „Auf diesen Tag haben wir lange gewartet. Endlich können wir mit dem Wiederaufbau der Dresdner Bahn beginnen. Diese Verbindung ist für den Flughafen BER, für schnellere Fahrzeiten nach Dresden und Prag sowie für die Entlastung der Strecke von Berlin Richtung Leipzig und München wichtig. Eine gute Nachricht für die Anwohner: Überall dort, wo es möglich ist, sorgen wir bereits vorab für Lärmschutz und bauen Schallschutzwände entlang der Strecke.“

Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin: „Der Baubeginn der Dresdner Bahn öffnet neue Perspektiven für Berlin: Ich freue mich, dass wir in Zukunft schnell, umweltfreundlich und klimaschonend von Berlin zum Flughafen BER, nach Dresden oder Prag fahren können. Mit diesem wichtigen Infrastrukturprojekt verkürzen sich Reisezeiten, drei Berliner Bahnhöfe werden barrierefrei modernisiert. Damit wird Bahnfahren noch attraktiver.“

Verkehrsministerin Kathrin Schneider: „Für mehr Züge und bessere Angebote ist der Ausbau der Dresdner Bahn ein wichtiger Meilenstein. Wir haben nach der Fertigstellung die Kapazität für neue Linien und bessere Takte auf den Strecken zwischen dem Flughafen BER und Cottbus, Eberswalde und Oranienburg. Ein Gewinn ist die Strecke auch für den Brandenburger Süden, denn hier verkürzen sich die Fahrzeiten nach Berlin.“

Sachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig: „Ich freue mich, dass mit dem Beginn des Ausbaus der Dresdner Bahn ein weiterer wichtiger Meilenstein auf der Strecke Berlin–Dresden in Angriff genommen wird. Dadurch wird sich in nicht allzu ferner Zukunft die Reisezeit zwischen den Hauptbahnhöfen der Landes- und Bundeshauptstadt und auch in Richtung Hamburg um weitere zehn Minuten verkürzen.“

Mathieu Grosch, Koordinator TEN-Projekte, Europäische Union: „Der Ausbau der Dresdner Bahn ist gänzlich im Sinne der europäischen Verkehrskorridore, die u. a. dazu beitragen die Hauptstädte der EU Länder besser zu vernetzen. Das geschieht hier eindeutig zwischen Berlin, Dresden, Prag, Wien und Bratislava auf dem Kernnetzkorridor Orient/Östliches Mittelmeer. Dieses Bauprojekt verbessert aber auch den Nahverkehr über die Schiene sowie die Mobilität im Städtischen Raum und ermöglicht einen guten Schienenanschluss des neuen Berliner Flughafens. Derartige Projekte tragen maßgeblich zu einer modernen, multimodalen und nachhaltigen Verkehrsplanung bei und kommen durch ihre vielseitigen Vorteile im Nah- und Fernverkehr vielen Bürgern zugute.“

Bereits 2017 begannen die bauvorbereitenden Arbeiten südlich des Bahnhofs Lichtenrade und an der Säntisstraße in Marienfelde. 2019 beginnen zwischen Marienfelde und der Landesgrenze nach Brandenburg Schritt für Schritt die Hauptbauarbeiten, unter anderem mit dem Neubau der Fußgängerunterführung an der Wolziger Zeile und dem Neubau einer Straßenunterführung an der Säntisstraße.

Insgesamt neun Bahnübergänge werden aufgelöst und dafür Brücken oder Unterführungen gebaut. Damit der Verkehr auf der Straße dabei nicht zum Erliegen kommt, wird so gebaut, dass von zwei benachbarten Bahnkreuzungen eine als Umleitungsstrecke offen bleibt.

Für den Schutz der Anwohner vor Lärm während der Bauarbeiten und während des Betriebs der Bahnstrecke entstanden bereits 350 Meter Lärmschutzwand südlich des Bahnhofs Lichtenrade. Auch zwischen der Attilastraße und dem Schichauweg wird in diesem Jahr eine Lärmschutzwand gebaut.

Hintergrund zur „Dresdner Bahn“

Die rund 16 Kilometer lange Dresdner Bahn ist Teil der Strecke Berlin–Dresden und existiert bereits seit 1875. Seit 1952 fahren hier keine Fernzüge mehr. Die Dresdner Bahn beginnt südlich des Bahnhofs Berlin Südkreuz, wo die Strecke von der Anhalter Bahn abzweigt, kreuzt nach 8,7 Kilometern die Landesgrenze Berlin/Brandenburg und führt nach Blankenfelde in Richtung Dresden. Sie gehört damit zum europäischen Korridor Orient–östliches Mittelmeer, der die strategisch wichtigen Häfen der Nord- und Ostsee mit dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer verbindet. Im Stadtgebiet ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 160 km/h begrenzt, im Land Brandenburg auf 200 km/h.
Max Maulwurf begleitet als DB-Botschafter für Bauarbeiten auch dieses Großprojekt.

Heidekrautbahn: Planungsvereinbarung unterschrieben

i2030: Berlin und Brandenburg ermöglichen weitere Ausbauplanungen zur Reaktivierung der Heidekrautbahn Stammstrecke

Die Länder Berlin und Brandenburg haben heute beim Verkehrsverbund Berlin- Brandenburg (VBB) mit der Niederbarnimer Eisenbahn-Aktiengesellschaft (NEB) eine Planungsvereinbarung zur Infrastrukturmaßnahme „Reaktivierung Stammstrecke Heidekrautbahn für den SPNV“ unterzeichnet. Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz beim Land Berlin und Detlef Bröcker, Vorstand der Niederbarnimer Eisenbahn-AG, vereinbarten darin weitere Planungsleistungen für die Reaktivierung der Heidekrautbahn- Stammstrecke zwischen Berlin-Wilhelmsruh und Basdorf.

Die Länder Berlin und Brandenburg und die Niederbarnimer Eisenbahn-AG als Eisenbahninfrastrukturunternehmen verfolgen das Ziel, die Stammstrecke der Heidekrautbahn für den Personenverkehr zu reaktivieren, die Verbindung über Schönerlinde beizubehalten und eine attraktive Verbindung mit kurzen Reisezeiten zum Bahnhof Berlin Gesundbrunnen zu schaffen. Nach ersten grundlegenden Abstimmungen zwischen den Projektbeteiligten im i2030-Teilprojekt Nordbahn/Heidekrautbahn können nun die Detailplanungen zum Ausbau der Infrastruktur aufgenommen werden. Auf Basis der bereits bestehenden Anlagen werden die konkreten Ausbauerfordernisse und deren Investitionskosten ermittelt. Im weiteren Prozess kann dann anhand dieser Ergebnisse die abschließende Entscheidung zur Finanzierung und Realisierung getroffen werden. Die voraussichtlichen Kosten für die vereinbarte Planungsleistung belaufen sich auf rund 760.000 Euro und werden von den Ländern Berlin und Brandenburg getragen. Vertragspartner sind die Länder als Verantwortliche für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) sowie die NEB als Infrastruktureigentümerin der Heidekrautbahn. Der VBB betreut das Teilprojekt Nordbahn/Heidekrautbahn im Rahmen des Projektes i2030 federführend.

Inhalt der Vereinbarung sind wesentliche Planungen für die Stammstrecke der Heidekrautbahn (Berlin-Wilhelmsruh – Basdorf) sowie daraus resultierende Anpassungen im restlichen NEB-Streckennetz.
Verkehrliches Ziel ist die Einführung eines Halbstundentaktes über die Stammstrecke der Heidekrautbahn und darüber hinaus bis Klosterfelde und Berlin Gesundbrunnen mit einer Streckengeschwindigkeit von 80 km/h. Neue Halte sind in Berlin-Wilhelmsruh, Pankow-Park, Wilhelmsruher Damm, Blankenfelde, Schildow, Schildow Nord, Mühlenbeck und Schönwalde West geplant. Die Verbindung über Schönerlinde soll infrastrukturseitig weiterhin einen Halbstundentakt ermöglichen. Auf den übrigen Streckenabschnitten soll zumindest ein Stundentakt möglich sein.

Für die Planungen im Abschnitt Berlin-Wilhelmsruh – Berlin Gesundbrunnen ist die DB Netz AG zuständig, die ihrerseits die Planungen innerhalb des Projektes i2030 vorantreibt.

Regine Günther, Verkehrssenatorin Land Berlin: „Die Stadt wächst und i2030 sorgt dafür, dass die Bahnverbindungen in der Region mitwachsen. Es ist sehr wichtig, dass wir zusammen mit Brandenburg an einem Strang ziehen. Die Feinplanung für eine Reaktivierung der Heidekrautbahn läuft an. Verkehrliches Ziel ist dabei die Durchbindung bis Gesundbrunnen. Das ist eine gute Nachricht für Pendlerinnen und Pendler im Norden Berlins und darüber hinaus.“

Kathrin Schneider, Infrastrukturministerin Land Brandenburg: „Wir wollen in den kommenden Jahren zehn Millionen Zugkilometer mehr auf die Schiene bringen und die Qualität des Angebots verbessern. Dazu brauchen wir Investitionen in die Infrastruktur. Mit der heute unterzeichneten Rahmenvereinbarung wird die Finanzierung der Planung gesichert. Jetzt kommt es darauf an, das Vorhaben zügig umzusetzen. Es ist ein wichtiger Meilenstein des Projekts i2030.“

Detlef Bröcker, Vorstand der Niederbarnimer Eisenbahn-AG: „Es geht voran! Mit der Schaffung des Baurechts für den Bahnhof Berlin-Wilhelmsruh und dem Abschluss erster Vorplanungen für die Reaktivierung hat die Niederbarnimer Eisenbahn in den letzten Jahren umfangreiche konzeptionelle und planerische Vorleistungen erbracht. Die Allianz der Länder Berlin und Brandenburg, DB Netze und des VBB im Projekt i2030 sorgt nun dafür, dass die konkreten Planungen zügig beginnen können. Für die wachsende Bevölkerung in Berlin und Brandenburg bedeutet die Reaktivierung mehr klimafreundliche Mobilität und weniger Belastung durch den Straßenverkehr.“

Susanne Henckel, Geschäftsführerin der Verkehrsverbund Berlin- Brandenburg GmbH: „Infrastrukturprojekte brauchen einen langen Atem, denn die vorbereitenden Planungen nehmen meist den größten Teil der Zeit ein – die Realisierung selbst ist dann der geringere Teil. Mit der heutigen Vereinbarung sind wir jetzt sehr schnell bedeutende Schritte weitergekommen und können gemeinsam weiter Fahrt aufnehmen. Das ist wichtig, denn wir brauchen Entlastung auf fast allen Bahnstrecken. Die Heidekrautbahn ist dabei ein Baustein im großangelegten i2030-Projekt.“

Hintergrund Infrastrukturprojekt i2030
Im Oktober 2017 haben die Länder Berlin und Brandenburg und die
DB Netze AG unter Koordination der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH das Infrastrukturprojekt i2030 ins Leben gerufen. Insgesamt acht Teilprojekte wurden definiert, in denen mögliche Varianten für den Schienenausbau untersucht werden. Die Länder stellen Finanzmittel für vorbereitende Untersuchungen und Planungen zur Ertüchtigung und Erweiterung der Eisenbahninfrastruktur in der Hauptstadtregion bereit. Beim Teilprojekt „Heidekrautbahn“ ist auch die NEB als Infrastruktureigentümerin der Heidekrautbahn beteiligt. VBB-Presseinformationen: VBB.de/presse.

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Entwicklungskonzept für Bahn-Infrastruktur unterzeichnet

Berlin und Brandenburg wollen mehr Eisenbahn für die Hauptstadtregion • Acht Korridore im Blickfeld

Heute wurde in der Konzernzentrale der Deutschen Bahn eine „Rahmenvereinbarung über das Entwicklungskonzept für die Infrastruktur des Schienenverkehrs in Berlin und Brandenburg – i2030“ gemeinsam von Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz des Landes Berlin, Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, und Ronald Pofalla, Vorstand Infrastruktur der DB AG, unterzeichnet.

Darin erklären sich die beiden Länder als Aufgabenträger für den SPNV bereit,
im Rahmen ihrer haushaltsrechtlichen Möglichkeiten die nötigen Finanzmittel
für die vorbereitenden Untersuchungen und Planungen zur Ertüchtigung und
Erweiterung der Eisenbahninfrastruktur in der Region bereitzustellen. So wird
gesichert, dass Infrastrukturprojekte rechtzeitig beginnen können und der
Nutzen bedarfsgerecht wirksam wird.
Die Vertragspartner richten einen Lenkungskreis „i2030“ ein, der die sach- und
zeitgerechte Abwicklung der vereinbarten Projekte überwacht und über die
Projektliste einschließlich Anpassung und Ergänzung befindet. Die erste
Sitzung dieses Gremiums wird noch in diesem Jahr, am 29. November,
stattfinden. Die umfangreichen Planungs- und Prüfprozesse im Projekt i2030
werden vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) koordiniert und
gemeinsam mit den Ländern Berlin und Brandenburg und der Deutschen Bahn
umgesetzt.
Im Blickfeld der Gespräche stehen acht Korridore, für die auf Grundlage eines
Gesamtkonzepts für den Nahverkehr Varianten untersucht werden:

  • Berlin-Spandau-Nauen
  • Potsdamer Stammbahn
  • Prignitz Express/Velten
  • Nordbahn/Heidekrautbahn
  • RE1
  • Berlin-Dresden/Rangsdorf
  • Berlin-Cottbus/Bahnhof Königs Wusterhausen
  • Engpassbeseitigung und Weiterentwicklung S-Bahnnetz

Zitate:

Ronald Pofalla: „Mit der heutigen Unterzeichnung der gemeinsamen
Rahmenvereinbarung schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass die Schiene
auch in Zukunft für die Menschen in Berlin und Brandenburg attraktiv bleibt und ihre Mobilitätsbedürfnisse erfüllt.“

Regine Günther: „Berlin ist eine wachsende Metropole und die Verflechtung mit dem Umland steigt. Sichtbares Zeichen dafür ist die stetig wachsende Zahl von Menschen, die zu ihrem Arbeitsplatz pendeln. In der Metropolregion Berlin-
Brandenburg sollen möglichst viele dieser Pendler komfortabel und zuverlässig
mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu ihrem Arbeitsplatz fahren können. Dafür sind Investitionen in die Infrastruktur wie Schienen, Bahnhöfe und Züge nötig. Die Länder Berlin und Brandenburg wollen in den kommenden Jahren gemeinsam mit der Deutschen Bahn dafür sorgen, dass die Eisenbahninfrastruktur bedarfsgerecht ausgebaut wird.“

Kathrin Schneider: „Wir müssen die Entwicklung der Hauptstadtregion Berlin-
Brandenburg in den nächsten 20 Jahren in den Blick nehmen. Planungs- und
Bauprozesse nehmen viel Zeit in Anspruch. Wir müssen jetzt mit konkreten
Planungen anfangen, damit wir die dynamische Entwicklung der
Hauptstadtregion nicht bremsen, sondern weiter aktiv unterstützen. Wir müssen
auch aufhören darüber zu diskutieren, ob die S- Bahn oder die Regionalbahn
die richtige Lösung ist. Wir werden beide Systeme brauchen, um die
Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen.“

Die Geschäftsführerin des VBB, Susanne Henckel: „Wir merken es alle jeden
Tag auf dem Weg zur Arbeit oder beim Wochenendausflug: Die Züge werden
immer voller! Vor allem in den Spitzenzeiten wird es immer schwieriger, noch
einen Sitzplatz zu bekommen. Unser gutes Nahverkehrsangebot auf der
Schiene kommt so gut an, dass wir nachlegen und künftig mehr Züge und mehr
Kapazitäten anbieten müssen. Dafür braucht es mehr Infrastruktur wie z.B.
längere Bahnsteige, zusätzliche Gleisanlagen und neue Haltepunkte. Auch
müssen Engpässe auf der Schiene beseitigt werden. Die Zukunft auf der
Schiene beginnen wir jetzt!“

Dritter i2030-Lenkungskreis im Nov. 2018

Reaktivierung der Heidekrautbahn

Ausbau der Prignitz-Express-Strecke zwischen Neuruppin und Kremmen – konkrete Arbeitspläne beschlossen. In der dritten Lenkungskreis-Sitzung des Infrastrukturprojektes „i2030“ wurden Entscheidungen in Bezug auf die Teilprojekte „Nordbahn/Heidekrautbahn“ und „Prignitz-Express/Velten“ getroffen. Unter anderem soll die Planung für die Stammstrecke der Heidekrautbahn bis nach Berlin-Wilhelmsruh beschleunigt anlaufen. Für die Strecke des RE 6 „Prignitz-Express“ ist geplant, zwei Züge pro Stunde von Kremmen nach Neuruppin fahren zu lassen. Dazu sind Ausbaumaßnahmen notwendig.

Regine Günther, Verkehrssenatorin Land Berlin: „Die Stadt wächst und
i2030 sorgt dafür, dass die Bahnverbindungen in der Region mitwachsen.
Berlin, Brandenburg und die Deutsche Bahn planen gemeinsam den
Schienenverkehr der Zukunft für die Metropolenregion. Konkret untersucht
wird der Korridor Spandau-Nauen, auf dem 40.000 Pendlerinnen und
Pendler unterwegs sind. Auch die Planung für eine Reaktivierung der
Heidekrautbahn läuft an, zunächst geht es dabei um die Teilstrecke bis
Wilhelmsruh, perspektivisch bis Gesundbrunnen. Das ist eine gute
Nachricht für Pendler im Norden Berlins und darüber hinaus.“

Kathrin Schneider, Infrastrukturministerin Land Brandenburg: „Unser
Projekt i2030 ist auf einem guten Weg. Der Untersuchungsauftrag ist
abgestimmt. Auf der Strecke des RE 6 fangen wir mit Kreuzungsbahnhöfen
und Begegnungsabschnitten zwischen Neuruppin und Kremmen an, um
schneller zwei Züge pro Stunde auf die Strecke zu bringen.“

Prof. Dr. Dirk Rompf, Vorstand Netzplanung und Großprojekte: „Es
geht voran! Diese besondere Allianz der Länder Berlin und Brandenburg,
der Bahn und des VBB sorgt dafür, dass die Entwicklung des
Schienennetzes der Zukunft in der Hauptstadtregion konkret angepackt
wird. Das ist gut für unsere Kunden, vor allem für die Pendler. Mehr Schiene
bedeutet mehr klimafreundliche Mobilität für die wachsende Bevölkerung in
Berlin und Brandenburg. Dafür haben wir heute im Lenkungskreis wichtige
Grundlagen gelegt. Die konkreten Planungen für die einzelnen Projekte
können nun zügig beginnen.“

Susanne Henckel, Geschäftsführerin Berlin-Brandenburg: „Bis vor
Kurzem hatten wir von allen Seiten nur Absichtserklärungen. Jetzt sind wir
sehr schnell bedeutende Schritte weitergekommen und können gemeinsam
weiter Fahrt aufnehmen. Die Fahrgastzahlen im VBB-Gebiet steigen stetig.
In den Bahnen wird es dabei immer enger und deswegen ist es gut, dass
wir mit i2030 spürbare Entlastungen in Sichtweite haben.“

Hintergrundinformationen zur Lenkungskreis-Sitzung
In der heutigen dritten i2030 Lenkungskreis-Sitzung haben sich die
Projektpartner Länder Berlin und Brandenburg, DB Netz und VBB auf die
weiteren Schritte im Infrastrukturprojekt i2030 verständigt. Dabei wurden
konkrete Arbeitspläne mit definierten Meilensteinen für jedes Teilprojekt bis
zum Abschluss der Grundlagenermittlung vereinbart. Dazu werden unter
anderem fahrplantechnische Untersuchungen als Basis für die konkreten
Aufgabenstellungen vorgenommen. Definiert wurden alle Varianten für den
Ausbau in den jeweiligen Korridoren, die weiter untersucht werden sollen.

i2030 Kommunikation
Die vier Projektpartner haben sich darauf verständigt, die Öffentlichkeit
möglichst früh und umfangreich über die Fortschritte und Entscheidungen in
den acht Teilprojekten zu unterrichten. Für eine stetige Berichterstattung
und größtmögliche Transparenz wird eine Netzpräsenz unter der Adresse
i2030.de online gehen. Darüber hinaus wurde über ein gemeinsames Logo
„i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“ beraten.

Hintergrund i2030

Im Oktober 2017 haben die Länder Berlin und Brandenburg und die DB Netz AG unter Koordination der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH das Infrastrukturprojekt i2030 ins Leben gerufen. Die Länder stellen darin Finanzmittel für vorbereitende Untersuchungen und Planungen zur Ertüchtigung und Erweiterung der Eisenbahninfrastruktur in der Hauptstadtregion bereit. In i2030 sind insgesamt acht Teilprojekte definiert, in denen mögliche Varianten für den Schienenausbau untersucht werden:

  • Berlin-Spandau – Nauen
  • Prignitzexpress/Velten
  • Nordbahn/Heidekrautbahn
  • Berlin – Cottbus/ Bahnhof Königs Wusterhausen
  • Berlin – Dresden/Rangsdorf
  • Potsdamer Stammbahn
  • RE1 Brandenburg – Berlin – Frankfurt
  • Berliner S-Bahn (Engpassbeseitigung und Netz-Weiterentwicklung)

Im Lenkungskreis werden die i2030-Projektpartner durch Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz des Landes Berlin, Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, Prof. Dr. Dirk Rompf, Vorstand Netzplanung und Großprojekte der DB Netz AG und Susanne Henckel, Geschäftsführerin der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH (VBB), vertreten.

Zweiter i2030-Lenkungskreis im März 2018 – Planungen starten

Zweites Treffen des Lenkungskreises

Die Planungen im Rahmen des Vorhabens „Infrastruktur des Schienenverkehrs in Berlin und Brandenburg – i2030“ beginnen. Die Länder Berlin und Brandenburg werden dafür in diesem Jahr voraussichtlich insgesamt sechs Millionen Euro zur Verfügung stellen. Damit werden die umfangreichen Prüf- und Planungsprozesse in zehn Teilprojekten finanziert, die in dem Vorhaben i2030 definiert sind. Projektgruppen sollen die Maßnahmen und Varianten zur Ertüchtigung und zum Ausbau der Eisenbahninfrastruktur analysieren. Daraus sollen Erkenntnisse gewonnen werden, was, wann und wo baulich umgesetzt werden kann und welche Kosten entstehen. Berücksichtigt werden sowohl Aufgabenstellungen für den Regionalverkehr, für die Verlängerung von S-Bahnstrecken, als auch für das S-Bahnnetz insgesamt.

Regine Günther, Senatorin für Verkehr Berlin: „Die Situation für Pendler
in der Metropolenregion Berlin-Brandenburg deutlich zu verbessern, ist eines
meiner zentralen Anliegen. Der Regional- und Nahverkehr auf der
Schiene muss mit dem Wachstum der Stadt Schritt halten. Für den mittel- und
langfristigen Ausbau der Infrastruktur ist die gemeinsame Initiative
i2030 zentral. Die finanziellen Mittel für die ersten Planungsschritte des
Ausbaus der am stärksten frequentierten Korridore wurden jetzt gesichert.
Ich freue mich, dass es in kurzer Zeit gelungen ist, die Planungen auf den
Weg zu bringen. Für kurzfristige Lösungen werden weitere Gespräche geführt,
um auch hier für Entlastungen und Erleichterungen zu sorgen.“

Kathrin Schneider, Verkehrsministerin Brandenburg: „Die konkrete Planung
sorgt für Klarheit bei den Kosten und der Umsetzbarkeit. Das ist die
Voraussetzung, um für die Investitionen einen Zeitplan zu erstellen. Unser
Ziel ist, die Kapazitäten auf unseren Schienen deutlich zu verbessern, das
wird einige Jahre in Anspruch nehmen. Wir müssen aber auch zu kurzfristigen Verbesserungen für die Pendlerinnen und Pendler kommen. Hier stehen
wir kurz vor dem Abschluss entsprechender Vereinbarungen mit den
Bahnunternehmen.“

Prof. Dr. Dirk Rompf, Vorstand Netzplanung und Großprojekte DB Netz
AG:
„Jetzt können wir mit den Planungen starten. Mit der Finanzierungszusage
haben die Länder die Voraussetzungen dafür geschaffen. Ein wichtiger
Meilenstein, um die Infrastruktur in der wachsenden Metropolregion
Berlin-Brandenburg auszubauen – für bessere Mobilität und mehr Klimaschutz.“

Susanne Henckel, Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-
Brandenburg (VBB): „Der nächste Meilenstein für i2030 ist gesetzt. Die
Teams für die Teilprojekte stehen, jetzt kann in die detaillierte Prüfung und
Planung eingestiegen werden. Wir legen im Projekt jetzt die solide Basis für
einen leistungsfähigen Bahnverkehr der Zukunft.“
Auf Grundlage eines Gesamtkonzepts für den Nahverkehr werden Infrastruktur-
Varianten in folgenden Korridoren untersucht:

  • Berlin-Spandau-Nauen
  • Potsdamer Stammbahn
  • Prignitz Express/Velten
  • Nordbahn/Heidekrautbahn
  • RE1
  • Berlin-Dresden/Rangsdorf
  • Berlin-Cottbus/Bahnhof Königs Wusterhausen

Im Korridor Prignitz-Express/Velten wird beispielsweise der erforderliche
Infrastrukturausbau geprüft, der einen 10-Minuten-Takt der S-Bahn nach
Berlin-Tegel, die Verlängerung der S-Bahn nach Velten und die Einführung
eines Halbstundentaktes im Regionalverkehr zwischen Berlin Gesundbrunnen
und Neuruppin über Berlin-Tegel ermöglicht.
Im Korridor „Berlin-Cottbus/Bahnhof Königs Wusterhausen“ sind die Planungen
zur Beseitigung des eingleisigen Engpasses im Nordkopf des
Bahnhofs vereinbart worden. Darüber hinaus wird von der DB Netz AG der
Bau eines neuen Kehrgleises für die Linie RB22 im Bahnhof Königs
Wusterhausen vorbereitet. Es soll im Dezember 2022 in Betrieb genommen
werden. Neben den Planungen für den Ausbau von S-Bahn-Strecken in den Korridoren widmet sich eine Projektgruppe der Verbesserung des S-Bahn-Netzes
insgesamt. Ziel ist, die Pünktlichkeit der Züge zu steigern und zusätzliche
Verkehrsleistungen zu ermöglichen. Dazu wird beispielsweise auch die Beseitigung eingleisiger Streckenabschnitte und die Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf einzelnen Strecken geprüft. Dabei werden auch die
Punkte Energieversorgung und Abstellkapazitäten im Netz berücksichtigt.
Im Oktober 2017 hatten die Länder Berlin und Brandenburg mit der Bahn
eine „Rahmenvereinbarung über das Entwicklungskonzept für die Infrastruktur
des Schienenverkehrs in Berlin und Brandenburg – i2030“ geschlossen.
Unterzeichnet wurde der Vertrag von Regine Günther, Senatorin für Umwelt,
Verkehr und Klimaschutz des Landes Berlin, Kathrin Schneider, Ministerin
für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, und
Ronald Pofalla, Vorstand Infrastruktur der DB AG.
Vereinbart wurde, einen Lenkungskreis „i2030“ einzurichten, der die sach- und
zeitgerechte Abwicklung der vereinbarten Projekte überwacht und über
die Projektliste einschließlich Anpassung und Ergänzung befindet. Die umfangreichen Planungs- und Prüfprozesse im Projekt i2030 werden vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) koordiniert und gemeinsam mit
den Ländern Berlin und Brandenburg und der Deutschen Bahn umgesetzt.