Ergebnisse der ersten Machbarkeitsstudien zur Reaktivierung von Bahnstrecken in Brandenburg liegen vor

Reaktivierung Bahnstrecken | © Omm-on-tour/Adobe Stock

Ergebnisse der ersten Machbarkeitsstudien zur Reaktivierung von Bahnstrecken in Brandenburg liegen vor

16. Dezember 2025

Reaktivierung Bahnstrecken | © Omm-on-tour/Adobe Stock
Reaktivierung Bahnstrecken | © Omm-on-tour/Adobe Stock

Die ersten Ergebnisse der Machbarkeitsstudien zur möglichen Reaktivierung der stillgelegten Bahnstrecken Werneuchen – Wriezen, Hoppegarten – Altlandsberg und Fredersdorf (b Berlin) – Rüdersdorf (b Berlin) in Brandenburg liegen nun vor. Die Untersuchungen wurden im Auftrag des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) durch den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) sowie die Gutachter TransportTechnologie-Consult Karlsruhe GmbH (TTK) und PTV TransportConsult durchgeführt.

Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung: „Die Machbarkeitsstudien zeigen: Reaktivierungen im ländlichen Raum können ein wichtiger Baustein für bessere Mobilität und mehr Klimaschutz sein, sie sind aber kein Selbstläufer. Wir prüfen jede Strecke sorgfältig, damit jeder investierte Euro im Schienenverkehr möglichst vielen Menschen nützt. Auf der Grundlage der Ergebnisse der Untersuchungen besteht dann für die positiv bewerteten Strecken aber noch die Herausforderung, auch die Umsetzung finanziell abzusichern.“

Mit den Machbarkeitsstudien liegt erstmals eine belastbare Grundlage für Entscheidungen zu mehreren seit Jahren diskutierten Reaktivierungsprojekten vor. Sie machen deutlich, wo eine Wiederaufnahme des Regionalverkehrs realistische Chancen bietet – und wo räumliche Konflikte oder zu geringe Potenziale dagegen sprechen.

Auf dieser Basis sollen die nächsten Schritte mit den betroffenen Landkreisen und Kommunen abgestimmt werden. Für Strecken mit erkennbarem Potenzial folgen nun vertiefende Nutzen-Kosten-Untersuchungen, die Voraussetzung für eine Förderung durch Bund und Land sind.

Geprüfte Strecken und Ergebnisse:

Werneuchen – Wriezen:

Für die Strecke Werneuchen – Wriezen wurden mehrere Varianten mit unterschiedlichen Betriebskonzepten für eine Durchbindung der Regionalverkehrslinie RB25 untersucht. Für zwei Varianten konnte im Rahmen der Studie eine technische Machbarkeit und ein ausreichendes Potenzial für eine Reaktivierung nachgewiesen werden. Die Förderwürdigkeit wird in einer anschließenden Nutzen-Kosten-Untersuchung geprüft.

Fredersdorf – Rüdersdorf:

Für die Strecke Fredersdorf (b Berlin) – Rüdersdorf (b Berlin) wurden mehrere Varianten für Betriebskonzepte (Flügelung, Pendelverkehr und Durchbindungen mit S-Bahn oder Regionalverkehr) und Streckenführungen (bis zum ehemaligen Bahnhof Rüdersdorf (Tasdorf), bis Schulzenhöhe und zum CEMEX-Werksgelände) untersucht.

Die technische Machbarkeit und die Verträglichkeit mit dem Schienengüterverkehr ist nur bei einem Pendelverkehr mit Regionalverkehrszügen gegeben. Das Fahrgastpotenzial wird jedoch aufgrund ungünstiger Rahmenbedingungen kritisch bewertet. Grund dafür sind die ungünstige Lage der Strecke und die fehlende Perspektive einer Durchbindung der Linie nach Berlin aufgrund der Eingleisigkeit der Ostbahn. Eine Nutzen-Kosten-Untersuchung soll nun prüfen, ob eine Streckenreaktivierung trotz dieser ungünstigen Rahmenbedingungen für das Fahrgastpotenzial dennoch förderwürdig ist.

Hoppegarten – Altlandsberg:

Für die Strecke Hoppegarten (Mark) – Altlandsberg wurde die Ersteinschätzung der Gutachter basierend auf einer Flächenanalyse und Stellungnahmen der betroffenen Kommunen in Form eines Kurzberichts festgehalten. Aufgrund erheblicher Flächenkonflikte entlang der ehemaligen Kleinbahntrasse empfehlen die Gutachter keine weitere Betrachtung und keine Nutzen-Kosten-Untersuchung.

Das Land Brandenburg verfolgt ein standardisiertes Verfahren zur Prüfung stillgelegter SPNV-Strecken. Grundlage für eine Förderung von Planungs- und Baukosten durch Bund und Land ist der Nachweis eines volkswirtschaftlichen Nutzens gemäß dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG). Für den Betrieb reaktivierter Strecken ist perspektivisch eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel durch den Bund erforderlich.

Die Ergebnisse werden den regionalen Akteuren vor Ort vorgestellt. Die Abschlussberichte werden auf der Webseite des MIL veröffentlicht. Weitere Machbarkeitsstudien für zusätzliche Strecken sowie eine Nutzen-Kosten-Untersuchung für Joachimsthal – Templin Stadt befinden sich derzeit in Bearbeitung. Ergebnisse werden im kommenden Jahr erwartet.

Laufende Untersuchungen zur Reaktivierung von SPNV-Strecken:

    • Joachimsthal – Templin Stadt
    • Neuruppin West – Neustadt (Dosse)
    • Wustermark – Ketzin
    • Rathenow – Rathenow Nord
    • Müncheberg (Mark) – Müncheberg (Mark) Stadt
    • Schmachtenhagen – Oranienburg (Fichtengrund)
    • Luckau-Uckro – Lübben (Spreewald)
    • Falkenberg (Elster) – Herzberg (Elster) Stadt

Link zu Ergebnisberichten: https://mil.brandenburg.de/mil/de/themen/mobilitaet-verkehr/bahnen-busse/infrastrukturmassnahmen/strecken-und-haltereaktivierung/ 

Hinweis: Das ist eine Pressemitteilung des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg, veröffentlicht am 16.12.2025, online verfügbar unter: https://mil.brandenburg.de/mil/de/presse/detail/~16-12-2025-machbarkeitsstudien-reaktivierung-von-bahnstrecken#

Generalsanierung Hamburg–Berlin im Zeitplan: Erste Bauphase steht vor dem Abschluss

Erste Hälfte der Generalsanierung zwischen Hamburg und Berlin abgeschlossen, Quelle: DB AG

Generalsanierung Hamburg–Berlin im Zeitplan: Erste Bauphase steht vor dem Abschluss

16. Dezember 2025

Erste Hälfte der Generalsanierung zwischen Hamburg und Berlin abgeschlossen, Quelle: DB AG
Erste Hälfte der Generalsanierung zwischen Hamburg und Berlin abgeschlossen, Quelle: DB AG
    • Erneuerung von Gleisen, Weichen sowie Schallschutzwänden weitgehend abgeschlossen
    • 740 Kilometer Kabel für Anschluss von Anlagen an neue Stellwerkstechnik erforderlich
    • Fortlaufende Anpassung des Ersatzverkehrs an die Nachfrage

Rund fünf Monate nach dem Start der Generalsanierung auf der Bahnstrecke Hamburg–Berlin steht die erste Bauphase planmäßig vor dem Abschluss. Mehr als 1.000 Mitarbeitende der DB InfraGO und der beteiligten Bauunternehmen haben seit 1. August mit bis zu 140 Baumaschinen vor allem den sogenannten Oberbau erneuert: 164 km Gleise, 241 Weichen, 5 km Schallschutzwände, 270 Signale, 25 km Oberleitung und 12 Bahnsteige. Damit ist das geplante Bausoll für den Oberbau bereits erfüllt. Für mehr Flexibilität im Betrieb sowie alternative Fahrtmöglichkeiten bei Störungen hat die DB InfraGO außerdem neue Weichenverbindungen und Überleitstellen gebaut und die Oberleitungen entsprechend angepasst. In der nächsten Bauphase steht nun neben den Bahnhöfen die Signal- und Stellwerkstechnik im Fokus.

Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG: „Mit dem Abschluss der Oberbauarbeiten geht die Generalsanierung der Strecke Hamburg–Berlin in ihre nächste wichtige Phase. Eine moderne Leit- und Sicherungstechnik wird diese wichtige Verbindung langfristig stabiler, leistungsfähiger und zukunftsfest machen. In den kommenden Monaten gilt es nun, mehr als 1.000 einzelne technische Anlagen mit der rundum erneuerten Stellwerkstechnik zu verbinden. Unser Team hat dabei gemeinsam mit den Herstellern also noch einige Herausforderungen vor sich.“

Die Grafik zeigt den aktuellen Baufortschritt der Strecke Hamburg–Berlin: Schon 99 % der Gleise, 97 % der Weichen und 95 % der Schallschutzwände sind fertig. Täglich sind über 1.000 Mitarbeitende, 120 Baumaschinen und 170 Ersatzbusse im Einsatz, um einen planmäßigen Ablauf zu sichern. Quelle: DB AG
Die Grafik zeigt den aktuellen Baufortschritt der Strecke Hamburg–Berlin: Schon 99 % der Gleise, 97 % der Weichen und 95 % der Schallschutzwände sind fertig. Täglich sind über 1.000 Mitarbeitende, 120 Baumaschinen und 170 Ersatzbusse im Einsatz, um einen planmäßigen Ablauf zu sichern. Quelle: DB AG

Die Grafik zeigt den aktuellen Baufortschritt der Strecke Hamburg–Berlin: Schon 99 % der Gleise, 97 % der Weichen und 95 % der Schallschutzwände sind fertig. Täglich sind über 1.000 Mitarbeitende, 120 Baumaschinen und 170 Ersatzbusse im Einsatz, um einen planmäßigen Ablauf zu sichern.

Insgesamt 740 Kilometer Kabel verbinden künftig die verschiedenen neuen Komponenten der Strecke mit den 27 Stellwerken. Dazu zählen u.a. 678 Signale, 224 Weichenantriebe und die sogenannten Achszähler, die melden, ob ein Streckenabschnitt frei oder noch belegt ist. Nachdem die Kabel und Adern mit den richtigen Anschlüssen in den Kabelschränken verbunden sind, erfolgt ein mehrstufiger Prüf- und Abnahmeprozess.

Parallel zu den Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik erfolgen in den kommenden Monaten umfangreiche Arbeiten an 28 Bahnhöfen entlang der gesamten Strecke. Dazu gehören, je nach Station, unter anderem Bahnsteigverlängerungen, Bahnsteigerhöhungen für einen stufenlosen Einstieg in den Zug, längere Bahnsteigdächer und Wegeleitsysteme für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. 20 der 28 Bahnhöfe sollen dabei ganzheitlich zu Zukunftsbahnhöfen entwickelt werden – durch neu gestaltete Personenunterführungen, durchgängige Gestaltungskonzepte sowie mehr Sitz- und Wartemöglichkeiten und bessere Parkmöglichkeiten für Fahrräder.

Seit dem Baustart am 1. August sorgt ein umfangreiches Verkehrskonzept dafür, dass Reisende im Fern- und Regionalverkehr weiterhin ihre Ziele erreichen. Die direkten Fernzüge der DB und anderer Eisenbahnunternehmen zwischen Hamburg und Berlin werden über Uelzen und Stendal umgeleitet. Mehrere Nahverkehrslinien waren im Vorfeld gemeinsam mit den zuständigen Aufgabenträgern und Verkehrsunternehmen umgeplant worden. Als Ersatz für entfallende Zugverbindungen im Nahverkehr sind täglich mehr als 170 Busse des Betreibers ecoVista auf mehr als 25 Linien im Einsatz. Fahrgäste können auf einer Live-Map die Fahrt ihres Busses verfolgen.

Auf Basis der Rückmeldungen von den Verkehrsunternehmen hat die DB InfraGO seit dem Baustart eine Vielzahl von Verbesserungen umgesetzt. Dazu gehören Sanitärcontainer an insgesamt sechs Standorten und eine angepasste Wegeleitung durch z.B. zusätzliche Schilder. Darüber hinaus wurden in Wittenberge Flächen gepflastert, damit die seit Ende November versetzte Haltestelle auch barrierefrei zugänglich ist.In Abstimmung mit den Aufgabenträgern wird das Ersatzverkehrsangebot fortlaufend an die Nachfrage angepasst. So sind im Land Brandenburg Leistungen der Linie X4 auf die Linie R verschoben worden. Das Angebot auf den Linien C2, X8 und X9 wurde ausgeweitet bzw. auf weniger stark nachgefragten Linien in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern leicht reduziert.

Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin ist 278 Kilometer lang, das entspricht etwa dem Vierfachen der Riedbahn zwischen Frankfurt/Main und Mannheim, die die DB im vergangenen Jahr als ersten Korridor gebündelt erneuert und modernisiert hatte. Mit täglich rund 470 Zügen des Regional-, Fern- und Güterverkehrs gilt die Strecke Hamburg–Berlin als hochbelastet. Die Generalsanierung wird am 30. April planmäßig abgeschlossen.

Hinweis: Dies ist eine Pressemitteilung der DB AG vom 16.12.2025, online verfügbar unter: https://www.deutschebahn.com/de/presse/presse-regional/pr-berlin-de/aktuell/presseinformationen/Generalsanierung-Hamburg-Berlin-im-Zeitplan-Erste-Bauphase-steht-vor-dem-Abschluss–13703326#